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Mobile World: Schneller, schicker, schärfer für den M-Commerce

29.02.2012 Der neue Mobilfunkstandard LTE ist in aller Munde. Aber auch eine Reihe neuer Tablets und Smartphones machen die Runde auf der diesjährigen Mobile World in Barcelona  . Sie zeichnen sich vor allem aus durch mehr Speed und besseres Display. Sieben Trends, die von der weltgrößten Mobilmesse ausgehen.

 (Bild: Uwe-Jens Kahl Pixelio)
Bild: Uwe-Jens Kahl PIXELIO
In Barcelona läuft die Mobile World über den Laufsteg (Bild: Uwe-Jens Kahl Pixelio)
Bild: Uwe-Jens Kahl PIXELIO
In Barcelona läuft die Mobile World über den Laufsteg
Auf dem Mobile World Congress wird viel über Long Term Evolution gesprochen. Wann sich der neue Mobilfunkstandard LTE flächendeckend durchsetzen wird, ist allerdings noch ungewiss. Allerdings: Anbieter wie O2   wollen in Deutschland schon ab Sommer 2012 LTE anbieten - zunächst in Ballungszentren.

Schon jetzt stehen manche Handyhersteller parat und bieten immer mehr leistungsstärkere Smartphones mit LTE-Funktion. Aber auch in puncto Display und Prozessoren machen die Geräte einen Satz nach vorne. Sieben Trends gehen von Barcelona aus:

1. LTE - das blitzschnelle Mobile Internet

Schon seit geraumer Zeit erwarten Mobilexperten das Mobilfunknetz der vierten Generation. Der als "Internetturbo" bezeichnete UMTS-Nachfolgestandard soll mit Datenübertragungsraten von bis zu 300 MBit pro Sekunde selbst das Festnetz in den Schatten stellen. In Sekundenschnelle können damit Webvideos und große Websites angezeigt werden.

Zwar liegen bereits Preismodelle der Telekommunikationsanbieter vor, aber es geht in Deutschland nur zögerlich voran. In Barcelona kündigte O2   an, ab Juli mit Tarif-Angeboten für Tablets, Surfsticks, Netbooks und Smartphones an den Start gehen zu wollen. Die Netze für den Nachfolger des heutigen schnellen Datenfunks UMTS befinden sich noch im schrittweisen Aufbau. So legt O2 den Fokus 2012 auf den Ausbau sogenannter Highspeed-Areas um Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Dresden, Hannover, Leipzig, Nürnberg sowie dem Rhein-Ruhrgebiet. Bis Ende des Jahres soll das neue Hochgeschwindigkeits-Internet von O2 mit einer Geschwindigkeit bis zu 50 MBit/s in über 200 Städten und Gemeinden genutzt werden können.

Von einer flächendeckenden LTE-Verbreitung kann keine Rede sein. Noch gibt es keine Effekte im Markt. "Es ist deshalb ein Trend, weil wir sie noch nicht haben", bringt Heike Scholz von Mobile Zeitgeist   den Stand der Dinge auf den Punkt.

"Wir brauchen LTE, weil von den Anwendungen und Lösungen her der Wunsch nach Bandbreite und Geschwindigkeit da ist." Mit der 4G-Breitbandverbindung verlaufe es genauso wie im Festnetz: Die Daten entwickeln sich immer großvolumiger, dafür seien "schnelle zuverlässige, breitbandige Anwendungen notwendig." Wurde in Zeiten der Volumentarife noch versucht, das Datenübertragungsvolumen gering zu halten, sei dies heute etwa bei den Streamingvideos nicht mehr möglich. Am weitesten fortgeschritten sind zur Zeit noch die asiatischen 4G-Vorreiter wie Südkorea, auch in den USA gehe der Roll-out voran.



Smartphones mit LTE sind ebenfalls noch relativ rar. In Deutschland kursiert gerade mal ein LTE-fähiges Smartphone - das Velocity 3D von HTC  . Einige weitere sind in Barcelona zu sehen. Noch klagen Besitzer von LTE-Handys über schnell verbrauchte Akkus. Hier wird sich einiges tun, ist Scholz überzeugt, "denn eine Alternative zum LTE-Ausbau und den entsprechend leistungsfähigen Handys" gibt es nicht.

