Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Digitalängste: Wovor sich die Deutschen im Einzelnen fürchten
16.07.2019 Die Ergebnisse der großen iBusiness-Studie zu den Digitalen Ängsten der Deutschen zeigen eine schizophrene Sicht: Im persönlichen Umfeld geben sich die Deutschen überraschend entspannt. Wirkliche Sorgen machen ihnen andere Dinge.
HANDLUNGSRELEVANZ
|
|
Operativ |
Strategisch |
Visionär |
|
Technik |
|
|
|
|
Medien |
|
|
|
|
Wirtschaft |
|
|
|
|
|
heute |
morgen |
übermorgen |
Im Vergleich der Antworten im Fragenbereich 'Arbeitsfeld' zeigt sich der Unterschied besonders deutlich. Hier ist zu sehen, dass die Angst der Deutschen vor generellem Arbeitsplatzabbau durch Roboter im Schnitt aller Digitalängste liegt (Index 3,98). Die Angst davor, dass der eigene Job bedroht ist, ist hingegen - mit mehr als einen halben Indexpunkt niedriger - deutlich geringer ausgeprägt (Index 3,38):
Generell scheinen die Deutschen mehrheitlich eher weniger Bedenken zu haben, was die Digitalisierung der Arbeitswelt angeht. Stark überdurchschnittlich ist lediglich die Angst vor der Überwachung von Arbeitnehmern als Folge der Digitalisierung. Diese Angst wird nur übertroffen von der Angst, dass die eigenen Daten missbraucht werden. Mit einem Indexwert von 4,7 ist das auch die Angst, die von allen 55 abgefragten Digitalängsten in Deutschland am stärksten ausgeprägt ist.
Deutlich zu erkennen ist, dass sich die Mehrheit der Befragten relativ wenig Gedanken um den eigenen Job, die eigene Karriere und die persönlichen Herausforderungen der Digitalisierung machen. Mit einem Indexwert von 2,88 ist die Frage nach der eigenen Überforderung durch den immer schneller werdenden technischen Wandel ("Ich habe Angst, als digitaler Analphabet zu enden") das Thema, das den Deutschen am wenigsten Sorge bereitet. Offensichtlich fühlen sich die Befragten für kompetent, den digitalen Wechsel zu bewältigen.
Wenn im persönlichen Umfeld Ängste überdurchschnittlich manifest werden, dann beziehen sie sich in erster Linie auf die technischen Geräte: Fremdgesteuerte Smartphones und der Unbill, sich wegen des technischen Fortschritts in immer kürzer werdenden Abständen neue Geräte kaufen zu müssen, sind in diesem Fragenfeld die zwei einzigen Ängste, die überdurchschnittlich viele Menschen teilen.
Wovor die Deutschen vor allem Angst haben: Technik und Sicherheit
Der Mensch ist auch zukünftig in einer digitalen Gesellschaft gut aufgestellt. Dieser Überzeugung ist die Mehrheit der Bundesbürger. Angst davor, dass Computer intelligenter werden als Menschen, dass die menschliche Kreativität verlorengeht und dass Roboter generell den Menschen verdrängen, haben nur wenige Deutschen. Allerdings befürchten überdurchschnittlich viele Deutsche, dass die soziale Kompetenz durch die Digitalisierung sinkt und die Abhängigkeit steigt. Auch die Furcht vor dem Verlust der Menschlichkeit ist in Deutschland überdurchschnittlich.
Aufkommende Cyberkriege gehören zu den Problemen, die die Bundesdeutschen im Themenfeld Sicherheit noch am wenigsten belasten. Die Angst davor ist eher durchschnittlich ausgeprägt. Ansonsten fürchten die Deutschen nichts mehr als digital befeuerte Kriminalität.
Die Angst vor einer steigenden Kriminalität im Internet ist fast so stark ausgeprägt wie die Angst vor dem Missbrauch der eigenen Daten (4,68 gegenüber 4,7). Das ergibt Platz zwei auf der Liste der digitalen Ängste der Deutschen. Gefolgt von der Sorge um terroristische Cyber-Attacken, vor Auslandsspionage und dem Siegeszug von kriminellen Gangs.
Wovor die Deutschen vor allem Angst haben: Politik und Gesellschaft
Ebenfalls sehr stark in Deutschland verbreitet sind die Ängste um Datenmissbrauch, Überwachung und vor dem digitalen Kontrollverlust. Hier im Fragenfeld 'Daten' liegen sämtliche Durchschnittswerte über dem Gesamtdurchschnitt. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Thema Datensicherheit und Datenschutz für sehr viele Deutschen von überragender Wichtigkeit ist.Wachsende Geschwindigkeit und digitale Spaltung - davor fürchten sich die Deutschen nicht übermässig. Auch ein wachsendes Stadt/Land-Gefälle gehört - trotz der suboptimalen Politik beim Breitbandausbau - nicht zu den größten bundesdeutschen Ängsten. Hingegen ist die in den USA und bei populistischen Parteien und Bewegungen zu beobachtende Abkehr von gesellschaftlich akzeptierten Fakten für die Bundesbürger ein Grund zu Ängsten. Immerhin: Eine Gefährdung der Demokratie befürchten nur eher wenige.
Auch den Verlust der Konkurrenzfähigkeit von Deutschland im globalen Wettbewerb durch die Digitalisierung sehen die Deutschen ebenfalls weniger als Problem. Hier setzt sich die Tendenz fort, dass sich die Deutschen zwar abstrakt vor vielen Aspekten der Digitalisierung fürchten - aber konkret für sich eher entspannt sind.
Deutlich mehr Sorgen machen ihnen Machtverschiebungen in der bundesdeutschen Gesellschaft - vor allem zugunsten großer Unternehmen. Die größten politischen Sorgen machen den Deutschen jedoch die Hassparolen im Netz - auch wenn sie diese nicht als Demokratie gefährdend ansehen.
Bei der zugrundeliegenden Panelbefragung hat Marktforscher Appinio altersrepräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren nach einer Einschätzung zu insgesamt 55 Ängsten abgefragt. Dabei konnten die Teilnehmer einen Wert zwischen 1 ("keine Angst") und 6 ("sehr große Angst") eingeben. Hohe Werte bedeuten also hohe Digitalisierungsangst. Da es sich um eine Online-/Mobile-Befragung handelt, repräsentiert sie die Meinung der Deutschen, die immerhin ansatzweise digitalaffin sind. Personen, die das Internet komplett ablehnen, werden über das Medium Onlinebefragung natürlich nicht erreicht. Dazu muss man allerdings sagen, dass mittlerweile mehr Personen ein Smartphone (oder einen PC oder einen Laptop) haben als einen Festnetzanschluss. Man erreicht über das Medium Onlinebefragung also mehr Personen als per klassischer Telefonbefragung, was die Onlinebefragung eigentlich repräsentativer für die deutsche Bevölkerung macht.
| Die Studie 'Die Digitalen Ängste der Deutschen' |
|---|
Aufgrund des umfangreichen Zahlenmaterials haben wir die Ergebnisse der Studie in drei Teile aufgeteilt, die aufeinanderfolgend erscheinen:
iBusiness-Premium-Mitglieder erhalten die gedruckte Fassung der Studie im Rahmen des Trendletters iBusiness Executive Summary automatisch zugeschickt. Die komplette Studie ist auch im iBusiness Shop einzeln zu erwerben. |
