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Das sind die größten deutschen Onlineshops
12.10.2022 Die 1.000 umsatzstärksten Onlinehändler Deutschlands konnten im zweiten Pandemiejahr noch einmal kräftig an Umsatz zulegen, wenngleich nicht alle Shops von dem Wachstum profitieren konnten. Auch Amazon tut sich schwer.
Der Blick auf die Rankingspitze zeigt, dass sich die Reihung der zehn größten Onlineshops kräftig durcheinandergewirbelt hat. Unverändert bleiben nur die zwei Top-Platzierten: Damit thront Amazon.de mit einem Gesamtumsatz von 15,68 Milliarden weiterhin einsam auf Rang eins, die Konkurrenz ist abgeschlagen. Damit laufen 15,8 Prozent des gesamten deutschen Onlinehandelsumsatzes (99,1 Milliarden Euro/ BEVH ) beziehungsweise ein Fünftel des Umsatzes der 1.000 umsatzstärksten deutschen ECommerce-Treibenden über den Amazon-eigenen Onlineshop - und da ist der (größere) Plattformhandel nicht mitgerechnet. Marktführer Amazon erwirtschaftet erneut mehr Onlineumsatz als die nachfolgenden neun Shops zusammen.
Insgesamt ist Amazon im Erhebungsjahr 2021 jedoch deutlich langsamer gewachsen als noch im Vorjahr: Der aktuellen Erhebung nach legten die Umsätze des Branchenprimus "nur" um 13 Prozent zu. Zum Vergleich: Im ersten Pandemiejahr 2020 lag das Wachstumsplus bei überdurchschnittlichen starken 30 Prozent. Absolut weist amazon.de jedoch mit 1,9 Milliarden Euro weiterhin das mit Abstand größte Wachstum auf.
Das außerordentlich starke Wachstum aus 2020 hat sich 2021 über das gesamte Ranking der Top-1.000-Onlineshops betrachtet abgeschwächt. Dennoch liegt es noch deutlich über den Wachstumsraten vor der Pandemie. Das Sonderwachstum im E-Commerce, was auf die Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Lockdowns zurückzuführen ist, schlägt sich also auch im zweiten Pandemiejahr klar nieder: So sind die zehn größten Onlineshops des Rankings allein um knapp 20 Prozent gewachsen. Abzüglich Amazon liegt das Umsatzwachstum der restlichen neun Shops der Top 10 sogar bei gut 25 Prozent. Der Umsatz der Top-100 deutschen Onlineshops hat kumuliert um 17,4 Prozentpunkte (2020: 55,8 Prozent) zugelegt. Der Gesamtumsatz der untersuchten 1.000 Online-Shops liegt bei 79,9 Milliarden Euro: 11,1 Milliarden Euro mehr Umsatz im Vorjahr (2021: 16,1 Prozent/ 2020: 33,1 Prozent).
Wie in den Vorjahren zeigt sich der deutsche ECommerce-Markt stark konzentriert. Vor allem die Konzentration an der Spitze der Top-1.000-Onlineshops nimmt zu. Allein die vier größten Onlineshops Amazon.de, Otto.de , Mediamarkt und Zalando.de , die gleichzeitig hybride Marktplätze sind, nehmen die größten Marktanteile ein. Mediamarkt steigt im Ranking erstmals in die Top3 ein und verdrängt den Mode-Onlinehändler Zalando erstmal seit 2014 aus dem "Gewinner-Trio". Ihr summierter Umsatz beläuft sich im Geschäftsjahr 2021 auf fast 45 Prozent Umsatzanteil an der Top 100 beziehungsweise knapp ein Drittel des Gesamtumsatzes der Top 1.000.
Otto konnte seinen Umsatz in Deutschland - ähnlich wie Amazon - knapp 14 Prozent steigern. Damit liegt das Ergebnis der Hamburger für 2021 bei mehr als 5,1 Milliarden Euro. Deutlich stärker gewachsen als die beiden Marktführer - und zwar um 38,1 Prozent (2020: 57 Prozent) - ist der drittplatzierte Mediamarkt . Mit einem ausgewiesenen Umsatz von 2,544 Milliarden Euro schiebt sich der Unterhaltungselektronik-Händler im Ranking vor Zalando, die mit 2,515 Milliarden Euro knapp dahinter rangieren (+29,4 Prozent).