2. Nichts Neues beim mobilen Bezahlen mit NFC-Technologie

Eigentlich ist es ja ein Untrend. Denn exakt ein Jahr nach dem großen Hype um die Funktechnik NFC ist wenig von der Begeisterung übrig geblieben. Damals stand NFC in Barcelona überall im Rampenlicht, das Handy-Portemonnaie schien in greifbare Nähe gerückt. Inzwischen ist die Begeisterung einer gewissen Indifferenz gewichen: Immer noch sind erst wenige NFC-taugliche Smartphones auf dem Markt, die mobilen Bezahldienste gibt es höchstens im Mini-Format, Berichte über Sicherheitslücken schaffen weitere Probleme.

Nach vielen Ankündigungen und einigen verheißungsvollen Initiativen ist kein entscheidender Fortschritt in Sicht.
Heike Scholz macht die Marktakteure dafür verantwortlich: Es gebe "verschachtelte und verkrustete Strukturen, die es schier unmöglich machen, einen Konsens zu finden". Wenn man betrachte "was bisher zwischen Banken, Konsortien und Telkos gelaufen ist", sei klar, warum der jeweils andere befürchte, seine Kunden an den jeweils anderen zu verlieren. Das ergebe ein regelrechtes "Gerangel".

Hinzu kommt, dass es sich nach Ansicht von Scholz bei Mobile Payment um die Lösung eines Problems handelt, das "gar nicht existiert". Denn der deutsche Konsument bleibe auch künftig "bargeldverliebt". Insgesamt ein zu heterogener Markt, in dem "zu viele Köche mitmischen" und nach wie vor technologische Fragezeichen bestehen, wie denn Mobile Payment über NFC funktioniert.

Und es geht weiter im Gerangel: Schon schielen die Banken verängstigt in Richtung Apple   und Google  , die hier nun ins Vakuum vorpreschen könnten, so befürchten sie. Doch dass von den beiden Unternehmen ein neuer Vorstoß kommen könnte, hält Scholz für unwahrscheinlich. Sie verweist eher auf den Versandhändler Amazon  , der "schon heute sein Paymentsystem für andere Händler anbietet." Und dies in Deutschland mit überschaubarem Erfolg. Ähnlich übrigens wie Facebook, dessen Credits auch kaum vorankommen.

Hans-Jürgen Even, TWT Interactive GmbH (Bild: TWT)
Bild: TWT
Hans-Jürgen Even, TWT Interactive GmbH



3. Usability und Responsive Design

Im Jahr 2012 wird die mobile Optimierung von Webauftritten relevanter denn je: Desktop-PC, Laptop, Tablet, Smartphone - "die Vielfalt an Endgeräten, auf denen Webseiten abgerufen werden, nimmt zu", sagt Hand-J. Even , Geschäftsführer von TWT Interactive GmbH   . Größere und besser visualisierte Displays mit Streaming-Technologien, sodass der Nutzer immer und überall die Entertainment-Angebote beispielsweise in Form von Webvideos wahrnehmen kann und die Online-Auftritte leser- und nutzerfreundlich dargestellt sind. Wichtig nicht zuletzt beim mobilen Shoppen, wenn "kundenfreundliche Navigation zu den gewünschten Produkten und dem Warenkorb" führt. "Umso eher schließt der Kunde den gesamten Kaufprozess ab", weiß Even.

Daher ist klar: Die Bildschirme werden größer und die Auflösungen höher. So hat der Touchscreen des Samsung Galaxy Note bereits jetzt eine Bildschirmdiagonale von 13,44 cm. Die Grenze zwischen Tablets und Smartphones wird weiter verschwimmen, so die Tendenz.

Das ist die eine Entwicklung, die auf der Mobile World in puncto Display sichtbar wird. Die andere Entwicklung ist, dass es in unserer Umgebung immer mehr Displays geben wird, prognostiziert Heike Scholz. Beispielsweise Displays, die in ganz anderen Geräten wie in Spiegeln oder Brillen   integriert sein werden und natürlich immer auch internetfähig sind. Denkbar werden auch für bestimmte Berufsgruppen wie Handwerker, die ihre Hände frei haben müssen, Brillen die Displays auf die Netzhaut projizieren. "Wir stehen vor großen Entwicklungen, die von technologischen Dingen abhängig sind," glaubt Heike Scholz.

Bedienkonzepte: Gestensteuerung auf allen Devices
Für die Gestensteuerung als Bedienkonzept sieht die Mobile-Expertin Scholz ein Riesenpotenzial und dies nicht nur für Smartphones, sondern auch für TV. Am Stand von NTT DoCoMo   war die Augensteuerung eines Kopfhörers zu sehen. Ein Mitarbeiter bewegt nur seine Augen und steuert damit die Wiedergabe von Musik. Abgegriffen werden die elektrischen Gehirnimpulse. Das Verfahren funktioniert nach Herstellerangaben auch bei geschlossenen Augen und - im Gegensatz zu kamerabasierten Ansätzen in kompletter Finsternis. Verschiedene Augenbewegungen können miteinander kombiniert werden, um die Befehlsvielfalt zu vergrößern.

