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Machtpoker im Online-Werbemarkt: Wie Yahoo seinen Marktwert steigern will

13.02.2008 Die Übernahmeschlacht im lukrativen Online-Werbemarkt geht eine Runde weiter. Nachdem Yahoo erst diese Woche das Kaufangebot von Microsoft offiziell ablehnte, wappnet sich das angeschlagene Suchportal nun gegen eine feindliche Übernahme. Durch Zukäufe, eine neue Mobil-Plattform und Kooperation mit einem prominenten deutschen Mobilfunkprovider will das Portal nun seinen Marktwert pushen.

Für rund 160 Millionen US-Dollar hat Yahoo den US-amerikanischen Video-Plattform-Betreiber Maven Networks   übernommen. Maven agiert als Hosting-Plattform für die Video-Angebote von Drittanbietern und unterstützt diese bei der Vermarktung ihrer Video-Inhalte. Yahoo will durch die Übernahme sein Portfolio in den Bereichen Online-Video und Video-Werbung erweitern. Dazu hat Yahoo weitere Investitionen in die Plattform angekündigt.

Ein weiterer Baustein des Wertsteigerungs-Programms ist der Produktlaunch der mobilen OpenID-Kommunikationsplattform Oneconnect  , die unterschiedliche Kommunikationsdienste wie EMail, Instant Messaging, SMS und Social Networks zentralisiert. Zentrales Element ist ein OpenID-fähiges Adressbuch für soziale Netzwerke, in das Nutzer sämtliche Kontaktdaten ihrer eintragen und verwalten können. Somit werden die Nutzer über Neuerungen und Aktivitäten innerhalb ihrer Kontaktlisten informiert.

Schließlich hat sich Yahoo noch mit dem deutschen Mobilfunk-Riesen T-Mobile   zusammengetan. Yahoo stellt seine 'OneSearch-Funktion' der mobilen Internet-Plattform von T-Mobile zur Verfügung. Über den Service werden Webseiten, Fotos oder Finanznachrichten zugänglich. Yahoo stellt T-Mobile-Nutzern eine Schnittstelle zu YouTube  , MySpace  , Flickr   und Bebo   zur Verfügung. Damit können Online-Angebote über Widgets auf dem Handy eingerichtet werden.

Der Machtpoker im Online-Werbemarkt dauert nun bereits ein knappes Jahr an. Angefangen hat die Schlacht als Google   im vergangenen April für die stolze Summe von 3,1 Milliarden Dollar in bar (entspricht 2,29 Milliarden Euro) den internationalen AdServer-Dienstleister DoubleClick   übernommen hat. Nach dem Google-Deal hatte dann Yahoo für knapp 680 Millionen US-Dollar den US-amerikanischen Online-Werbedienstleister Right Media   gekauft.

Kurz darauf wiederum kaufte Microsoft - beim Doubleclick-Deal wegen Google noch leer ausgegangen - den Anbieter für mobile Werbung ScreenTonic  . Microsoft war auch Onlinemarketing-Dienstleister 24/7 Real Media   interessiert, der aber schließlich im Mai für 649 Millionen US-Dollar an die britische WPP Group   ging.

Im Mai hatte auch AOL   die Aktienmehrheit des internationalen AdServer-Dienstleisters Adtech  mit Sitz in Frankfurt übernommen. AOL gilt nach wie vor als möglicher Kooperationspartner von Yahoo: Laut Medienberichten überlegt Yahoo, sich durch einen Zusammenschluss mit AOL gegen den Kauf durch Microsoft zu wehren.

Hintergrundinformationen zum Machtpoker im lukrativen Online-Werbemarkt lesen iBusiness-Premium-Mitglieder (und solche die es jetzt werden in Ausgabe 10/11 2007 der iBusiness Executive Summary.

Thema: Machtpoker im Online-Werbemarkt: Wie Yahoo seinen Marktwert steigern will

Kommentar von Olaf Groß

Leichenkosmetik

Yahoo macht in dieser Woche keine Gefangenen. Denn wenn CEO Jerry Yang sein Baby schon verkaufen muss, dann möglichst zu einem sehr, sehr guten Preis. Auch wenn dieser in keinster Weise gerechtfertigt sein sollte.

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 (Fotoatelier Koch)
Bild: Fotoatelier Koch
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