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Die acht wichtigsten Cebit-Trends - und das Ende der Messe, wie wir sie kennen

24.03.2017 Die Cebit wird sich radikal neu erfinden, angetrieben von Besucher- und Ausstellerschwund. Unterdessen zeigt die Cebit 2017, wie die deutsche Industrie mit dem Fortschritt ringt. Acht Trends und was sie bedeuten.

Cebit-Besucher mit Virtual Reality Helmen: Auf der Messe kann man sowas aufsetzen, ohne schräg angeguckt zu werden. (Bild: Deutsche Messe AG)
Bild: Deutsche Messe AG
Cebit-Besucher mit Virtual Reality Helmen: Auf der Messe kann man sowas aufsetzen, ohne schräg angeguckt zu werden.

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TL;DR
Die Cebit spiegelt eher etablierte Trends, als neue abzubilden - und bald wird alles anders
300 Pressemitteilungen zur Cebit   hat iBusiness im Vorfeld der Messe bekommen - und fasst man diese Mails in einem Satz zusammen würde er lauten: "Software aus der Cloud ist die Digitalisierungs-Lösung für eine smarte Transformation mit Sicherheit." Dieses unschöne Gebilde entsteht, wenn man die häufigsten Buzzwords aus den Presseinformationen in einen Satz zwängt.

Damit hat sich inhaltlich wenig geändert in Hannover - wie sich generell kaum etwas geändert hat: Die gleiche, auf Allzeit-Tief stagnierende Zahl an Besuchern sieht sich die gleiche Zahl an Ausstellern an wie im Vorjahr, bei denen es um die prinzipiell gleichen Themen geht. Die Messe bildet die inhaltliche Entschleunigung der Branche ab, die immer weniger jedem Hype hinterherrennt, sondern sich lieber intensiver mit dem auseinandersetzt, was bereits da ist. In Trends übersetzt, besteht die Cebit 2017 also vor allem aus 8 großen Themen.

Welche Worte anteilsmäßig in den 300 Cebit-Presse-Mailings enthalten
sind
Anteil in ProzentBuzzword
63Lösung
63Daten
49Software
43Digitalisierung
39Cloud
36Smart
35Sicherheit
34 Transformation
23Start-up/Startup
22Virtual
17Roboter
15Drohnen
15autonom
13Smartphone
13Artificial Intelligence
12Internet of things
9Geschäftsmodell
7Shop
6Smart Home
45G
3Game

1. Trend: Transformation / Digitalisierung

Der schwammig verwendete Begriff der digitalen Transformation hat deutsche Unternehmen verunsichert bis orientierungslos hinterlassen. Da ist es kein Wunder, dass die Cebit das mindestens dritte Mal in Folge von diesem Trend dominiert wird: Es ist ein gigantischer Berater-Markt, ein gigantischer Anwendungs- und Lösungsmarkt - immerhin bezeichnet sich jedes dritte Großunternehmen hierzulande (31 Prozent) als zu unflexibel und zu langsam gegenüber den Anforderungen der digitalen Transformation (iBusiness berichtete).
Auf der Messe fand man den Begriff in verschiedenen Bedeutungsvarianten abgebildet: Mal ging es um Prozessoptimierung - wie etwa die Digitalisierung bestehender Abläufe mit Hilfe von Lösungen wie CRM-, PIM- und ERP-Systemen. Oder um Assistenzsysteme, die hilfesuchenden Angestellten direkt an der Stelle des entstehenden Problems weiterhelfen - das Prinzip des Performance Supports, bei dem Weiterbildung und Learning immer automatisiert werden und direkt in die Arbeitsprozesse wandern.

Dann wieder wurde digitale Transformation als die "Generierung von Mehrwerten für bestehende Produkte bis hin zum Eintritt in neue Märkte" (Cebit-Presse) verstanden und widmete sich komplexeren, strategischen Problemen. Ein klares B2B-Thema also, das hier eines der wichtigsten der Cebit 2017 war.

Bedeutung des Trends: Digitale Transformation wird die Wirtschaft noch lange beschäftigen - und damit auch für die Cebit ein spannendes Thema bleiben,doch Konkurrenzmessen wie die beständig wachsende Dmexco   haben die winkenden Kunden und Aufträge auch auf dem Schirm. Hinzu kommt, dass digitale Transformation noch immer nicht stets als das verstanden wird, was sie richtig gemacht sein sollte: Das Erschließen zusätzlicher, interaktiver Märkte, die beständige Anpassung an sich verändernde Anforderungen, das Einrichten von Feedback-Schleifen und Voraussetzungen für agile Anpassungen im Unternehmen.