Was die jeweiligen Smartphone-Hersteller zu bieten haben:
  • LG präsentiert mit dem Optimus LTE ein Smartphone mit LTE, zudem bringen die Südkoreaner eine neue Designlinie - die L-Style-Smartphones. So beispielsweise das L3 mit einem 3,2-Zoll-Display, weitere Geräte verfügen über Android 4.0. Zudem stellen sie ihr zweites 3D-Smartphone vor - das Optimus 3D Max. Der Optimus VU verfügt über ein 5-Zoll-Display und soll die Darstellung von Dokumenten und Webseiten optimieren.
  • Sony erweitert sein Xperia S um die die Versionen U und P und zeigt sich mit seinem Vorgänger verwandt in Technik und Design.
  • Mit Schnelligkeit punktet One X aus dem Hause HTC. Im Gehäuse sind 1 Gigayte RAM und 32 Gigayte Speicher verbaut. Als Prozessor fungiert der Quad-Core-Prozessor Tegra 3. Das Gerät verfügt über ein 4,7 Zoll LCD-Display. Aus der One-Reihe gibt es auch die Version V mit einem Ein-Gigahertz-Prozessor und 3,7-Zoll-Display. Mit dem Velocity 4G bietet HTC erstmals ein Handy für Deutschland, das LTE-kompatibel ist.
  • Als Einsteiger im europäischen Smartphone-Markt bringt Panasonic das Smartphone Eluga heraus, mit einem 4,3-Zoll-Display und einer 8-Megapixel-Kamera.
  • Keinen Nachfolger für das Erfolgsmodell Galaxy S2, dafür Galaxy Beam mit integriertem Projektor bietet Samsung. Es kann ein Bild mit einer Diagonale von 50 Zoll (127 cm) an die Wand werfen. Eine zusätzliche Version des Galaxy Note lässt die Grenzen zwischen Tablets und Smartphones verschwimmen (10-Zoll-Display)
  • Der finnische Hersteller Nokia   stellt das neue Pure View 808 vor mit einer 41-Megapixel-Kamera vor. Hinzu kommen die Lowend-Modelle Asha 202 und 203, sowie das sogenannte Business-Handy für die Schwellenländer: Nokia Asha 302. Zudem das Lumia 610 mit Windows Phone 7 und das Lumia 900 als LTE-Smartphone.


4. Tablets als Lean-back-Device

Zelebrierte im vergangenen Jahr noch die Branche den Hype um das Tablet, ist nun klarer geworden, dass es seinen Platz als Begleitergerät einnehmen wird und vorwiegend im Haushalt den PC ablösen wird. Hier wird es auch weiter seinen Platz als Lean-back-Device haben, auf dem sich beispielsweise Ware bequem angucken und bestellen lässt. Doch die Verbreitung des Smartphones wird es nicht erreichen, weil es andere Nutzungsszenarien hat. Auch wenn eine aktuelle Studie von D21 prognostiziert, dass bald jeder zehnte Deutsche ein Tablet sein eigen nennt.

 (Bild: Statista)
Bild: Statista



Das neue Samsung   Tablet Galaxy Note 10.1 sorgt in Barcelona immerhin für reichlich Aufsehen. Es handelt sich um eine Mischung aus dem Tablet-PC Galaxy Tab 10.1N und dem XXL-Smartphone Galaxy Note. Design und Technik entstammen dem Tablet, vom Smartphone kommt die Stifttechnologie. Herausgekommen ist ein 10-Zoll-Tablet mit Touchscreen und Stift. Dieser soll laut Herstellerangaben aufgrund von zusätzlichen Druckstufen sensibler auf Eingaben reagieren als das Vorgängermodell. Am wichtigsten bei der Samsung-Neuheit ist die sogenannte S-Note-App, die verschiedene Hilfsfunktionen integriert. So ist es möglich, etwa Zeichnungen zu begradigen und mathematische Formeln zu erkennen.

