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Trotz Social Media und immer mehr Kundenbeschwerden: Unternehmen reagieren kaum
27.05.2013 Von wegen '1:1-Marketing': Die Unternehmen registrieren zwar mehrheitlich eine steigende Zahl an Kundenbeschwerden, sie bleiben aber häufig lange liegen und werden dann auch überwiegend nur mit standardisierten Briefen beantwortet. Nur in jedem vierten Fall erhalten die Kunden nach einer Befragung von Banken, Versicherungen, Handels- und Dienstleistungsunternehmen im deutschsprachigen Raum eine individuelle Nachricht.
"Es ist kaum anzunehmen, dass Kundenbindung auf Dauer über standardisierte Beschwerdeantworten funktionieren kann", sieht Legodo-Vorstand Marc Koch einen deutlichen Handlungsbedarf. "Notwendig wäre, persönlich auf sie einzugehen und dabei auch ihr bisheriges Kaufverhalten, die Dauer der Kundenbeziehung und weitere relevante Kundeninformationen einzubeziehen. Durch den persönlichen Bezug fühlen sie sich ernst genommen und entwickeln ein größeres Verständnis für vorherige Schwierigkeiten, die zu der Beschwerde geführt haben."
Allerdings könnten viele Unternehmen in ihren Reaktionen gegenwärtig gar nicht persönlicher auf die Kunden eingehen, weil ihnen im Beschwerdemanagement meist nicht die gesamten Kundeninformationen zur Verfügung stehen. Sie sind häufig in den verschiedenen Datenbanken mehrerer Business-Systemen enthalten. So kann nur jede fünfte Bank und Versicherung alle bestehenden Kundeninformationen in den Antworten auf Reklamationen berücksichtigen. Ähnlich verhält es sich bei den Dienstleistungsfirmen, bei den Handelsunternehmen bestehen solche technischen Möglichkeiten sogar noch seltener.
