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11 Mobile-Trends 2014: Responsive Marketing, native Werbung & Crosschannel

21.11.2013 Wer jetzt noch nicht in eine Mobile-Strategie investiert hat, dürfte 2014 in Zugzwang kommen, denn das Medium entwächst den Kinderschuhen. Elf Trends zeigen Händlern, Interaktivagenturen und Werbern schon jetzt, was im kommenden Jahr die Bereiche Mobile Commerce, Mobile Marketing und Mobile Advertising bestimmen wird.

 (Bild: Vernon Chan, Flickr)
Bild: Vernon Chan, Flickr
Bild: Vernon Chan, Flickr unter Creative Commons Lizenz by
M-Commerce macht Shoppen überall  und zu jeder Zeit möglich (Bild: Vernon Chan, Flickr)
Bild: Vernon Chan, Flickr
Bild: Vernon Chan, Flickr unter Creative Commons Lizenz by
M-Commerce macht Shoppen überall und zu jeder Zeit möglich

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Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
2014 wird das Jahr, in dem sich mobiles Marketing, M-Commerce und Mobile Advertising endgültig etablieren. Der Markt wächst aus den Kinderschuhen heraus. Wer jetzt noch keine mobile Strategie verfolgt, wird in den kommenden Monaten in Zugzwang stehen, damit zu starten. Wer dagegen bereits mobil sichtbar ist, wird seine Aktivitäten verfeinern, verbessern und vorantreiben.

Entsprechend werden Werbungtreibende und Mediaagenturen Mobile Advertising vorantreiben und es werden sich immer mehr Formate herauskristallisieren, die zu Smartphone und Tablet passen und vom Nutzer angenommen werden. Mobile Marketing wird nicht mehr länger isoliert stehen, sondern als wichtiger Teil in die Gesamtstrategie integriert werden. Und Mobile Commerce ist nicht mehr länger Kür, sondern Pflicht für alle Onlinehändler. Aber darüber hinaus sollten auch Crosschannel- und stationäre Händler sowie Vertriebler die Entwicklungen am Mobile-Markt im Auge behalten.

Elf Trends zeigen, wie sich Händler, Interaktivagenturen und Werbungtreibende schon jetzt auf 2014 vorbereiten können, um vom Mobile Commerce, Mobile Marketing und Mobile Advertising maximal profitieren zu können.

11 Trends, die 2014 M-Commerce, mobiles Marketing und Mobile Advertising bestimmen werden

1. Die mobile Strategie wird überlebenswichtig

Kategorie: Mobile Commerce
Betrifft: Shopbetreiber, Interaktivagenturen, Webdesigner

Onlineshops, die jetzt noch keinen Mobile Shop anbieten, werden im diesjährigen Weihnachtsgeschäft alt aussehen. Denn laut einer Prognose von Adobe   sollen im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft in Deutschland mehr als 10 Prozent der Onlinekäufe über mobile Geräte erfolgen. Wer also jetzt noch keinen mobil optimierten Shop hat, wird spätestens im Dezember merken, dass dies vom Nice-to-Have zur überlebenswichtigen Strategie geworden ist.

Gunnar Klauberg, Adobe (Bild: Gunnar Klauberg)
Bild: Gunnar Klauberg
Gunnar Klauberg, Adobe

Dabei ist eine Endgeräte-übergreifende Optimierung des Shops unerlässlich. "Zwar wird mit Tablets derzeit im Vergleich zu Smartphones drei- bis fünfmal so oft online eingekauft", gibt Gunnar Klauberg, Product Marketing Manager bei Adobe zu bedenken. "Die höhere Dynamik kommt allerdings von Smartphones, deshalb sollten Einzelhändler Smartphones und Tablets in ihrer Strategie berücksichtigen." Für die konkrete Umsetzung empfiehlt sich im ersten Schritt eine Webseite im Responsive Design, die sich automatisch an den Bildschirm des Nutzers anpasst. Eine mobile spezielle mobile Seite ist dann empfehlenswert, wenn unterschiedliche Navigationsstrukturen oder Klickpfade gewünscht sind.

