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Behavioral Targeting im Fadenkreuz
29.07.2009 Targeting ist ein Marketing-Tool im Web, das sich zunehmender Beliebtheit unter Auftraggebern erfreut. Aus der Politik kommen aber ganz andere Signale.
Die Fachhochschule im österreichischen St. Pölten hat gerade eine andere Rechnung aufgemacht. Nach einer Untersuchung stellte eine Autorin fest: "Die Targeting-Technologie funktioniert genau so gut wie die herkömmliche Methode der Umfeldplatzierung. In puncto Werbewirkung und Werbeerinnerungsleistung im Internet haben unsere Forschungsergebnisse keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Verfahren erkennen lassen."
Die Reaktionen im Nachbarland blieben verhalten. Oder wie es Mitautor Helmut Kammerzelt formuliert: "Das Thema ist an der Politik in Österreich nahezu komplett vorbei gegangen."
"Datenschutz bleibt auf dem Radar des Gesetzgebers"
In Deutschland hat die bayerische Verbraucherschutzministerin Dr. Beate Merk das Thema gerade für sich entdeckt und warnte Verbraucher öffentlich vor den Folgen zielgerichteter Online-Werbung: "Im Internet bleibt kein Klick unbemerkt. Das Surfverhalten der Internetnutzer wird systematisch aufgezeichnet und zu Werbezwecken ausgenutzt." Das klang in Richtung Werbetreibende nicht unbedingt freundlich. Und für die Zukunft heißt es aus dem Ministerium auf Anfrage: "Eine Gesetzesinitiative zu diesem Thema ist aktuell nicht in Vorbereitung. Aber auch nach der Verabschiedung der jüngsten Datenschutznovelle muss das Thema Datenschutz auf dem Radar des Gesetzgebers bleiben."
Kein Wunder, dass Nugg.Ad-Vorstand Stephan Noller sich vorsorglich dem Datenschutz besonders verbunden fühlt: "Nugg.ad hat eine sehr kooperative Beziehung zu den Datenschützern aufgebaut und Lösungen entwickelt, um datenschutzkonformes Targeting zu ermöglichen. Durch die Zusammenarbeit mit dem ULD (Red.: ULD ist das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein) ist in unserem Unternehmen eine Art Kultur des Datenschutzes entstanden und selbiger ist ein fester Bestandteil unseres Geschäftskonzeptes. Das Nugg.ad-System übermittelt an seine Kunden nur relativ grobe Informationen, um die zu dem Zielgruppensegment passende Werbung anzeigen zu können. Dadurch ist stets gewährleistet, dass ein User über diese Daten niemals persönlich identifiziert werden kann. Bezogen auf die jüngste Kritik an Targeting bleibt zu sagen, dass vom Datenschutz geprüfte und zertifizierte Verfahren einen besseren Schutz und mehr Transparenz bieten als Verbote und Wildwuchs."