2. Trend: Cloud

Noch ein gigantischer Markt: Zu den Cloud-Dienstleistungen zählt die Bereitstellung von Anwendungsprogrammen (Software-as-a-Service), von Speicher- oder Rechnerkapazitäten (Infrastructure-as-a-Service) sowie von Entwicklungsumgebungen (Platform-as-a-Service) über das Internet. 52 Prozent der Unternehmen weltweit entscheiden sich heute für die Cloud als Standardmodell für IT-Projekte. Allein in Deutschland bevorzugen 50 Prozent der Unternehmen einen Cloud-first-Ansatz: Sie versprechen sich schnellere Reaktionen auf schwankende Anforderungsprofile und sinkende Kosten.

Und es ist ein gigantischer Markt, der bereits letztes Jahr ausgiebig auf der Messe vertreten war - schon 2016 schwebten die 'Wolken' in allen Messehallen. Das hat aber nichts daran geändert, dass weiterhin großer Beratungsbedarf besteht - zum einen was beispielsweise genau der Unterschied ist zwischen einer SaaS-Unterstützung existierender Hardware und der weitgehenden Auslagerung der gesamten Infrastruktur in die Cloud. Und zum anderen Beratungsbedarf hinsichtlich der ganzen Probleme, die die Cloud mit sich bringt: Wie schütze ich meine Daten vor Konkurrenz, Hackern und NSA, wie stelle ich sicher, dass kein transatlantisches Datenabkommen Tür und Tor öffnet für einen Transfer meiner Daten auf die Server eines US-Geheimdienstes und so fort.

Bedeutung des Trends: Die Cloud ist bei weitem noch nicht ausgereizt - gerade beim Thema Marketing-Automation werden Cloudlösungen noch eine große Rolle spielen, um Marken mit Daten, Services und Rechner-Kapazitäten bei der der Ansprache der Kunden zu unterstützen. Knackpunkt wird das Thema Sicherheit bleiben - hier besteht ein Einfallstor für deutsche Firmen mit deutschen Servern, sich gegenüber den großen Webkonkurrenten zu profilieren.
Die Ausstellerzahlen befinden sich seit 2001 im Niedergang. Der Blick auf die Besucherzahlen zeigt eine analoge Entwicklung.
Die Ausstellerzahlen befinden sich seit 2001 im Niedergang. Der Blick auf die Besucherzahlen zeigt eine analoge Entwicklung. (Grafik: Quelle: Cebit; Grafik: HighText Verlag)

3. Trend: Sicherheit

So oft geistert der Aspekt der Sicherheit durch alles, was mit der Messe zu tun hat, man bekommt den Eindruck, die Cebit ist die gesamtdeutsche Cyber-Security-Konferenz schlechthin, bietet sie doch - laut Pressestelle - alles "von der Smartphone-App für abhörsicheres Telefonieren über Software, die Attacken aus dem Web in Echtzeit aufspürt bis hin zur kostenlosen 'Volksverschlüsselung'".

Was auch immer so ein verschlüsseltes Volk ausmacht: Die Cyberattacken der letzten Monate und Jahre und besonders die Gerüchte über massive Beeinflussungen des US-Wahlkampfes durch russische Hacker haben ihre Spuren bei den Unternehmen hinterlassen, die sich ins Web transformieren, ihre Daten in der Cloud speichern oder ihr Unternehmen ans Internet der Dinge anschließen: Man könnte die Messe in diesem Sinne auch die Sicherheitslücken-Expo nennen, denn jeder gezeigte Trend macht einstmals offline operierende Unternehmen ein bisschen mehr hackbar und offen für Cyberattacken aus dem Web.

Bedeutung des Trends: Es ist kein Wunder, dass die Messe und die Aussteller so bemüht sind sowohl Vorbehalte als auch Budgets aufzufangen und dem Thema Sicherheit so großen Stellenwert - und Ausstellerfläche - widmen: Sich Sicherheit auf jede Fahne zu schreiben beschwichtigt reservierte Kunden und öffnet zugleich einen weiteren Revenuestream für Cyber-Security-Dienstleistungen.