2. Es kommt zu einer Kanalverschiebung von Desktop- zu Tablet-Shopping

Ufuk Avci, Leo Burnett (Bild: Ufuk Avci)
Bild: Ufuk Avci
Ufuk Avci, Leo Burnett

Kategorie: Mobile Commerce
Betrifft: Shopbetreiber, Interaktivagenturen

Der Verkauf von Tablet-PCs boomt: Den Prognosen von IDC   zufolge werden in diesem Jahr weltweit 227 Millionen Tablets abgesetzt werden. 2017 sollen es bereits 406,8 Millionen sein. Das sei vor allem der "hohen Verbreitung von Android-Tablets und in den Markt drängenden Herstellern mit leistungsfähigen und günstigen Tablets unter 150 Euro" zu verdanken, konstatiert Ufuk Avci, Senior Experience Strategist der Werbeagentur Leo Burnett  . Aus diesem Grund werde "die Kanalverschiebung des Online-Shoppings von PC auf Tablets in 2014 verstärkt zunehmen." Das wiederum beflügelt den M-Commerce weiter.

Daniel Stanitzek, Ich-bin-Berater.de (Bild: Daniel Stanitzek)
Bild: Daniel Stanitzek
Daniel Stanitzek, Ich-bin-Berater.de

3. Stationäre Händler locken mit mobilen Zusatzservices

Kategorie: Crosschannel
Betrifft: Stationäre und Crosschannel-Händler, Interaktivagenturen

Mobile Strategien werden 2014 immer mehr in das Marketing stationärer Geschäfte einbezogen, denn hier bieten sie die Möglichkeit, das Einkaufserlebnis der Kunden aufzuwerten. "Location Based Marketing, Einkaufs-App und Bezahlen in der App" lauten die Stichworte, die Daniel Stanitzek, ECommerce-, Marketing- und Vertriebs-Berater   nennt. "So kann der Einzelhändler gegenüber dem Onlinebewerber punkten."

Dijana Hodzic, Crossvertise (Bild: Dijana Hodzic)
Bild: Dijana Hodzic
Dijana Hodzic, Crossvertise

Dijana Hodzic von Crossvertise   weitet das stationäre Mobile Marketing auf Restaurants, Cafés und mehr aus, die Kunden durch Location Based Advertising anlocken: "Durch einen in die Werbung integrierten Gutscheincode existiert die Möglichkeit, Mobile Advertisment mit Performance-Marketing zu kombinieren und messbare Resultate zu erzielen."

4. Mobile Endgeräte unterstützen das Verkaufspersonal am POS

Kategorie: Crosschannel
Betrifft: Stationäre und Crosschannel-Händler, Interaktivagenturen

Die Möglichkeiten der mobilen Geräte im Verkaufsprozess beschränken sich nicht auf die Ansprache der Nutzer, auch Händler können sich das Potenzial vor Ort zunutze machen: und zwar mit mobilen Verkaufshelfern. Zwar setzen heute schon vereinzelt Retailer Tablets zur Kundenberatung ein, dies werde aber stark zunehmen und in 2014 vermehrt von den USA nach Europa und Deutschland herüberschwappen. "Kunden kommen heute oft bestens informiert in die Läden, und mithilfe der Tablets können die Mitarbeiter auf Augenhöhe beraten", sagt Gunnar Klauberg. "Das ist ein Weg, der Konkurrenz aus dem Internet etwas werthaltiges, nämlich Service, entgegenzusetzen." Hier können die Verkäufer Produktspezifikationen, Anwendungstipps, Videos, Kundenstimmen und Testberichte abrufen.

5. Crossmedia-Kampagnen zwischen TV und Web setzen sich durch

Kategorie: Crosschannel
Betrifft: Werbungtreibende, Mediaagenturen, Markenartikler, Onlinehändler, Interaktivagenturen

Hans-Jürgen Even, TWT (Bild: TWT)
Bild: TWT
Hans-Jürgen Even, TWT

Second Screen - oder auch Multi Screen - wird sich im Werbemarkt etablieren. "Werbekampagnen, die Entertainment und Mehrwert für den Nutzer vereinen, werden 2014 verstärkt in die Werbeplanung aufgenommen", konstatiert Hans J. Even, Geschäftsführer von TWT Interactive   . Dadurch kommt es zur Gleichschaltung von TV, Desktop- und Mobile-Ads. Und daher auf der einen Seite zu mehr Interaktivität, auf der anderen Seite wird die TV-Werbung besser messbar.

