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Online-Werbestreit: BVDW kassiert Unterlassungserklärung
06.02.2007 Ungewöhnlich scharf hatte der BVDW Mitte Januar den BITKOM attackiert. Während der BITKOM nur von 480 Millionen Euro Werbe-Investitionen im Jahr 2006 in Deutschland wissen wollte, sprach der BVDW von einem annähernd doppelt so großen Online-Werbekuchen. Für sein forsches Vorgehen hat der BVDW jetzt die Quittung kassiert.
Der BVDW hat die Unterlassungserklärung bereits abgegeben, wie Verbandssprecher Christoph Salzig im Gespräch mit der iBusiness-Redaktion verrät. "Wir haben die Unterlassungserklärung allein zur Vermeidung weiteren Zeit- und Kostenaufwandes, der weder im Sinne der Marktteilnehmer noch unserer eigentlichen Aufgaben ist, abgegeben.", argumentiert Salzig. "In einem gemeinsamen Gespräch werden wir in Kürze nach konstruktiven Lösungen suchen." Um sich einen teuren Gerichtsprozess zu sparen, hat der BVDW sogar seine Presseerklärung vom 11. Januar 2007 wieder vom Netz genommen. Der BITKOM war bis Redaktionsschluss für keine Stellungnahme erreichbar.
BITKOM, der Verband der IT-Großunternehmen, ließ Anfang Januar verlautbaren, dass im Jahr 2006 seinen Erhebungen zufolge gerade einmal rund 480 Millionen Euro in klassische Online-Werbung investiert worden seien (exklusive Investitionen in Affiliate- und Suchmaschinen-Marketing). Der Wert der BITKOM erschien der Branche und dem BVDW aber kaum realistisch und erhitzte schnell die Gemüter. In einer ungewöhnlich scharfen Form hatte der BVDW daraufhin dem BITKOM vorgeworfen, falsche Zahlen zu veröffentlichen. "Es ist für die Entwicklung unser Branche abträglich, wenn viel zu niedrige Zahlen in den Markt getragen werden, die zudem überhaupt nicht belegt sind", ärgerte sich BVDW-Präsident Arndt Groth.
Hauptkritikpunkt des BVDW: Der Onlinevermarkterkreis (OVK) im BVDW hat in den letzten Jahren eine fundierte Methodik entwickelt, um die Onlinewerbeumsätze zu erheben, und zeigt transparent auf, wie die Umsatzzahlen zu Stande kommen. Der BITKOM dagegen konterte, dass seine Zahlen "zwar eher konservativ, aber realistisch sind". Details zur Erhebungsmehthode verriet der BITKOM allerdings nicht. Selbst auf iBusiness-Nachfrage hatte sich der IT-Verband Anfang Januar zur Methodik ausgeschwiegen.
903,1 Millionen Euro haben Werbetreibende laut dem OVK im vergangenen Jahr in klassische Onlinewerbung (exklusive Suchmaschinen- und Affiliate-Marketing) investiert. Damit liegen die Brutto-Werbeerlöse in der klassischen Online-Werbung laut dem Verband sogar über dem ursprünglich prognostizierten Volumen von 785 Millionen Euro.