4. Trend: Start-ups

Mehr als 300 Start-ups aus 40 Ländern listet die Cebit-Webseite. Die Messe hat mit der Plattform/dem Ausstellungsraum SCALE11 zum einen den jungen Unternehmen Gelegenheit gegeben ihre Geschäftsideen, Businessmodelle und Ideen zu präsentieren. Zum anderen konnten die großen Unternehmen dort auf Shoppingtour gehen und nachschauen, ob sie sich nicht die Zukunft einfach ins Haus hineinkaufen, statt bei dieser anstrengenden Transformation mitzumachen. Die Aussicht, ein Start-up zu kaufen oder einen Inkubator zu betreiben ist für viele Firmen ein spannender Prospekt: So lässt sich Innovation dosiert ins Haus holen, ohne zu sehr die eigene Firmen-DNA umzumodeln.

Insofern setzt die Cebit auch hier auf ein Business-Kunden-Bedürfnis: Eine Analyse der Innovationsstrategien der DAX-30-Unternehmen von iBusiness zeigte: Praktisch alle haben eine eigene Innovationsabteilung, einen Innovationsmanager oder veranstalten Wettbewerbe zur Förderung von Transformation, Wandel und Neuerung der Betriebsstrukturen. Kurz gesagt: Innovation und die Zurschaustellung der eigenen Innovativität ist schick. Einen Marktplatz für innovative Nachwuchsunternehmen aufzumachen also folgerichtig.

Bedeutung des Trends: Die Cebit will sich als relevante Messe positionieren, auf der die Unternehmen mit den Ideen und denen mit dem Geld netzwerken können. Auch hier hat sich die Dmexco in der Vergangenheit mit seinem Start-up-Village als bedrohlich umtriebiger Konkurrent erwiesen.

5. Trend: Drohnen

Man weiß zwar noch nicht so richtig, wohin dieses Thema eines Tages fliegen wird, aber man kommt nicht daran vorbei: Die Cebit illustrierte die inner- und außerbetriebliche Business-Nutzung von Drohnen - vom Herauspicken der Waren aus Hochregallagern und der Automatisierung von Lagerhallen via Drohnen-Kraft bis zur Endkunden-Lieferung und -Logistik, dem eigentlichen Hypethema.

Doch auch Business-Szenarien außerhalb der Logistik bekamen ihren Raum: Wie etwa die Vogelscheuchen-Drohne, die seit Sommer 2016 in einem österreichischen Weinanbaugebiet Stare verjagt, die die Ernte bedrohen.

Bedeutung des Trends: Als wahrscheinlichstes Szenario ist Ende der Zwanzigerjahre dieses Jahrhunderts die Zulassung von selbstfahrenden Autos abgeschlossen und die Luftfahrtbehörden erlauben auch selbstfliegende Drohnen. Technisch sind sie seit Jahren ausgereift und werden auch seit Anfang der Zwanziger für die Lieferung in die menschenleeren Gebiete von Drittweltländern eingesetzt.

Ein eher nischiges Zusatzszenario sind Sonderlieferungen zum Schweinepreis: Arzneimittel, Server-Ersatzteile, das fehlende Paket Kondome - wenn der Leidensdruck nur hoch genug ist, sind Kunden auch bereit, Höchstpreise für die schnelle Auslieferung zu zahlen. Hier können sich Drohnen-Konzepte rechnen - sofern rechtlich zulässig und technisch machbar. Doch auch das dauert noch - insgesamt bedient die Cebit mit Drohnen die Infobedürfnisse der Industrie und des Handels. Dabei bietet sie zum Teil strategische Ausblicke (Verwendung außerhalb der Logistik und innerhalb von Betrieben), zum Teil erörtert sie Szenarien, deren Zeit erst deutlich später kommen wird (Endkunden-Logistik).
Seit Jahren im Sinkflug: Von den zu Spitzenzeiten etwa 800.000 Besuchern ist noch ein Viertel übrig.
Seit Jahren im Sinkflug: Von den zu Spitzenzeiten etwa 800.000 Besuchern ist noch ein Viertel übrig. (Grafik: Quelle: Cebit; Grafik: HighText Verlag)

6. Trend: Internet der Dinge


Die Welt als Datenlieferant, ein jeder Gegenstand als vernetzter Gehilfe bei Logistik, Marketing und Geschäftsprozess: Neben dieser Vision des Internets der Dinge als großer Business-Beflügler ging es auch um basalere Probleme: Etwa die Standardisierung von Schnittstellen und Datenformaten oder darum, Konzepte für die industrielle IT-Sicherheit zu entwickeln. Doch es gab noch mehr Schnittstellen zwischen IoT und anderen Cebit-Trends außer der Sicherheit.

