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Behavioral Targeting im Fadenkreuz

29.07.2009 Targeting ist ein Marketing-Tool im Web, das sich zunehmender Beliebtheit unter Auftraggebern erfreut. Aus der Politik kommen aber ganz andere Signale.

 (Bild: nugg.ad)
Bild: nugg.ad
Das Unternehmen Nugg.Ad    beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Thema Targeting und hat mit dem einzigartigen Prinzip des Predictive Behavioral Targeting eine Lösung entwickelt, durch die sowohl die Effizienz von Online-Kampagnen relevant gesteigert als auch der Zielgruppen TKP gesenkt wird. Dabei werden im Gegensatz zu Konkurrenzmodellen Daten aus dem Surfverhalten mit Daten aus erhobenen Befragungen zu Soziodemografie, Produktinteresse und Lifestyle kombiniert. Der Sprecher des Unternehmens, Christian Hillemeyer schwärmt: "Zielgruppen werden direkt buchbar gemacht, was für allem für Advertiser aus dem FMCG Umfeld attraktiv ist, da diese ihre Zielgruppen nicht durch Umfeldplatzierung erreichen."

Die Fachhochschule im österreichischen St. Pölten hat gerade eine andere Rechnung aufgemacht. Nach einer Untersuchung stellte eine Autorin fest: "Die Targeting-Technologie funktioniert genau so gut wie die herkömmliche Methode der Umfeldplatzierung. In puncto Werbewirkung und Werbeerinnerungsleistung im Internet haben unsere Forschungsergebnisse keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Verfahren erkennen lassen."

Die Reaktionen im Nachbarland blieben verhalten. Oder wie es Mitautor Helmut Kammerzelt formuliert: "Das Thema ist an der Politik in Österreich nahezu komplett vorbei gegangen."

"Datenschutz bleibt auf dem Radar des Gesetzgebers"

In Deutschland hat die bayerische Verbraucherschutzministerin Dr. Beate Merk das Thema gerade für sich entdeckt und warnte Verbraucher öffentlich vor den Folgen zielgerichteter Online-Werbung: "Im Internet bleibt kein Klick unbemerkt. Das Surfverhalten der Internetnutzer wird systematisch aufgezeichnet und zu Werbezwecken ausgenutzt." Das klang in Richtung Werbetreibende nicht unbedingt freundlich. Und für die Zukunft heißt es aus dem Ministerium auf Anfrage: "Eine Gesetzesinitiative zu diesem Thema ist aktuell nicht in Vorbereitung. Aber auch nach der Verabschiedung der jüngsten Datenschutznovelle muss das Thema Datenschutz auf dem Radar des Gesetzgebers bleiben."

Kein Wunder, dass Nugg.Ad-Vorstand Stephan Noller sich vorsorglich dem Datenschutz besonders verbunden fühlt: "Nugg.ad hat eine sehr kooperative Beziehung zu den Datenschützern aufgebaut und Lösungen entwickelt, um datenschutzkonformes Targeting zu ermöglichen. Durch die Zusammenarbeit mit dem ULD (Red.: ULD ist das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein) ist in unserem Unternehmen eine Art Kultur des Datenschutzes entstanden und selbiger ist ein fester Bestandteil unseres Geschäftskonzeptes. Das Nugg.ad-System übermittelt an seine Kunden nur relativ grobe Informationen, um die zu dem Zielgruppensegment passende Werbung anzeigen zu können. Dadurch ist stets gewährleistet, dass ein User über diese Daten niemals persönlich identifiziert werden kann. Bezogen auf die jüngste Kritik an Targeting bleibt zu sagen, dass vom Datenschutz geprüfte und zertifizierte Verfahren einen besseren Schutz und mehr Transparenz bieten als Verbote und Wildwuchs."

Thema: Behavioral Targeting im Fadenkreuz

Kommentar von Frederik Birghan

In der Zwickmühle

Erfolg weckt auch Aufmerksamkeit. Den Spezialisten für Targeting kann das nicht von jeder Seite genehm sein. Aktive Beteiligung an einer nicht zu vermeidenden Diskussion scheint das Mittel der Wahl.

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