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Digitale Transformation: Reifegrad vieler deutscher Unternehmen sehr niedrig

29.01.2018 Die komplexeren Strukturen des digitalen Wandels machen mehr eigenverantwortliche Arbeit und weniger Hierarchie in Unternehmen notwendig. Allerdings mangelt es in der Praxis zum Teil an Bemühungen zur Umsetzung. Auch veraltete Hierarchiestrukturen erschweren agiles Arbeiten und damit die digitale Transformation. Das ergab eine aktuelle Studie zur Eigenverantwortung des Beratungsunternehmens ComTeam.

 (Bild: geralt / pixabay.de)
Bild: geralt / Pixabay.de
Obwohl 90 Prozent der Befragten sich mehr Autonomie wünschen, kann nicht einmal jeder Zweite Bestrebungen zur stärkeren Verteilung der Verantwortlichkeiten in seinem Arbeitsumfeld erkennen. Die Studie Eigenverantwortung - Wie es mit dem Wollen, Können und Dürfen von Eigenverantwortung in Unternehmen tatsächlich aussieht   zeigt, dass die bisherigen Strukturen von Macht und Verantwortung in deutschen Unternehmen eigenverantwortliches Arbeiten erschweren. Dabei ist das Rütteln an veralteten Machtstrukturen dringend notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mittlere Unternehmensebene geht als Verlierer hervor

Mit 80 Prozent erlebt ein großer Anteil der Befragten bei der Ebene des mittleren Managements ein starkes Missverhältnis zwischen Macht und Verantwortung. Entscheidungen werden meist vom oberen Management festgesetzt und an das Mittelmanagement weitergereicht. Gleichzeitig sind Bereichs- und Projektleiter aber am ehesten messbar. Dabei ist diese Ebene für den Erfolg von Projekten sowie für die Mitarbeiter unter sich verantwortlich. Bei Fehlern, schlechten Zahlen oder Konflikten werden sie zur Rechenschaft gezogen.

Die Notwendigkeit wird von den Befragten klar als solche erkannt. Neue Herausforderungen können nur durch eine Umstrukturierung der Verantwortlichkeiten gemeistert werden.
Die Notwendigkeit wird von den Befragten klar als solche erkannt. Neue Herausforderungen können nur durch eine Umstrukturierung der Verantwortlichkeiten gemeistert werden. (Grafik: ComTeam)


Angestellte fordern Autonomie, scheuen sich aber vor Verantwortung

Der Wunsch nach mehr Entscheidungseinfluss ist bei nahezu allen Studienteilnehmern vorhanden. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass alle Unternehmensebenen unterhalb der Chef-Etage vor der damit verbundenen Verantwortung zurückschrecken. Mehr als die Hälfte der Befragten attestieren dem Top-Management lediglich eine gute Note, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen. Die Studie zeigt deutlich: Im Ernstfall sind es immer noch die Chefs, die in die Bresche springen.

Prozess zur Übergabe von Verantwortung weist Mängel auf

Schritt Eins zur Umverteilung von Macht und Verantwortung liegt in den Händen der Führungsriege, sie müssen Kontrolle abgeben. Ein Teil der Befragten sieht hier kein Problem. Allerdings haben auch 30 Prozent den Eindruck, dass die Chef-Etage sich eher schwer damit tut, Verantwortung abzugeben. Dies ist ein Grund, wieso die Machtverschiebung sich in der Praxis häufig schwierig gestaltet. Ein weiterer Faktor ist der Übergabeprozess im Unternehmensalltag. Die Befragten kritisieren hier vor allem den Zeitfaktor, sowie die fehlende Begleitung und Strukturierung bei der Umverteilung. Hier sollten bei Führungskräften und Coaches die Alarmglocken schrillen. Verantwortung kann nicht von heute auf morgen voll übernommen werden. In gleichem Zuge braucht dieser Prozess eine sinnvolle Struktur und eine angemessene Betreuung mit Feedback für die neuen verantwortlichen Mitarbeiter. Damit eigenverantwortliches Arbeiten etabliert und die Voraussetzung für den digitalen Wandel geschaffen wird, sind also alle Ebenen gefragt.

Kaum ein Mitarbeiter ist überzeugt, dass neue Verantwortungen gut und klar definiert sind.
Kaum ein Mitarbeiter ist überzeugt, dass neue Verantwortungen gut und klar definiert sind. (Grafik: ComTeam)


Die ComTeamGroup   hat bei Unternehmen nachgefragt, wie sie die Verteilung von Macht und Verantwortung aktuell in ihrem Arbeitsalltag erleben. Zu ihrer Fremd- und Eigenperspektive wurden 461 Führungskräften, Projektleiter und Mitarbeiter befragt.
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