TV- und Online- und Mobile-Werbung werden immer häufiger gemeinsam vermarktet werden, weil Markenartikler vermehrt Multichannel-Werbung buchen möchten. Dabei wird sich Second Screen aber in erster Linie in sozialen Netzwerken abspielen - statt in speziellen Apps (iBusiness: Wie Second Screen zum Werbeerfolg wird). Hier hat Facebook die Nase vorn, vor Twitter und Internetforen.

6. Aus Marketing wird Responsive Marketing

Joachim Bader, Sapient Nitro (Bild: Joachim Bader)
Bild: Joachim Bader
Joachim Bader, Sapient Nitro

Kategorie: Mobile Marketing
Betrifft: Werbeagenturen, Interaktivagenturen, Markenartikler

Responsive Marketing ist ein neues Buzzword, das als logische Konsequenz geboren wurde aus der steigenden Zahl an Medien, die in die Marketing- und Werbestrategie einbezogen werden sollten. In Anlehnung an Responsive Design macht Responsive Marketing vor allem deutlich, wie wichtig es ist, Mobile Marketing in die Gesamtstrategie zu integrieren. "Mobile Marketing als Einzelmaßnahme wird in 2014 verschwinden", glaubt auch Joachim Bader, Vice President von Sapient Nitro  . "Marken und Agenturen müssen deshalb in Gesamtkampagnen denken, bei denen Mobile Teil des Storytellings ist und nicht nur ein technischer Kanal."

Dirk Kraus, YOC

Einige Marketingexperten gehen sogar noch einen Schritt weiter: "Bei ECommerce-Projekten ist der Mobile-First-Ansatz empfehlenswert", rät Dirk Kraus , Vorstand vom Anbieter für mobile Werbung YOC  . Auch TWT-Chef Even erkennt für Crossmedia-Strategien den Trend Mobile First. Mobile werde zur obersten Priorität. Erst wenn die Ideen für die digitalen und mobilen Kanäle stimmig seien, werden die Offlinekanäle kreiert.

7. Mobile Werbung wird noch persönlicher

Kategorie: Mobile Marketing/Mobile Advertising
Betrifft: Interaktivagenturen

Stefan von Lieven, Artegic

Die Werbung wird in Zukunft noch konkreter auf die Persönlichkeit des Nutzers, das Endgerät und die Situation zugeschnitten, in der sich der Nutzer beim Lesen der Informationen oder beim Surfen befindet. So verliert digitale Werbung, die auf allen Kanälen gleich aussieht, ihre Bedeutung, erläutert Stefan Gerstmeier, COO vom Anbieter für mobile Lösungen Neofonie Mobile   . Der Rechner werde vornehmlich als Arbeitsgerät gewählt, während Smartphones für soziale Netzwerke, Teilen von Fotos und die lokale Informationsbeschaffung genutzt werden und Tablets beispielsweise als Entertainer gelten. "Die mobile Werbung wird diesem pluralen Nutzungstrend zunehmend gerecht werden, indem die jeweiligen gerätespezifischen Möglichkeiten ausgenutzt werden, sowohl technisch als auch in der Kreation", sagt er. Dabei werde sich die mobile Werbung mehr und mehr in den mobilen Content integrieren.

Stefan Gerstmeier, Neofonie (Bild: Stefan Gerstmeier)
Bild: Stefan Gerstmeier
Stefan Gerstmeier, Neofonie

Auch im EMail-Marketing wird sich die Individualisierung bemerkbar machen. Das Anpassen von Inhalten an die technischen Anforderungen von Endgeräten wie die Displaygröße ist dabei nur der erste Schritt. "Wirklich effizientes Mobile Marketing geht weiter und stellt, abhängig von Endgerät und Nutzungskontext, jeweils unterschiedliche Inhalte dar", beschreibt Stefan von Lieven, CEO von der Internetagentur Artegic  . Zum Beispiel würde der Inhalt einer durch einen Kauf am POS ausgelösten Transaktionsmail, wenn sie mobil im Geschäft geöffnet wird, andere Inhalte aufweisen, als später auf dem heimischen PC.

Als dritte Komponente wird das Aufkommen mobiler Demand-Side-Plattfomen (DSP) die Chance bieten, den Nutzer mobil individueller anzusprechen. Florian Lutz, Mitgründer und Head of Sales vom App-Marketing-Anbieter Trademob  , ist sich sicher: " Real-Time-Bidding wird einen Paradigmenshift im Mobile Advertising einleiten."

