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Wie sich das Social Web und E-Commerce bis 2014 entwickeln

08.05.2009 Web2.0-Betriebssystem, Social Commerce, Web3.0 sind aktuelle Schlagworte, die die Zukunft des Internets beschreiben. Bis zum Jahre 2014 soll das Web fünf unterschiedliche Entwicklungs-Phase durchlaufen. Das prognostiziert Forrester Research.

Die Marktanalysten von Forrester Research   haben untersucht, wohin sich das Social Web und der E-Commerce in den nächsten fünf Jahren sowohl technisch als auch inhaltlich entwickeln werden. Herausgekommen sind fünf Entwicklungsphasen, die sich teilweise zeitlich überschneiden. Dabei sind Web3.0, Social Commerce oder das Web2.0-Betriebssystem die Schlagwörter, mit denen die einzelnen Entwicklungsphasen beschrieben werden.

  1. Die Phase der sozialen Beziehungen (Beginn: Mitte der Neunziger, Höhepunkt: zwischen 2003 und 2007): Die Phase, in der die Nutzer die sozialen Netzwerke für sich entdeckt haben. Sie erstellten Online-Profile, organisierten sich in Gruppen um Information zu teilen oder auszutauschen. Die ersten Markenartikler haben sich mit diesen Gruppen und Nutzern verbunden, um Brand-Werbung durch dialogorientiertes Marketing oder Sponsoring zu betreiben.

     (Bild: Forrester Research)
    Bild: Forrester Research

  2. Die Phase der sozialen Funktionsweise (Beginn: 2007, Höhepunkt: zwischen 2009 und 2012): Diese Phase umfasst die Entwicklung der sozialen Netzwerke hin zu Betriebssystemen. Die Nutzer können Widgets und Netz-Applikationen auf dem eigenen Profil integrieren. Marken beginnen eigene Applikationen zu entwickeln, um dem Verbraucher Nutzwert anbieten zu können. Dazu öffnen sich die Netzwerke externen Entwicklern und beteiligen diese am finanziellen Erfolg der Apps und Widgets. Das Social Web fasst auch in den Medien Fuß. So war beispielsweise das Social Network Facebook einer der ersten, die Anwendungsentwicklern E-Commerce-APIs zur Verfügung stellen.

  3. Die Phase der sozialen Besiedlung (Beginn: Ende 2009, Höhepunkt: 2011): Neue Technologien wie die OpenID   oder Facebook-Connect   werden die Barrieren sozialer Netzwerke überwinden, und somit die wesentlichen Unterschieden zwischen klassischen Webseiten des Web2.0 und den Netzwerken aufheben. Zukunftsforscher gehen davon aus, dass ziemlich jede Webseite sozial und kommunikativ ausgerichtet sein wird. Verbraucher werden ihre Kaufmotivation verstärkt von gleichrangige Meinungen abhängig machen. Marken werden sich auf Meinungsführer konzentrieren und Empfehlungen anderer mit einbinden. Soziale Netzwerke werden implizite und explizite Daten sammeln. Nicht mehr der persönliche Computer, der PC, sondern das Medium Internet soll künftig die einzige Anlaufstelle für den Nutzer werden. Software as a Service, Auflösung der Seitenmetapher, Widgets und Aggregation. Das sind die Begriffe, die das Web-2.0-Betriebssystem beschreiben. Mit Cloud Computing und dem mobilen Internet sind nun zwei neue Säulen hinzugekommen. Diese beiden neuen Elemente hatte Microsoft-Manager Ray Ozzie bereits Ende Oktober 2008 als strategisches Gerüst von Windows Azure vorgestellt.

     (Bild: Forrester Research)
    Bild: Forrester Research

  4. Die Phase des sozialen Kontextes (Beginn: 2010, Höhepunkt: 2012): In dieser Phase werden Webseiten vor allem personalisierte Inhalt und Nutzer-Erfahrungen ihren Besuchern präsentieren. Marken werden Besuchern spezifischen Inhalt anbieten und sich von Anmeldeseiten befreien. Soziale Netzwerke werden die Identitätssysteme des Internets werden. Andere Medien werden ihren Besuchern und Zuschauern personalisierte und interaktive Angebote zur Verfügung stellen. Schon jetzt erlaubt MySpace   den Export von Nutzerprofilen auch in andere Communities und Netzwerke.
    Unter dem Namen 'Data Availability' können die weltweit 117 Millionen Nutzer von MySpace ihr Profil und andere persönliche Daten wie Fotos, Videos oder Freundeslistesn mit anderen Social-Networking- und Community-Websites teilen.

  5. Die Phase des Social Commerce (Beginn: 2011, Höhepunkt: 2013): Online-Gruppen werden Marken mehr und mehr verdrängen. Verbraucher werden mit Gleichgestellten (anderen Verbrauchern) zusammenarbeiten um eine neue Generation von Produkten zu bestimmen und diese, ebenfalls in Gruppen, kaufen. Marken müssen sich somit an Gruppen anlehnen, eine gefühlte Negation der Shopping-Architektur hat innerhalb von weniger als 20 Jahren stattgefunden. Soziale Netzwerke werden Features anbieten um beim Produktdesign und beim Anbietermanagement zu helfen. Neuartige PR-Agenturen werden entstehen, die Online-Gruppierungen und nicht mehr Marken repräsentieren werden.
Thema: Wie sich das Social Web und E-Commerce bis 2014 entwickeln

Kommentar von Olaf Groß

Die Zukunft des Webs ist keine Revolution

Gerne ist bei so mancher Pressemeldung von der "Revolution" des Webs die Rede. Auch viele Blogs und Medien bedienen sich dieser Vokabel gerne. Aber mit dem gewaltsamen Umsturz der bestehenden Verhältnisse hat die Entwicklung des Webs nichts zu tun.

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 (Fotoatelier Koch)
Bild: Fotoatelier Koch
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Von: Eberhard Schneider ,  Netz der Möglichkeiten eG ,  Verbindungen
Am: 10.05.2009

Zu: Wie sich das Social Web und E-Commerce bis 2014 entwickeln

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