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Wegen Web 2.0: "Zeit des E-Learning ist vorbei"
09.11.2006 Laut den Veranstaltern der Karlsruher ELearning-Messe Learntec ist "das Ende des klassischen E-Learning in Sicht". Die Begründung: Statt weiter auf traditionelle ELearning-Methoden zu vertrauen, würden Unternehmen neuen Web-2.0-Entwicklungen den Vorzug geben. Diese Sicht der Dinge teilt aber nicht die gesamte ELearning-Branche. Im Gegenteil: Branchen-Insider warnen sogar vor der Wissensvermittlung über Web-2.0-Lösungen.
Laut den LearnTec-Veranstaltern zeichnen sich erste Schritte in diese Richtung bereits ab. So würden Web-2.0-Lösungen wie Wikis zunehmend im Unternehmensalltag Fuß fassen, informelles Lernen in sozialen Netzwerken damit stetig an Bedeutung gewinnen. Laut den LearnTec-Verantwortlichen verfügen in Zukunft daher nicht mehr einzelne Experten über entscheidende Informationen, sondern selbstorganisierte Expertennetzwerke.
Thea Payome, Geschäftsführerin von Checkpoint E-Learning , teilt die Sichtweise der LearnTec-Veranstalter nicht: "Es gibt gerade einen Web-2.0-Hype in der ELearning-Branche", ärgert sie sich. Ihrer Erfahrung nach diskutieren zwar viele Unternehmen über den Einsatz von Web-2.0-Lösungen. "Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen dem, was Web 2.0 möglich macht, und dem, was Unternehmen unter wirtschaftlichen Aspekten erreichen wollen", warnt sie.
So würden sich offene Web-2.0-System leicht einer Kontrolle entziehen können, was sich laut Payome wohl kaum ein Unternehmen wünschen dürfte. Dazu sei eine "gezielte Schulung über Web 2.0 kaum machbar". Denn der Erfolg von Wissensvermittlungen in offenen System hängt ihrer Meinung nach davon ab, wie qualifiziert die Diskussionen dort ablaufen. Und trotz Schwarmintelligenz ist das laut Payome ein Unsicherheitsfaktor: "Das klassische E-Learning wird also weiter gebraucht und ist längst nicht tot."
Die LearnTec findet Mitte Februar 2007 in der Messe Karlsruhe statt.
