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E-Commerce: Ossis sind keine regelmäßigen Online-Shopper
14.09.2006 (iBusiness) Ostdeutsche Verbraucher gehen kaum regelmäßig in Online-Shops einkaufen. Neun von zehn regelmäßigen Internet-Konsumenten kommen aus dem Westen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie.
Obwohl rund 20 Prozent der deutschen Bevölkerung in den neuen Bundesländern lebt, sind laut Novomind weniger als ein Zehntel der ostdeutschen Verbraucher regelmäßige Internet-Shopper. Überraschend: Sogar in der Hauptstadt Region Berlin-Brandenburg liegt der Anteil der befragten Online-Nutzer, die mindestens einmal im Monat im Internet einkaufen, bei maximal vier Prozent. In Westdeutschland bestellen durchschnittlich zehn bis fünfzehn Prozent der Verbraucher regelmäßig Waren und Dienstleistungen im Internet.
Eine denkbare Erklärung für geographische Differenzen in der Internetnutzung könnte laut Novomind die unterschiedliche Verbreitung von Breitbandanschlüssen sein. Die Verfügbarkeit dieser schnellen Verbindungsart hat auch großen Einfluss auf die Nutzung von Online-Angeboten. Kunden mit schnellen und stabilen Zugängen tätigen wesentlich häufiger Online-Einkäufe. Nach Angaben des statistischen Bundesamts sind in Deutschland rund 23 Prozent der privaten Haushalte mit einem Breitbandanschluss ausgestattet. Damit liegt die Bundesrepublik zwei Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Weite Bereiche in den neuen Bundesländern und in ländlichen Räumen sind mit Breitbandzugängen tendenziell unterversorgt. Hier schlummern laut den Analysten noch große Reserven von potenziellen ECommerce-Kunden.
Neben den geographischen Unterschieden bestehen laut Studie auch zwischen den Geschlechtern deutliche Unterschiede im Einkaufsverhalten. In der Gruppe der regelmäßigen Online-Shopper dominieren mit einem Anteil von 46 Prozent die Männer. Bei den Gelegenheits-Shoppern, die weniger als alle zwei Monate ECommerce-Angebote in Anspruch nehmen, haben dagegen die Frauen mit 19 Prozent die Nase vorn. Der Männeranteil kommt hier nur auf zehn Prozent.
Große Abweichungen zeigen sich laut Novomind auch bei den verschiedenen Altersstufen. Die höchste Affinität zum Online-Shoppen haben die 31 bis 40-jährigen und die 51 bis 60-jährigen. Jeweils 84 Prozent der Internetanwender aus diesen Altersgruppen kaufen mindestens einmal im Monat elektronisch ein. Mit 76 Prozent liegen die über 60-jährigen nur knapp dahinter. Die 14 bis 20-jährigen beziehen hingegen nur vereinzelt Waren und Dienstleistungen aus dem Netz. 17 Prozent kaufen etwa alle drei Monate im Internet ein. In der Gruppe der 41 bis 50-jährigen verzichten sechs Prozent der Befragten vollständig auf das Online-Shopping.
Insgesamt kaufen laut Novomind inzwischen rund 25 Millionen Bundesbürger zwischen 16 und 74 Jahren im Internet ein. Mit diesen 32 Prozent der Gesamtbevölkerung liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit vorne. Die Bundesrepublik übertrifft die durchschnittlich 20 Prozent E-Shopper in den 15 alten EU-Mitgliedsstaaten deutlich. Trotzdem liegen noch große Potenziale brach. Nur jeder zweite Internetnutzer tätigt auch Online-Käufe. Ein Drittel der Menschen in den alten Bundesländern verfügen nicht einmal über einen Internetzugang. Im Osten der Republik gehen sogar 42 Prozent der Bürger nicht online.
Die Ergebnisse der Studie 'E-Shopping-Trend 2006' basieren auf einer Online-Befragung von 506 Endkunden. Die Studie wurde von Novomind in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftswoche und dem Handelsblatt durchgeführt.
Zu einem anderen Ergebnis kommt die Studie 'E-Commerce 2006' der Ebay-Tochter PayPal und dem Marktforschungsinstitut Europressedienst . Demnach kaufen Ostdeutsche Online-Shopper mehr im Internet als ihre westdeutschen Mitbürger. Laut Novomind würden die Ergebnisse der Studie 'E-Shopping-Trends 2006' auf solider Basis stehen, da die Ergebnisse auch mit Erkenntnissen hinsichtlich technischer Affinität und verfügbaren Einkommen im Einklang stehen würden.
