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Social-Media-Analyse kann Protestbewegungen voraussagen. Manchmal.
29.05.2015 Eine Studie hat herausgefunden, dass eine erhöhte Aktivität auf sozialen Netzwerken auf eine vermehrte Teilnahme an Demonstrationen schließen lassen kann - aber der Erfolg dieser Prognosen könnte ortsabhängig sein.
Diese Unterschiede könnten damit zusammenhängen, wie die Menschen in verschiedenen Regionen der Welt mit den unterschiedlichen Medien interagieren, wie zum Beispiel mit den Rundfunkmedien. Anhand von sechs Variablen - Anzahl der Tweets, der Facebook-Posts, der Demonstranten, der vor Ort kampierenden Aktivisten und der Verletzten - fanden die Forscher in zweien der drei untersuchten Aufstände (Die Indignados-Bewegung in Spanien am 15 Mai 2011, die Occupy-Bewegung, die 2011 in 951 Städten der Welt aufkam, und die "Essigrevolution" in Brasilien im Juni 2013) eine statistisch signifikante Beziehung zwischen den Aktivitäten auf den sozialen Netzwerken und jenen vor Ort.
Daraus wurde gefolgert, dass die Überwachung der Twitter- und Facebook-Posts zur Vorhersage der Protestaktivitäten am folgenden Tag dienen könnte, da vor allem Twitter in der logistischen Organisation vor Ort eine zentrale Rolle spielt. In Bezug auf die Anti-Sparkurs-Bewegung der Indignados bewies das Forscherteam, dass auf einen Anstieg der Online-Posts immer eine erhöhte reale Teilnahme folgte. In der Occupy-Bewegung konnten die Forscher die gleichen Phänomene beobachten. Zudem könnte die Feststellung vermehrter Ereignisse vor Ort auch zur Prognose von hoher Aktivität auf sozialen Netzwerken dienen, wie zum Beispiel aufgrund des Austauschs über die Brutalität der Polizisten.
Im Fall der Essigrevolution in Brasilien, bei der gegen die Überteuerung der öffentlichen Verkehrsmittel protestiert wurde, konnte hingegen kein Zusammenhang zwischen den Posts und der tatsächlichen Teilnahme ermittelt werden.
Im Fall der spanischen Indignados-Bewegung ermöglichte es die wachsende Anzahl von Posts auf Facebook und Twitter, eine entsprechende Entwicklung in der Anzahl der Demonstranten vorauszusagen, und auch bei den Occupy-Bewegungen waren Wechselwirkungen zwischen den Online-Aktivitäten und den Aktivitäten vor Ort zu beobachten. Diese Forschungsergebnisse suggerieren, dass es für ein volles Verständnis der Netzwerkpraktiken von Demonstranten sehr wichtig ist, das gesamte Medienumfeld - einschließlich der Rundfunkmedien - mit einzubeziehen.

