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Zahlungsmoral: Junge Käufer kritischste Gruppe für E-Commerce

23.11.2018 Der Online- und Versandhandel ist eines der Problemkinder der Inkassobranche. In einer aktuellen Umfrage gab mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Inkasso-Dienstleister an, dass es im Online- und Versandhandel erhebliche Probleme mit dem Zahlungsverhalten der Kunden gebe. Besonders nachlässig: die jungen Kunden.

 (Bild: Alexas Fotos/Pixabay)
Bild: Alexas Fotos/Pixabay
Fast jeder Zweite (48 Prozent) Umfrage-Teilnehmer sagt aus, dass er die Zahlungsmoral der jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) eher schlechter als die der älteren Kunden sehe. Die niedrige Zahlungsmoral hat aus Sicht der Inkasso-Dienstleister viele Gründe. Beinahe alle befragten Unternehmen (83 Prozent) gaben beispielsweise die zu hohen Konsumausgaben als Grund an. Fast drei Viertel (73 Prozent) sehen zudem zu wenig Eigenverantwortung bei der jungen Generation. Viele gaben auch an, dass es oftmals ein schlechtes Vorbild durch das Elternhaus gebe. Das Problem könnte früh beginnen: Laut der Befragten gibt es zu wenig Kenntnisse über vertragliche Verpflichtungen (60 Prozent) oder wirtschaftliche Zusammenhänge (54 Prozent). Das ist das Ergebnis der Trendumfrage der Inkasso-Unternehmen 2018, die vom Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. (BDIU)   durchgeführt wurde.

Keine böse Absicht, aber mangelndes Finanzwissen

Unter den Jugendlichen, die verschuldet sind, haben 85 Prozent Verbindlichkeiten bei Online- und Versandhändlern. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies nochmals eine Steigerung um vier Prozent. Damit ist der E-Commerce auf Platz 2 hinter der Telekommunikationsbranche, bei der rund 88 Prozent der jungen Menschen Schulden haben. Händler sehen sich also einer online-affinen Zielgruppe gegenüber, die oftmals eine nachlässige Zahlungsmoral aufweist. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass diese erst am Anfang ihrer Konsumentenreise stehen, könnte hier eine Zahlungsausfall-Lawine auf Händler zurollen.

(Grafik: BDIU)
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