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Interaktiv-Trends 2018/2019 (2): Skills/Actions als neue Apps
20.12.2017 Für viele Analysten sind sie die neuen Apps: Skills und Actions, Anwendungen für smarte Lautsprecher wie von Amazon und Google. Die Analyse zeigt, für wen die 'neuen Apps' bedeutend werden - und wo die Grenzen ihres Einflusses verlaufen werden.
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Der neue Beraterschlachtruf ließ daher nicht lange auf sich warten: Skills sind die neuen Apps. Oder: Actions sind die neuen Apps, wie das Skill-Gegenstück aus Googles Smart-Speaker-Kosmos Home heißt. Aber stimmt das? Nein. Natürlich nicht.
| Was Skills sind und können |
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Bei den Skills handelt es sich im Wesentlichen um einen Webservice. Um einen Skill zu "installieren", ruft der Nutzer die Amazon Website auf, loggt sich mit seinem Nutzernamen ein, und wählt im Skill-Store aus den derzeit rund 700 verfügbaren Funktionen die gewünschte Fähigkeit aus (zum Beispiel "Fernsehprogramm"). Auf den Amazon-Servern wird dieser Service dann mit dem Benutzerkonto des Anwenders verknüpft. Eine tatsächliche Installation auf dem Gerät des Nutzers findet nicht statt. Um den neuen Service zu nutzen, weckt der Anwender Alexa und startet den neuen Skill ("Alexa, öffne Fernsehprogramm"). Der Entwickler hat jedem Skill ein entsprechendes Schlüsselwort mitgegeben, mit dem die App aktiviert wird. Anschließend stellt der Nutzer seine Frage ("Was läuft heute um 22 Uhr im Fernsehen?"). Die notwendigen Parameter (Datum, Uhrzeit, Fernsehsender etc.) werden von Alexa extrahiert und in einem festgelegten Format an den Server übergeben, der in der Skill angegebenen ist. Dieser verarbeitet die Eingabe und gibt seine Antwort an Alexa zurück, die diese entweder vorliest (wenn es sich um Text handelt) oder abspielt (wenn es sich um ein MP3 handelt). In Zukunft kann Alexa zusätzlich sogenannte Cards auf einem angeschlossenen TV bzw. dem assoziierten Handy wiedergeben. |
Skills - was passieren wird
Skills werden für Marken mit Berührungspunkten zur Alexa-Nutzungssituation 2018 und 2019 stark an Relevanz gewinnen: Für Zeitungen, Radiosender, Kochrezepteseiten oder Wetterdienste diktiert sich die Dringlichkeit einer Präsenz quasi von selbst, andere Marken können überlegen, welchen Beitrag sie zu einem Smart-Home-Szenario leisten können, der sie in Form eines Skills auf das Nutzerradar bringt. Skill-Entwicklung und ihre ASO, ihre Optimierung für den Appstore werden wichtige Gewerke.2018/2019 wird auch den Ansturm der Advertising-Industrie auf die Smart-Home-Anwendungen erleben: In-Skill-Advertising wird wie In-App-Advertising zur Industrie werden, mit starken zu erwartenden Regulierungen von Seiten Amazons und wahrscheinlich etwas liberaleren von Google. Smart-Home-Geräte ohne Bildschirm werden neuartige Audio-Ad-Formate erleben, Hardware mit Bildschirm (wie Amazons Echo Show) werden auch von Bannern und Videos heimgesucht werden. Damit wird sich der Kampf gegen Adblocking und um Relevanz für den Nutzer auch im Smart Home wiederholen. Es ist wahrscheinlich, dass die großen Internetkonzerne als Herrscher der Smart-Home-Universen hier gut aufpassen werden, dass zu viel Werbung den Nutzern erspart bleibt.
... und was nicht passieren wird
So lässt sich etwa zwischen privaten, öffentlichen und den halböffentlichen beruflichen Szenarien unterscheiden: Sprachsteuerung? Kein Problem daheim, ein großes unterwegs. Und im Job? Klares: 'Kommt drauf an' - hat man ein Großraumbüro und nervt die Kollegen, ein eigenes Büro oder ein schallisoliertes Arbeitsabteil? Und selbst diese Dimensionen - beruflich vs. privat - werden nicht ausreichen, um das wahrscheinlichste Endgerät für einen bestimmten Kontext festzulegen: So könnte beispielsweise ein Chirurg, der eine anspruchsvolle Operation ausführt sicherlich oft einen dritten Arm gebrauchen - ein Brain Computer Interface könnte ihm diesen in Form eines gedankengesteuerten Roboterarms geben. Ein begnadeter Gehirnchirurg würde mittels BCI zum einen vielleicht noch besser, zum anderen würde er die Hürde eines operativen Eingriffs zur Installation des BCIs ganz anders empfinden als ein medizinischer Laie. Das Eingabegerät der Zukunft ist also stets ein anderes - je nach Kontext - und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stets eine Kombination diverser Technologien.
