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SEO: Wie die Agentur von morgen aussieht und wo sie ihre Mitarbeiter findet
23.10.2017 Wir dokumentieren ein Streitgespräch, wie sich die Zukunft der SEO-Agenturen verändert. Wir analysieren, welche Herausforderungen es bringt, wenn ein neuer Agenturtyp entsteht. Und wir zeigen, wo die neuen Mitarbeiter zu finden sind, den ein neuer Agenturtyp braucht.
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Getrieben hat diese Transformation Richtung breit aufgestellter Dienstleister zum einen Googles unermüdliche Evolution seiner Suche, die nun soziale Signale ebenso berücksichtigt wie Relevanz oder Offline-Faktoren. Zum anderen hat sich digitales Marketing selbst weiterentwickelt und lässt sich ohne die Inklusion von Kanälen außerhalb von SEO kaum mehr realisieren. Daher stellt sich die Frage, ob die SEO-Agenturen nicht heimlich und leise ausgestorben sind, ohne dabei pleite zu gehen - weil sie sich in andere Agentur-Modelle verwandelt haben. Darauf antworten SEOs eindeutig zweigeteilt.
| Reine SEO-Agenturen werden obsolet | SEO-Agenturen bleiben bestehen |
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"Mein Eindruck ist, dass eigenständige SEO-Agenturen keine große Zukunft mehr haben. Sie sind bereits größtenteils im SEM aufgegangen oder wurden geschluckt von Netzwerken." - |
"Wenn es um komplexere Fragestellungen geht braucht man schon jemanden, der primär SEO betreibt und auch über viel Erfahrung verfügt." - Markus Hövener von der auf SEM spezialisierten Onlinemarketing-Agentur Bloofusion |
| "Ich halte das SEO-Agenturmodell (...) für hinfällig, da SEO zu 'kommunikationslastig' und 'kompetenzintensiv' ist. Ich habe deswegen schon vor fünf Jahren angefangen, mein Geschäftsmodell zu einer SEO-Beratung und Softwarefirma zu wandeln." - Severin Lucks von der Onlinemarketing-Beratung und SEO-Agentur Delucks GmbH |
"SEO wird nach wie vor nachgefragt. Aber das Verständnis, dass es zunehmend in andere Bereiche reinreicht, wächst. (...) Es zeigt sich (aber) immer wieder, dass Digitalagenturen meistens nicht so spezialisiert sind in SEO." - Thomas Kaiser, Geschäftsführer der SEO-Agentur Cyberpromote |
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"Die Anforderungen an die Website sowohl von den Suchmaschinen als auch den Usern selbst erlauben es gar nicht mehr, einen Kanal alleine zu betrachten." - Siwen Zhang, Director SEO bei Explido iProspect |
"Wenn Sie in jedem Kanal einen der Besten wollen, finden Sie das in keinen Gemischtwarenladen (...), sondern holen sich (...) einen Spezialisten. " - Michael Pauls, Inhaber der Berliner SEO-Agentur SEO Maxx |
- Den Lead in Kampagnen und Projekten oder den Auftrag zur Konzeption einer Digitalstrategie bekommen reine SEO-Agenturen praktisch nicht mehr: Marketingstrategien und Kampagnen werden von Agenturen gefahren, die breiter aufgestellt sind als reine SEO-Firmen.
- Als externe Zulieferer von Expertise sind reine SEO-Häuser nach wie vor gefragt, wenn es in hochkompetitive Umfelder geht - Branchen, in denen ein regelrechter Sichtbarkeitskrieg herrscht oder aber komplexe SEO-Probleme zu verhandeln sind - beispielsweise bei nahezu ausschließlich seogetriebenen Geschäftsmodellen - dann kommt auch häufig eine starke Nachfrage nach SEA, der bezahlten Sichtbarkeit, hinzu.