Der Fokus der Messe lag darüber hinaus auf dem IoT als Motor der digitalen Transformation und darauf, wie man die generierten Datenberge beispielsweise mit Hilfe von Cloud-Diensten auswerten und in Unternehmensprozesse integrieren kann.

Ein besonders illustres Ding für das Internet der Dinge und zugleich Kristallisationspunkt von einem gefühlten Dutzend Hypetechniken war das Orbitrec. Hersteller Cerevo hat dieses Fahrrad nicht nur aus dem 3D-Drucker gezogen, sondern ihm auch auch noch einen Anschluss ans Internet der Dinge samt komplexer Sensorik spendiert: Das Rad sammelt Infos zu Fahrweise, Route und Umgebung, die Daten wandern dann in die Cloud. So sollen lernende Algorithmen und Netze verstehen lernen, wie sie den Fahrer beispielsweise vor Gefahren im Verkehr warnen können.

Bedeutung des Trends: Das Internet der Dinge (IoT) verlangt von Unternehmen eine neue digitale Transformation, während die erste noch gar nicht abgeschlossen ist: IoT-Produkte herstellende Unternehmen müssen neben der Hardware (ihrer eigentlichen Expertise) auch eine Software- und vor allem eine Netzwerk-Kompetenz aufbauen. Dafür benötigen Unternehmen Hilfe. Doch Dienstleister und Agenturen sind oft noch nicht so weit.

Das smarte, vernetzte, 3d-gedruckte Fahrrad von Cerevo. (Bild: Cerevo)
Bild: Cerevo
Das smarte, vernetzte, 3d-gedruckte Fahrrad von Cerevo.

Ein Internet-Zukunftsthema ist ja normalerweise ein Thema, dem sich die Internet- und Interaktiv-Agenturen für gewöhnlich besonders gerne widmen. Die Begriffswolke - von Sensorik über Big Data bis M2M - allerdings, die um das Internet der Dinge herum gruppiert ist, zeigt die relative Ferne dieses Zukunftsbegriffs von der Welt der Agenturen: In dieser Welt sind die klassischen IT-Dienstleister zu Hause, die Programmierer und Systemhäuser, die Software-Entwickler und Chip-Produzenten, die ASIC-Häkler und Elektronikhersteller.

Auf der Cebit lässt sich besichtigen, wie klassische Agentur-Themen und Kompetenzen der Hersteller und Marken sich Richtung IT verschieben.

7. Trend: Autonomes Fahren


Die Cebit zeigte, wie stark die Berührungspunkte zwischen Interaktiv- und Autoindustrie inzwischen sind: Auf der Cebit konnte man Vorstände und CIOs von nahezu allen namhaften Herstellern finden, von Audi  , BMW  , Daimler  , Porsche  , Volkswagen  , Toyota  , Opel  , Ford  bis zu Volvo  .

Mit ihrer Präsenz stellen sich die Autobauer zum einen als interaktiv-kompetente Marken vor: Schließlich ist es Interaktivbranchen-Konsens, dass Tesla all diese Firmen demnächst vernichten wird - es sei denn natürlich, Apple   kommt Tesla   mit seinem Apple-Car bei der Auslöschung der Auto-Industrie noch zuvor. Da kann man mal zeigen, dass man als Autohersteller auch schon mal was von diesem Internet gehört hat und nebenbei natürlich auch noch automotive Kompetenz besitzt, die den Internet-Firmen fehlt. Schließlich sind Autos in erster Linie Fortbewegungsmittel und nicht Smartphones, bei denen man nur mal eben Räder drangebaut hat.

Zum anderen etabliert sich die Messe als Forum für den großen nächsten Kundenstamm: Autonomes Fahren, vernetzte Autos - all das wird in den kommenden Jahren ein enorm bewegter Markt sein.

Bedeutung des Trends: Von der Cebit ausgehend werden immer mehr und mehr Interaktivmessen die Präsenz großer, alteingesessener Autohersteller sehen - bald könnten Volkswagen und Co. auch auf der Dmexco Display-Werbefläche feilbieten oder Daten an Advertiser verscherbeln.

