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Deutscher E-Commerce knackt Rekordmarke von zehn Milliarden Euro
28.11.2006 Der deutsche Versandhandel wird in diesem Jahr über das Internet erstmals Waren im Wert von über zehn Milliarden Euro absetzen. Damit steigen die Onlineumsätze gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent.
Nach Warengruppen betrachtet wird am meisten Geld im Internet für Bekleidung, Textilien und Schuhe ausgegeben, insgesamt 2,8 Milliarden Euro. Danach folgen Bücher, CDs und DVDs mit insgesamt 1,8 Milliarden Euro und Unterhaltungselektronik mit 1,2 Milliarden Euro.
Der Vorsitzende des Ausschusses E-Commerce im bvh, Thomas Lipke, betonte, dass ein erheblicher Teil der Onlineumsätze vom Versandkatalog inspiriert wird. Denn mehr als 71 Prozent der befragten Onlinekunden gaben an, vor der Onlinebestellung im Katalog geblättert zu haben. "Der Katalog ist erster Impulsgeber und ein unverzichtbarer Angebotsträger für die Branche", ist Lipke überzeugt. On- und offline, per Internet und per Katalog, aber auch über TV, mobile Commerce und T-Commerce werde bestellt.
27,1 Millionen Deutsche kaufen schon per Internet. Knapp 52 Prozent davon sind Männer, gut 48 Prozent Frauen. In ihren Bestellgewohnheiten unterscheiden sich Männer und Frauen. Männer bestellen am liebsten per Mausklick, 59 Prozent ihrer Bestellungen erfolgen online. Frauen hingegen bevorzugen das Telefon, denn fast die Hälfte ihrer Bestellungen wird telefonisch getätigt, 37 Prozent gehen per Internet ein.
Und auch ein Ost-West-Gefälle ist bei den Onlinebestellungen festzustellen. Während im Westen Deutschlands 48 Prozent aller Bestellungen bereits über das Internet eingehen, sind dies im Osten knapp 31 Prozent. Diese Diskrepanz ist wohl in erster Linie auf die dort erst langsam nachziehende Versorgung mit schnellen DSL-Anschlüssen zurückzuführen.
Differenziert nach Altersgruppen bestätigt sich die Regel: Je jünger die Kunden, desto dominanter wird das Internet als Bestellmedium. 72 Prozent der 14- bis 29-Jährigen bestellen online, unter den 30- bis 39-Jährigen sind dies knapp 65 Prozent. In der Altersklasse 40 bis 49 überwiegt der Anteil der Onlinebestellungen 52 Prozent noch. Ab 50 jedoch steht mit einem Anteil von 45 Prozent die telefonische Bestellung im Vordergrund, hier gehen 37 Prozent aller Bestellungen per Internet ein.
Doch die Senioren erobern mehr und mehr das Netz. Fast 14 Prozent der einkommensstarken Silver Surfer über 60 kaufen inzwischen per Mausklick, beinahe jede zehnte Bestellung stammt schon von einem Kunden dieser Altersgruppe.
Angesichts der inzwischen erreichten Onlineumsätze rechnet der Verband damit, dass bis 2010 schon rund die Hälfte aller Versandumsätze online erzielt werden könnten.