5. Das Smartphone wird zum Werbeträger und Shopping-Medium

In Barcelona deutlich zu sehen war der Drang von Werbe- und Commerce-Dienstleistern in den Mobilmarkt. Hier entstehen Lösungen und Geschäftsmodelle, die weitab sind von den SMS-getriebenen Dumbphones der vergangenen Jahre. Mobile-Spezialistin Scholz hält das Thema M-Commerce für "extrem wichtig" und erklärt es zu einem der Haupttrends des laufenden Jahres. Sie spricht auf Deutschland bezogen von einem "fortgeschrittenen Anfang". Eine ganze Reihe von Unternehmen hätte ihre Onlineshops mobil gemacht und damit erste Gehversuche gestartet. "Sie wollen dem Nutzer dort, wo er sich gerade befindet, nicht im Wege stehen und den Umsatz auch mitnehmen", nennt Scholz den Treiber. Denn die Unternehmen wissen, dass auch die Bereitschaft der Konsumenten, die bereit sind mobil zu kaufen, steigt. "Immerhin macht der Versandhändler Ebay   bereits Milliardenumsätze über Mobile", sagt Scholz.

All das, "was wir jetzt im stationären Handel machen, wird sich auf mobile Endgeräte verlagern", hofft die Frau von Mobile Zeitgeist. Virtuelle Stores werden zunehmen, sodass andere Dinge wie Plakate oder Kataloge zu Geschäften werden, ganz ohne Ladenfläche. "Hier stehen nicht mehr nur digitale Waren wie Klingeltöne zum Verkauf, sondern immer stärker auch physische Güter", prognostiziert sie.

Aktuelle Prognosen für den MCommerce-Umsatz beziffern das Wachstum bis 2016 auf 31 Milliarden Dollar. Aktuell nutzen bereits rund 50 Prozent der Smartphone-Besitzer die Möglichkeit zum mobilen Shoppen, bestätigt auch der TWT-Chef Hans-Jürgen Even.

Jascha Samadi, Apprupt GmbH



Location Based Advertising (LBA)
Im Zuge des weiteren Roll-out des M-Commerce gewinnt auch die "ortsbasierte Werbung im mobilen Internet durch verbesserte Targetingmethoden und unzählige neue ortsbezogene Services weiterhin an Bedeutung", ist Jascha Samadi , Geschäftsführer & Gründer, Apprupt GmbH   sicher.

Mobile Retargeting
Das Wiedererkennen von mobilen Nutzern und die bedarfsgerechte und interessenspezifische Auslieferung von Werbung werde durch "neue Retargeting-Technologien im Markt einen großen Sprung machen", glaubt Samadi. Was Online bereits seit Jahren funktioniert und immens steigende Conversion Rates verspricht, werde auch Mobile 2012 den Durchbruch schaffen - "vorausgesetzt, es werden endlich einheitliche, technologische Standards entwickelt", erklärt Samadi.

Mobile Apps
Die App werde als "wichtigstes mobiles Produkt" auch weiterhin "essenziell den Markt prägen", sagt der Mann von Apprupt voraus. Eine "Smartphone-Sättigung" kann Samadi in Deutschland langfristig nicht erkennen. Daher werde die App auch weiterhin in vielfältiger Form eingesetzt: "Ob als nützliches Helferprogramm oder Entertainment-Feature aus Nutzersicht; als Branding-Werbemaßnahme zur Kundenbindung oder gar als direkter Vertriebskanal zur Umsatzgenerierung aus Unternehmenssicht."

Benedikt Hanswille, 12snap



Mobile Search gewinnt an Bedeutung
Statt primär auf Apps für Android und iOS zu setzen, empfiehlt Benedikt Hanswille von 12snap    Marken und Unternehmen, auch eine mobile Seite zu entwickeln, da seit Jahren die Zugriffe auf die Suchmaschinen "massiv zunehmen". Bereits 98.3 Prozent der mobilen User nutzen Google als Suchmaschine, so die StatCounter Global Stats  .
Interessant sei hierbei der Einsatzort von mobilen Geräten. "Bereits heute erfolgt die mobile Suche zu fast 80 Prozent von zuhause aus", erklärt Anke Reuter-Zehelein , Head of Marketing & Communication der Zieltraffic AG   . Google mache es vor: Um den mobilen Informationssuchenden gerecht zu werden, lieferten sie Suchvorschläge auf Smartphone oder Tablet und reduzieren die ausgelieferte Antwortseite erheblich. "Dies ist sicher einer der wichtigsten Gründe warum mobile Surfer Google bevorzugen, denn Usability hat in der mobilen Nutzung des Internets einen hohen Stellenwert", ist Zehelein überzeugt. Portale mit Suchfunktionen hingegen würden durch den zunehmenden mobilen Internetzugriff an Bedeutung verlieren.