2. Wo die (nicht mehr wirklich so zu bezeichnenden) SEO-Agenturen die besten Mitarbeiter finden
Es gab schon keinen klassischen Ausbildungsweg für SEOs, als ihr Handwerk noch enger gefasst war - ein eher technisches Programmierergeschäft. Umso weniger gibt es heute standardisierte Lebensläufe, da die Agentur-Portfolios komplexer werden. In welchem Recruiting-Pool der SEO-Agenturleiter fischen muss, hängt vom Geschäftsfeld ab.| Wo Agenturen mit SEO-Portfolio ihre Mitarbeiter finden | ||
|---|---|---|
| SEO-Geschäftsfeld | Recruiting-Pool | Stolpersteine |
| Content-Marketing-Schwerpunkt | Journalisten: Redaktionen, geisteswissenschaftliche Studiengänge, Stellenbörsen | Content-getriebenes SEO benötigt gute Rechercheure mit der Fähigkeit heute über Sportnahrung und morgen über Schrumpfschläuche zu texten - die technischen Aspekte lassen sich im Crashkurs lernen oder von anderen Mitarbeitern erledigen | Technisches SEO (Programmier-Ebene, html-Optimierung...) | Fachinformatiker: Universitäten, über Stellenanzeigen nur in abnehmendem Maße machbar | ITler sind zum einen teuer, weil heiß begehrt, zum anderen müssen Firmen aktiv werden: Acht von zehn IT-Spezialisten haben keinen Bock mehr auf Bewerbungen und erwarten, dass die Chefs auf sie zukommen (iBusiness berichtete) | Kundenbetreuung | Mitarbeiter von Werbeagenturen | - | kleinere SEO-Agenturen mit klarem Suchmaschinenfokus | SEO-Mitarbeiter anderer Agenturen/ Programmierer, Webdesigner (selbstständige, andere Agenturen)/ Quereinsteiger, Autodidakten | Es gibt keinen klassischen Weg, diese Mitarbeiter aufzuspüren - gute Vernetzung, eigene Web-Recherchen und vor allem: Empfehlungen spielen eine Rolle - einen normierten Königsweg gibt es nicht | Große Full-Service-Agenturen mit SEO-Abteilungen | Mitarbeiter mit verschiedenen Profilen (Qualifikationsmix) aus diversen Quellen: Techniker, BWLer, Quereinsteiger (siehe also alle vorgenannten Recruiting-Pools). Außerdem: Eigener Anbau - geeignete Praktikanten, Werkstudenten (mit Marketingstudium) und Mitarbeiter anderer Abteilungen animieren, im SEO kleben zu bleiben/ zu wechseln | Nur für große Agenturen geeignet (eher drei- als zweistellige Mitarbeiterzahl) | SEO-Consulting | Inhouse: Projektmanager, Designer und Programmierer mit projektübergreifender Perspektive koordinieren die Projekte - der Rest kommt von außerhalb: SEO-Dienstleistungs-Plattformen (wie Textbroker, Textking), Influencer-Börsen sowie aus dem eigenen Netzwerk | Zum Teil herausfordernd, wenn es darum geht, Qualitätsstandards zu halten |
- Die strategisch aufgestellten Agenturen, die eher Disziplinen-übergreifend vorgehen, sourcen nur vorsichtig aus - und tendenziell meist jene Aufgaben, die sowieso klassisch outgesourct werden: Das Design etwa. Technik und Kundenbetreuung dagegen sind Outsourcing-No-gos. Bei anderen Aufgaben bevorzugen es die Dienstleister, die Kompetenz selbst im Haus zu haben und setzen nur vorsichtig auf externe Helfer. Grund: Mit Freelancern lassen sich qualitative Standards nur schwer garantieren.
- Kleine Agenturen oder Ein-Mann-Unternehmen, die auf klassisches, technisch orientiertes SEO setzen, sourcen schneller aus (weil es anders auch nicht geht) und nutzen dafür mitunter auch berüchtigte Dienste wie Text-Plattformen oder Linkfarmen, die wegen ihrer Qualität und Tarife in Teilen der Branche regelrecht verhasst sind.
