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Usability-Studie: Internetnutzer verstehen Social Shopping nicht

von sr

29.02.2008 Eine aktuelle Studie verdeutlicht einmal mehr, dass selbst erfahrene Online-Shopper mit vielen Web-2.0-Features in Online-Shops noch nicht zurechtkommen. Die Untersuchung zeigt zudem auf, welche Community-Dienste wie Bewertungs- und Kommentarfunktionen von Online-Shoppern überhaupt nachgefragt werden. Was Online-Händler wertvolle Hinweise darauf liefert, wie sie ihren eigenen Shop gestalten sollten.

 (Bild: SXC.hu/daniel wildman)
Bild: SXC.hu/daniel wildman
Drei von zehn erfahrenen Online-Shoppern können nichts mit webzwonulligen Begriffen wie 'Tags' oder 'Tagging' in Online-Shops anfangen. Das sind die ersten Ergebnisse einer repräsentative Befragung von 1.000 deutschen Online-Shoppern durch den Hannoveraner Dienstleister Usability.de   . "Der Nutzen und Mehrwert von neuen Web-2.0-Elemente ist nicht automatisch klar", warnt Studienautorin Gesine Quint . "Derartige Funktionalitäten müssen von Shopbetreibern unbedingt kommuniziert und beworben werden."
Auch bei den Power-Shoppern (20 Stunden und mehr in der Woche privat Online, mindestens einmal in der Woche Interneteinkauf) sieht es diesbezüglich nicht viel besser aus. Hier konnten 20 Prozent der Befragten nichts mit den beiden Begriffen Tags und Tagging anfangen.

Als besonders wichtig werden Social-Shopping-Elemente (z.B. Bewertungen eines Produkts durch andere Nutzer) für die Produktkategorien 'Reisen' und 'elektr. Artikel' erachtet. Denn hier ist eine objektive Beurteilung durch die Nutzer anhand von klaren Qualitätskriterien möglich (z.B. "gute Grafikkarte für Gamer" als Kriterium für einen PC), wohingegen etwa bei Mode eher die subjektive Meinung zählt.

Im zweiten Teil der Studie hat Usability.de mit 32 ausgewählten Testpersonen die Social-Commerce-Angebote von DaWanda  , Edelight  , Dealjäger   und der Otto-Beteiligung Smatch   untersucht. Gefragt wurde unter anderem, welche Web-2.0-Features den Nutzern beim Online-Einkauf wichtig oder sehr wichtig sind. Das Ergebnis: Vor allem Rezensionen von anderen Kunden und Nutzerbewertungen sind potenziellen Käufern sehr wichtig.







Welche Web-2.0-Dienste die Internet-Shopper
beim Online-Einkauf für hilfreich halten
FeatureAnteil
Erfahrungsberichte65,5 Prozent
Kommentare/Bewertungen65,3 Prozent
Nutzergenerierte Inhalte (Bilder/Videos)50,3 Prozent
Diskussionsforen48,6 Prozent
Merklisten34,9 Prozent
Tags33,9 Prozent
Freundeslisten/Netzwerke19,6 Prozent
Profilinformationen19,3 Prozent
Quelle: Usability.de

"Etablierte Standards sollten nicht allein aus der Motivation heraus, etwas ganz Neues" schaffen zu wollen, über Bord geworfen werden", rät Quint Shopbetreibern, die ihr Angebot webzwonullig aufrüsten wollen. "Nicht jeder Online-Shop muss unbedingt sozial werden."

 (Bild: Usability.de)
Bild: Usability.de

Internetnutzer haben aber nicht nur Probleme mit webzwonulligen Online-Shops. Wie bereits das Marktforschungsinstitut eResult    in einer Umfrage unter 400 deutschen Internetnutzern herausfand, sind den deutschen Onlinern selbst viele Standard-Bezeichnungen für Funktionen in Online-Shops nicht geläufig. Fast jeder zweite Studienteilnehmer (45 Prozent) kann beispielsweise die Funktion 'Direktbestellung' nicht richtig als die Funktion deuten, mit der man direkt aus dem Katalog die Bestellnummer im Shop eingibt (iBusiness berichtete).

Ähnliche niederschmetternde Ergebnisse lieferte die Studie zu den Funktionen 'Filtern' (Eingrenzen von Suchergebnissen) und 'Sortieren' (Listen nach bestimmten Kriterien wie Preis oder Verfügbarkeit von Suchtreffern): Fast die Hälfte der Befragten brachte diese Begriffe durcheinander.

Dass Web-2.0-Dienste den Abverkauf in Online-Shops erhöhen können - wenn denn die Nutzer die angebotenen Features verstanden haben - zeigte erst kürzlich eine iBusiness Analyse. "Kaufempfehlungen, die über andere Kunden zustande kommen, bringen signifikante Mehrumsätze", erklärte etwa Michael Sorg , Leiter Neue Medien der Neckermann.de GmbH  , im iBusiness-Interview. Seit der Versandhändler in seinem Online-Shop die Nutzer Empfehlungen verschicken lässt, konnte das Unternehmen nach Sorgs Angaben die Umsätze aus Empfehlungen mehr als verdoppeln.

Die vollständige Social-Shopping-Studie von Usability ist ab Mitte März 2008 erhältlich. Bei einer Vorbestellung    bis Sonntag, 9. März 2008, bietet das Unternehmen die Studie zum ermäßigten CeBIT-Messepreis von 180 Euro an, danach kostet die Untersuchung dann 230 Euro. Usability ist auf der CeBIT   zu finden im Future Parc, Themenstand UX08 in Halle 9, Stand A20.

Thema: Usability-Studie: Internetnutzer verstehen Social Shopping nicht

Kommentar von sr

Mehr Aufklärung nötig

Tolle Web-2.0-Features alleine machen noch lange keinen guten Online-Shop. Nur wer seinen Kunden auch begreiflich machen kann, was die verschiedenen Dienste bedeuten und welcher Nutzen sich dahinter verbirgt, hat im Social Commerce Erfolg.

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 (Boris Giesl)
Bild: Boris Giesl
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