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So wollen sich Social Networks vor Spammern schützen
16.06.2008 Immer mehr Community-Nutzer beschweren sich über Spam in sozialen Netzwerken, sagt eine jetzt veröffentlichte Studie. Wird es ihnen zu bunt, wechseln sie das Social Network. iBusiness hat analysiert, wie groß die Gefahr für Betreiber und Nutzer wirklich ist.
Die Social-Network-Plattformen geben sich ausgesprochen zugeknöpft, wenn man wissen will, wie sich Spam und spam-ähnliche Kommunikationsformen in der Vergangenheit entwickeln. Sie ziehen sich auf juristische Regularien zurück: "Spam ist auf XING von Anfang an verboten und das wird von unseren Mitgliedern sehr geschätzt. Dieser Schutz ist auch in unseren AGB festgeschrieben", sagt etwa Xing-CEO Lars Hinrichs auf iBusiness-Anfrage. Bei fast allen Netzwerken kann man Nachrichten, Nutzer und Profile melden: "Mitglieder können jede Nachricht, die sie erhalten, mit einem Klick als Spam zu melden. Ein uns bekannter Verstoß wird mit einer Abmahnung
geahndet, wiederholte berechtigte Beschwerden führen zum Ausschluss des Mitglieds von der Plattform", heißt es beispielsweise bei Xing.
Doch wieviele Nutzer das auch tatsächlich tun und wieviele Spammer die Netzwerkbetreiber ausschließen, darüber breiten sie den Mantel des marketinginduzierten Schweigens. Wundert nicht, will man doch die Öffentlichkeit nicht noch weiter verunsichern, als sie dass ohnehin schon ist. Denn laut einer gemeinsam von Anti-Spam-Softwareproduzent Cloudmark und den Marktforschern von veröffentlichten Studie fühlen sich immer mehr Mitglieder in Social Networks Spam ausgesetzt.
In der Studie wurden durchschnittlich 64 Spams je Nutzer festgestellt. 37 Prozent der Befragten in den Social Networks gaben ebenfalls an, dass im letzten halben Jahr die Anzahl unerwünschter Kontakte zugenommen habe. 17 Prozent wollen deshalb möglicherweise das Netzwerk wechseln. Steige die Anzahl der Spams wesentlich, wollen sich sogar 66 Prozent der Netzwerker durch einen Anbieterwechsel der Belästigung entziehen.
Für verschiedene US-Communities wie Orkut existieren inzwischen sogar Anti-Spam-Filter . Auch die IEEE hat ein eigenes Tool dazu vorgestellt.
Im Kern bedeutet die veröffentlichen Spam-Zahlen allerdings, dass zumindest noch kein wirkliches Spam-Problem in Social Networks besteht. Im Schnitt eine Spam-Mail die Woche - das liegt weit unter dem, was der normale EMail-Benutzer täglich gewöhnt ist. Wundert auch nicht. Schließlich leben Spammer davon, dass technisch induzierte Methoden eine enorme automatische Reichweite für die Spam-Botschaft entwickeln können. Das funktioniert in Social Networks noch nicht, weil der Spammer nicht anonym, sondern über ein identifizierbares Profil agieren muss. Wo das nicht der Fall ist - wie in Twitter , da besteht auch sofort eine wachsende Spam-Gefahr (Twitterspam ).
