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Blogger bringt Social-Newsdienst zur Aufgabe

29.07.2008 Das Handelsblatt-Blog 'Indiskretion-Ehrensache' bezichtigte den Web-2.0-Dienst Pageturner.info des Content-Klaus. Der Dienst warf das Handtuch, nachdem Blogger Thomas Knüwer berichtete und wohl auch mit rechtlichen Schritten drohte.

 (Bild: Justitia et pax  - Giovanni Dall'Orto)
Bild: Justitia et pax - Giovanni Dall'Orto
Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer schreibt regelmäßig mit spitzer Feder in seinem Blog Indiskretion Ehrensache  . Nun hat er sich erneut des Themas Inhalt-Verwertung durch Dritte gewidmet. Er wirft den Machern von Pageturner.info   Content-Klau vor. Die räumen den zwar nicht explizit ein, nehmen aber ihr bisheriges Angebot aus dem Netz  .

Nach eigener Darstellung kombinierte PageTurner.info bisher "soziales Bookmarking, Blogs, RSS-Feeds und eine Community, um den Nutzern aus der täglichen Informationsflut die wirklich relevanten Nachrichten heraus zu filtern". Doch Knüwer und andere Blogger kritisieren die vollständige Übernahme von Inhalten durch Pageturner, das von Hayo Iversen und Olivier Gstach betrieben wird, Geschäftsführer der Unternehmensberatung ePublicon  , die sich auf Consulting für Publisher spezialisiert hat.

Man habe Pageturner nach dem Digg-Prinzip   aufbauen wollen, so Iversen gegenüber iBusiness: "nichts klauen oder zu eigen machen. Ziel war es, die Themen zu sammeln und die Nutzer zu den eigentlichen Content-Autoren via Link zurückzuschicken". Thomas Knüwer wiederum meint, dass durch die Übernahme ganzer Inhalte die Grenze überschritten worden sei. Während Digg die Inhalte nur anreiße und der Link direkt auf die originale Quelle verweist, geschehe es bei dem bisher betriebenen Modell von Pageturner nur indirekt.

Stattdessen würden ganze Inhalte übernommen. "Da steht dann deren Copyright am Ende des Textes", so Knüwers Kritik. Zudem werde durch die doppelte Indizierung bei Google   ein Problem geschaffen, so der Handelsblatt-Blogger. Die Blogosphäre fürchtet an solchen Fällen vor allem eine Auslistung aus den Suchergebnissen von Google.

Auf die Frage nach dem schweren Geschütz, verweist Knüwer auf Content-Klau, der immer wieder versucht werde. "Das ist das Bittere: Solche Modelle sind nicht neu. Mit Feedshow, Bloxbox und Archiv-Blog gab es ähnliche Probleme", sagt Knüwer, der über alle drei Fälle berichtete. Im Falle von Bloxbox scheint seine Aufklärung   Früchte getragen zu haben. Und auch das vor zwei Jahren von Uwe Vetters Law Blog   deutlich angeschriebene Archiv-Blog   ist von der Bildfläche verschwunden. Unter der Webadresse findet sich derzeit ein Link zu Adfire  . Nach Auskunft von Adfire habe man sich die Domain - wie auch andere - prophylaktisch gesichert.

Die Gegenwehr der Blogosphäre führte bei Pageturner.info in der vergangenen Woche zu schnellem Einlenken - man findet inkriminierte Content-Angebote von Blogs offensichtlich nur noch über den Google-Cache. In der Sache habe man Verständnis für die Verärgerung der Blogosphäre, so Hayo Iversen. Pageturner sei als reines Informationsprojekt gedacht gewesen, um Themen zu bündeln. Ob es einen Neustart mit anderem Modell gibt, sei derzeit noch unklar. Für Thomas Knüwer ist die Causa Pageturner damit vom Tisch - das Thema Contentklau oder Zitation garantiert nicht.
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