Unternehmen müssen dafür sorgen, "dass die Suchmaschinen ihre Auftritte in den Index als mobile Seite aufnehmen", sagt Hanswille. Sie sollten dafür sorgen, dass es auch möglich ist, "sofort auf Unterseiten mit dem Mobiltelefon einzusteigen". Zusätzlich sei zu überlegen, so Hanswille, "ob Adwords-Strategien und Investitionen nicht auch auf den mobilen Kanal auszuweiten sind."

6. Verschmelzung von stationärer und mobiler Welt

Eine weitere Runde in der Verschmelzung der stationären mit der mobilen Welt sieht Creative Technology Director Hanswille in der Vorstellung von Windows 8   und OS X Mountain Lion  . Beide Plattformen machten es den Konsumenten noch einfacher, auf dieselben Informationen am PC /Laptop und am Smartphone und Tablet-PC zuzugreifen, so der Mann von 12snap. "Dies fängt bei der Vereinheitlichung der Benutzeroberflächen und der Bedienung der verschiedenen Programme an und endet bei der Synchronisierung der Daten über die Cloud (SkyDrive, iCloud). Hier werden Anwendungsentwickler, aber auch Marken neue Wege gehen und auch finden müssen", so Hanswille, "um den Kunden bei der Nutzung den Übergang von dem einen auf das andere Gerät zu erleichtern."

7. Open-Web-Geräte werden die Einführung von HTML5 beschleunigen

In einer gemeinsamen Pressekonferenz auf dem Mobile World Congress gab Mozilla   gemeinsam mit Telefónica   Pläne bekannt, in diesem Jahr die wirklich ersten Open-Web-Geräte auszuliefern. Diese Geräte werden nach Angaben von Mozilla komplett auf Web-Technologie aufbauen und basieren auf einem HTML5-Stack mit leistungsfähigen Web APIs. Das führe zu "bedeutenden Verbesserungen hinsichtlich der Schnelligkeit und zu einer Preisreduzierung für mobile Geräte in der Zukunft", heißt es von Seiten Mozillas. Zu den weiteren Unterstützern gehören Adobe   und Qualcomm  , die damit die Einführung von HTML5 als wachstumsfähige Option für die Mobilfunkindustrie vorantreiben wollen. Auch die Innovation Labs der Deutschen Telekom    sind mit im Boot. Im Rahmen des Mozilla Boot-to-Gecko-Projekts   stellen sie Entwicklerkapazitäten zur Verfügung.



Nokia fokussiert sich auf Megapixel


Und was ist mit Nokia  ? Wurde noch im vergangenen Jahr das Zusammengehen der Finnen mit Microsoft wohlwollend als möglicher Aufbruch in rosige Smartphone-Zeiten mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht, so ist das neue Pure View 808 - anders als das Lumia 800 - nicht einmal mit Windows Phone 7 als Betriebssystem ausgestattet. Es verfügt über die neueste Symbian-Software - Symbian Belle. Und kommt eher als Megapixel-Schleuder daher, denn mit 41 Megapixel übertrifft es die sonst übliche Auflösung bei Smartphones um das Fünffache. Und sonst? Der finnische Handyhersteller hat sich vor allem auf preisgünstige Modelle (Asha 202 und 203, 302) kapriziert, die Touchscreens, bunte Farben und Nokias Serie-40-Betriebssystem haben. Auch eine spezielle Software für Entwicklungsländer ist vorinstalliert. Sie enthält Apps mit Ernährungstipps, Ackerbau, Sprachen und Schulen. Ob nun das Nokia Asha 302, das vom Hersteller als eine "Smartphone-artige Erfahrung" bezeichnet wird, der Ruck ist, der durch Nokia gegangen ist, sei dahingestellt. Von Begeisterung über die neuen Modelle aber jedenfalls keine Spur. Bleibt weiter zu hoffen, dass eine großer Wurf gelingt. Denn: "Wir brauchen Nokia für den Wettbewerb", wie Heike Scholz beteuert.

Naja, wenigstens Mitleid hat man für den einstigen Marktführer übrig. Aber das hat Apple ja auch schon einmal den Hals gerettet.
Thema: Mobile World: Schneller, schicker, schärfer für den M-Commerce

Kommentar von Markus Howest

Nach dem Hype kommt die Beweisphase

Vieles was noch im vergangenen Jahr hoch umjubelt war, hat sich nun in eine neue Phase der Konsolidierung begeben. Das zeigt sich bei den Tablets ebenso wie bei NFC, unumstritten ist, dass der M-Commerce blüht.

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Markus Howest (Edelfedern.de)
Bild: Edelfedern.de
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