8. Trend: Virtual und Augmented Reality

Die Cebit bezeichnet in ihren Aussendungen das R´Thema erweiterter und virtueller Realitäten als schlafenden Riesen. Sie kommt natürlich nicht umhin, sich hier zu positionieren und dem Thema seinen Raum einzuräumen, so richtig im Hier, Jetzt und Diesseits angekommen sind AR und vor allem VR aber nicht: Auf verheißungsvolle Ankündigungen zu AR-Couponing-Kampagnen folgte bislang wenig.

Der große Business-Case fehlt also noch. Aktuell bevölkert AR vor allem das Gaming (Pokemon) und VR ist immer mehr in Form komplexer Simulationen ein Learning-Thema, das die Nische Richtung Learning-Mainstream verlässt. Daran ändern auch noch so viele Besucher mit VR-Helmen und -Brillen nichts - das Thema benötigt noch Jahre an Zeit, wenn es um Mainstream-Entertainment für Endverbraucher geht und kommt auch als Tool der Fortbildung erst ganz langsam in Business-Szenarien an.

Bedeutung des Trends: AR ist die aussichtsreichere Technik: Sie ist leichter zu implementieren (man benötigt ein Endgerät mit Display, aber keine Brille), sie hat geringere soziale Barrieren (man sieht mit Handy vor dem Gesicht nicht so behämmert aus wie mit VR-Helm auf dem Kopf), ist damit billiger und bietet vielfältigere Anwendungsmöglichkeiten: Im Learning, im Tourismus, im Gaming, für polizeiliche Zwecke oder bei Navigation, Shopping und in vielen anderen Bereichen lassen sich ohne große Phantasie vielfältige Verwendungen ersinnen. VR dagegen ist spezieller und der kleinere Markt - besonders Learning, Gaming und Porno sind zu beobachtende Felder.
In der grafischen Analyse wird deutlich, wie sehr IFA, Gamescom  und Dmexco die Cebit bedrohen.
In der grafischen Analyse wird deutlich, wie sehr IFA, Gamescom und Dmexco die Cebit bedrohen. (Grafik: HighText Verlag)

Cebit 2018: Eine Messe im Sturzflug reißt am Höhenruder

Die Cebit plant den konstanten Besucher- und Ausstellerschwund aufzufangen - und das durch drastische Konzeptänderungen: Rund drei Monate später in den Sommer hinein soll sie wandern. Vom 11. bis 15. Juni 2018 soll das IT-Messedickschiff als Event und Festival wiedergeboren werden. Dort liegt sie nicht nur weiter von Konkurrenzmessen wie der CES entfernt, sondern sie nähert sich auch jüngeren Kongressformaten an. Immer wieder fällt der Name des South by Southwest (SXSW) Music Film Interactive Festivals   in Austin/Texas, zu dem nicht nur zehntausende von Tech-Jüngern pilgern, sondern auch alles was in der Digital- und Analogindustrie Rang und Namen hat. Krawattenftrei um die junge, hippe Digitalbranche buhlen - 2017 machte sogar Daimler-Chef Dieter Zetsche dort seine Aufwartung als Podiumsteilnehmer.

Eine weitere Hoffnung: Die Sommer-CeBIT könnte durch ein etwas konstanteres Wetter wieder zahlreicher Normal- und Endverbraucher anlocken, denen nach drei Publikums- und einem Pressetag ein eigener Publikumstag gewidmet sein soll. Inhaltlich ist eine Dreiteilung geplant in die ökonomisch/transformatorisch geprägte Sektion 'D-Conomy', die Konferenz 'D-Talk' und das Technik-Geek- und Start-up-Segment 'D-Tec'. Auch hier läßt die SXSW grüßen. Doch ob die Doppelzielgruppe von Digitalhipstern und Traditions-CIOs tatsächlich gleichzeitig erfolgreich angesprochen werden kann? "Agiles Coding aus der Cloud ist die coole Growth-Hacking-Lösung für eine coole Transformation mit Sicherheit" klingt momentan noch etwas fremd.
Thema: Die acht wichtigsten Cebit-Trends - und das Ende der Messe, wie wir sie kennen

Kommentar von Sebastian Halm

Jetzt muss die Cebit aus allen Marketing-Kanonen feuern

Auf die drastische Neuaufstellung muss nun ein Marketingfeuerwerk der Cebit-Macher folgen.

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iBusiness-Analyst Sebastian Halm (HighText Verlag OHG)
Bild: HighText Verlag OHG
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