8. Mobile Advertising wird Rich

Florian Lutz, Trademob (Bild: Trademob)
Bild: Trademob
Florian Lutz, Trademob

Kategorie: Mobile Advertising
Betrifft: Werbungtreibende, Mediaagenturen, Interaktivagenturen

"Generell geht der Trend im Bereich Mobile stark in Richtung Richmedia, also großflächiger und interaktiver Werbeformate", beschreibt Markus Frank von Microsoft Advertising  . Gerade auf Interaktionsmöglichkeiten in mobiler Werbung sollten Werbungtreibende 2014 setzen. Schließlich entwickeln Nutzer mehr Vertrauen zu einer Marke, wenn sie selbst mit ihr interaktiv in Kontakt kommen. "Am besten funktioniert dies, wenn sich der Nutzer selbst dazu entscheidet, zu interagieren und für diese Erfahrung mit spannender Werbung belohnt wird."

Markus Frank, Microsoft


9. Native Werbung setzt sich im Mobile Advertising durch

Kategorie: Mobile Advertising
Betrifft: Content-Manager, Werbeagenturen, Mediaagenturen, Werbungtreibende

In den USA ist Native Advertising, also Werbung auf Webseiten, die redaktionellen Inhalten ähnelt, bereits der Renner. Gesponserte Beiträge bei Facebook oder Twitter sind ein Zeugnis dafür. Zwar wird kritisiert, dass dadurch die Grenzen zwischen Redaktion und Werbung verschwimmen. Doch ein Vorteil ist, dass Websitebetreiber so auf aufdringliche Bannerwerbung verzichten und die Plattform ausschließlich über gesponserte Beiträge finanzieren können. Auch hierzulande werden Werbungtreibende 2014 das Tool für sich entdecken - gerade im Bereich Mobile Advertising, wie Ufuk Avci beschreibt: "Diese neue Werbeform ist besonders für kleine Displaygrößen gut geeignet, da sie auf klassische Bannerformate und Overlays verzichtet und stattdessen Werbeinhalte geschickt in den redaktionellen Teil integriert."

10. Mobile Endgeräte ersetzen Firmen-Notebooks und Broschüren

Kategorie: Mobile Intranet
Betrifft: Sämtliche Unternehmen, Interaktivagenturen, IT-Dienstleister

Auch 2014 werden immer mehr Laptops und Broschüren aus dem Alltag von Vertrieblern und anderen Arbeitnehmern verschwinden. Firmeninterne Apps für Tablets werden den Kunden bei der Auswahl des Produktes unterstützen und dem Berater Musterkoffer, Kataloge, Preislisten und Notebook ersetzen. "Das wird ein völlig neues Beratungs- und Einkaufserlebnis durch Zusatzmedien wie Bilder, Videos, Augmented Reality und mehr erschaffen", sagt Daniel Stanitzek. "Mit direkter Prozessanbindung an die Anfrage- und Bestellfunktion oder Produktion des Unternehmens, versteht sich." Eine Herausforderung für die Unternehmen ist dabei neben dem Einrichten eines komplexen Intranets und den notwendigen Big-Data-Prozessen die sichere Datenübermittlung.

11. RESS löst Responsive Design ab

Kategorie: Technologietrend
Betrifft: Webdesigner, Interaktivagenturen

Responsive Design ist der erste Schritt für Unternehmen zum mobilen Webauftritt. Aber auch hiermit ist die barrierefreie Darstellung auf verschiedenen Endgeräten nicht immer optimal. Deshalb werden im Laufe des Jahres 2014 die ersten Webdesigner einen Schritt weiter gehen: "Als Kerntechnologie der Zukunft wird sich immer stärker RESS durchsetzen", konstatiert Joachim Bader. RESS verbindet die Vorteile von Responsive Design mit einer serverseitigen Browser-Erkennung. Dadurch werden die Website-Elemente - je nach System und CMS - noch besser an den jeweiligen Browser und damit an das Endgerät angepasst, als es beim Responsive Design der Fall ist.
Thema: 11 Mobile-Trends 2014: Responsive Marketing, native Werbung & Crosschannel

Kommentar von Verena Gründel

Mobile darf nicht im Silo-Denken ertrinken

Mobil ist unverzichtbar. Kein Wunder also, dass viele Unternehmen übereifrig und semi-überlegt eine isolierte Mobile-Lösung an den Start bringen.

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Verena Gründel, iBusiness (Privat)
Bild: Privat
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