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2012 vs 2022: So hat sich die Interaktivbranche in zehn Jahren verändert
11.04.2022 Zehn Jahre Wandel, 2012 vs 2022, gepackt in zwei Grafiken: Die Visualisierung zeigt auf, wie das Web scheinbar das Gleiche geworden ist - und dennoch komplett anders funktioniert.
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Nun, fast zehn Jahre später, ist es spannend mal nachzusehen: Wird dieses Grundgerüst Baujahr 2012, diese schematische Darstellung überhaupt noch dem Status quo in 2022 gerecht. Klares: Jain.
In 2012 hat sich iBusiness für eine Aufteilung zwischen den Schwerpunktfeldern Content, Commerce und Communication entschieden und dabei differenziert zwischen Marken, Dienstleistern für diese Marken wie etwa Agenturen und Tools, also Lösungen oder Softwares und Produkten, die eine Tätigkeit auf einem dieser Felder unterstützen. An dieser Strukturierung der Landkarte haben wir auch in 2022 nichts geändert, nur bei den Inhalten gab es einige Bewegung; es hat vielleicht keine große Revolution gegeben, die die interaktive Welt auf den Kopf gestellt hat. Aber dennoch: Manches hat sich seit der Analyse vor sieben Jahren geändert, manche Geschäftsfelder, die unter der Oberfläche bereits existierten, haben sich aus dem Ozean an Möglichkeiten erhoben, den die Branche bildet und sind nun regelrecht Kontinente auf der Landkarte geworden. Andere Landstriche dagegen leisten nun Atlantis Gesellschaft oder haben zumindest feuchte Keller: Waren damals in 2012 Couponing-Dienste noch eine namhafte Größe, haben wir heute als Resultat des erkalteten Hypes auf eine separate Leistung verzichtet. Vieles dagegen ist neu hinzugekommen: Das Metaversum, Smart Home oder Künstliche Intelligenz.
Auch war es auf der 2012er-Karte noch deutlich voller, die Zahl der Leistungen und Geschäftsmodelle diverser und bunter.
In 2022 dagegen haben wir zahlreiche Leistungen und Tools zusammengefasst, etwa unter dem Begriff Automation, der zahlreiche Software-Lösungen vereint, die man in einer Systemlandschaft finden kann. Das ist nicht geschehen, damit die Karte lesbarer wird (das ist nur eine angenehme Nebenwirkung), sondern weil der eine Begriff die Realität und ihre Trends besser abbildet als eine vollständige Liste sämtlicher Systeme: Denn der Kurs steht auf Vereinheitlichung, Ganzheitlichkeit, Automatisierung und Integration - das gilt nicht nur für Tool, sondern für die Customer Journey, die Kundendaten und Kundensicht, die Erlebniswelten, die Marken bauen. Auf Seiten der wirklich Erfolgreichen wird praktisch nicht mehr in einzelnen Abteilungen oder Lösungen gedacht, sondern nur noch in ganzheitlichen Ökosystemen. Die deutlichste sichtbare Ausprägung dieses Trends sind die zwei großen neuen Reiche des Metaversums und der Plattformökonomie, die wir 2022 in unsere Karte aufgenommen haben.
Legt man diese beiden Karten in etwas handlicherer Größe nebeneinander, werden die geschilderten Änderungen deutlicher - aber auch die Konstanten zeigen sich klar. Die Branche hat sich nicht auf den Kopf gestellt, es gab keine Kontinentaldrift, die eine neue Welt erschaffen hat, sondern eine Evolution in einigen Gebieten, einhergehend mit viel Konstanz in den meisten Bereichen. Diese Mischung bedeutet aber nicht, dass sich Dienstleister, Marken und Lösungsanbieter ausruhen dürfen - im Gegenteil: Es gibt eine starke Wechselwirkung zwischen einem beharrlichen Fundament an Geschäftsmodellen und einem stetigen Wandel der Technologien, Tools und Ökosysteme. Daraus ergeben sich Trends, die alle Player der Branche berücksichtigen sollten.
Die Nebeneinanderstellung legt eine Reihe von Trends offen, die den weiteren Kurs der Branche auch über 2022 hinaus prägen werden.