Das mit Abstand stärkste Wachstum unter den Top-10 verzeichnet IKEA , die ihren ECommerce-Umsatz in Deutschland mit 102,9 Prozent Wachstum mehr als verdoppeln. 1,747 Milliarden Euro ECommerce-Umsatz heißt für den Möbelhändler Platz fünf im Ranking: "Die Erfahrungen aus dem Geschäftsjahr 20 haben uns sehr geholfen, unser Geschäft trotz Lockdown erfolgreich weiter zu betreiben. Wir haben unsere Entwicklung zum Omnichannel-Händler weiter beschleunigt und konnten den Umsatzeinbruch im stationären Geschäft nahezu kompensieren", sagt Dennis Balslev , Geschäftsführer und CSO von IKEA Deutschland. Der massive Ausbau von Online-Planungs- und Beratungsangeboten sowie Click & Collect haben dazu beigetragen, dass IKEA seinen Online-Umsatz so massiv steigen konnte.
Ebenfalls stark zugelegt haben die Umsätze im deutsche Apple-Shop , die 2021 ebenfalls die Milliarden-Euro-Umsatzgrenze genommen haben: Mit 1,19 Milliarden Euro verteidigt der Konzern mit seinem deutschen Onlineshop Platz sieben im Ranking. Mit 60,5 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr steigt die Online-Apotheke DocMorris in diesem Jahr erstmals unter die zehn umsatzstärksten Onlineshops auf. Die Online-Apotheke rückt mit 783,3 Millionen Euro Umsatz neun Plätze auf Rang 10 nach vorn. Nicht mehr in der Top Ten gelistet ist damit der Elektronik-Crosschannel-Händler Notebooksbilliger.de , der im zweiten Jahr ein Wachstumsminus hinnehmen muss und mit seinen 731,3 Millionen Euro ECommerce-Umsatz heuer nur auf Platz 13 liegt. Gefolgt von Neueinsteiger H&M , die mit 712,7 Millionen Euro Shopumsatz den Sprung unter die zehn stärksten Webshops schaffen.
Konzentration nimmt weiter zu
Die Top-10 Onlineshops, zu denen außerdem Saturn.de (Rang 6), Lidl (Rang 8) sowie H & M (Rang 9) gehören, machen 41,1 Prozent des Gesamtumsatzes im Rankings aus. Mit 49,3 Prozent entfällt fast die Hälfte auf die führenden 20 Onlinehändler, zu denen erstmalig auch Breuninger zählt.Die gelisteten Top-100-Onlineshops kommen im abgelaufenen Geschäftsjahr zusammen auf über 58 Milliarden Euro ECommerce-Umsatz. Das ist deutlich mehr als die Hälfte (58,6 Prozent) des gesamten deutschen B2C-ECommerce-Umsatzes, den der BEVH mit 99,1 Milliarden Euro ausgibt. Zum Vergleich: Vor drei Jahren haben die 100 größten Onlineshops 52 Prozent des Marktes erwirtschaftet.
Die Konzentration an der Rankingspitze nimmt weiter zu: 41,1 Prozent des Gesamtumsatzes der Top 1.000 wird von den Top-10-Onlineshops erwirtschaftet (32,9 Milliarden Euro). Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei glatt 40 Prozent. Einen weiteren großen Anteil mit 31,6 Prozent haben die Onlineshops auf den Plätzen 11 bis 100. Die Top 100 zusammen repräsentieren fast drei Viertel (72,6 Prozent) des gesamten Rankingumsatzes (2020: 71,9 Prozent). Der Rest verteilt sich auf die Plätze 101 bis 1.000, wobei die Onlineshops in der hinteren Hälfte des Rankings (501-1.000) mit 6,8 Prozent nur einen verhältnismäßig kleinen Anteil am Gesamtumsatz ausmachen.
Hohe Dynamik abseits der Top-Platzierungen
Die Dynamik des ECommerce-Marktes findet abseits der Top-Platzierungen im Ranking statt: Viele Onlineshops veränderten dort im Vergleich zum Vorjahr ihre Position. Dabei bedeutet eine Rangverschiebung nach unten nicht in jedem Fall auch einen Umsatzrückgang. Absolut betrachtet konnten 550 Onlineshops ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern. Trotz allgemeinem Wachstum verzeichneten dennoch 276 Shops einen Umsatzrückgang. Im Vorjahr waren es lediglich 107. Bei 34 Onlineshops blieb der Umsatz ungefähr gleich. Bei weiteren 139 Onlineshops ist kein Vorjahresvergleich möglich, weil sie als Neueinsteiger im Ranking eingestiegen sind. Wie in den letzten Jahren bereits zu erkennen war, siedeln sich die Neueinsteiger insbesondere im hinteren Bereich des Rankings an. Die am schnellsten wachsenden Shops hingegen positionieren sich allesamt in der Top100.
Das Ranking und die aktuellen Daten basieren auf der Studie 'E-Commerce-Markt Deutschland 2022', durchgeführt von EHI und Statista, Hamburg. Die Studie für Deutschland analysiert detailliert die 1.000 umsatzstärksten Onlineshops und erscheint im Oktober 2022. Sie kann ab sofort online vorbestellt werden.
