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Das sind Deutschlands größte Onlineshops 2025
30.09.2025 Der deutsche E-Commerce wächst wieder - aber nicht für alle. Während etablierte sowie chinesische Player Marktanteile ausbauen, geraten viele kleinere Händler ins Hintertreffen. Das aktuelle Ranking offenbart Gewinner und Verlierer.
Und es kommt auch wieder Bewegung in das Ranking: Der Blick auf die Spitzenposition zeigt, dass sich sowohl bei der Reihung als auch bei den Umsätzen der zehn größten Onlineshops kräftig etwas getan hat. Während im Vorjahr die Top-Shops umsatzmäßig (außer Amazon) zum Teil deutliche Umsatzverluste hinnehmen mussten, konnten im aktuellen Studienzeitraum alle Top-10-Shops mit positiven Bilanzen aufwarten. Außerdem sind mit Shein und Rewe zwei neue Onlineshops in die Top 10 aufgestiegen.
Platzhirsch Amazon.de thront unverändert einsam auf Rang eins. Mit einem Gesamtumsatz von gut 15 Milliarden Euro bleibt die Konkurrenz weit abgeschlagen. Knapp ein Fünftel (18,7 Prozent) des Umsatzes der 1.000 größten deutschen Onlinehändler entfällt allein auf Amazon.de - der Plattformhandel ist hier noch nicht mitgerechnet. Auch ohne diesen Zusatz: Amazon.de wuchs im Jahr 2024 mit einem Umsatzplus von 2,3 Prozent (345 Millionen Euro) in etwa so stark wie der Gesamtmarkt der Top-1.000.
Wie in den Vorjahren zeigt sich der deutsche ECommerce-Markt hoch konzentriert - vor allem zur Spitze. So legten die Top-10-Shops mit acht Prozent Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr am stärksten zu, während die übrigen 990 Shops nur +1,3 Prozent verbuchten. Der Marktanteil der Top 10 steigt damit auf 38,8 Prozent; die Top 100 erwirtschaften 70,8 Prozent des Gesamtumsatzes. "Der Markt bleibt somit stark konzentriert. Große Anbieter wachsen schneller und sichern sich einen immer größeren Anteil am Gesamtmarkt", kommentiert Dr. Friedrich Schwandt, CEO von ECDB.
Für den Mittelbau und kleinere Shops war 2024 schwieriger: Die mittelgroßen Shops (Platz 101 bis 500) verzeichneten ein Minus von 0,5 Prozent, ab Platz 501 sanken die Umsätze im Schnitt um 1,6 Prozent.
Trotz jährlicher Verschiebungen (Shops steigen beispielsweise von der Top-1.000 in die Top-500 auf, andere rutschen ab) sind die Zahlen durchaus aussagekräftig. Denn nur wenige Auf- und Abstiege überschreiten die Segmentgrenzen. Aber es gibt sie, und in diesem Jahr hat sich auf den vorderen Rängen etwas getan.
Mit 1,12 Milliarden Euro ECommerce-Umsatz steigt der chinesische Onlinehändler Shein erstmals in die Top 10 ein und belegt Platz sieben. Der auf Mode/Bekleidung spezialisierte Anbieter weist 18 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr aus. Auch Rewe schafft mit 920 Millionen Euro (+33,5 Prozent) den Sprung auf Platz 9 - das stärkste relative Wachstum im Feld. Ein Platz davor profitiert shop-apotheke.com (29,1 Prozent) von einem überdurchschnittlich starken Wachstum.
Neu in den Top 20 ist Douglas : Die Parfümeriekette meldet 629 Millionen Euro Onlineumsatz und damit 14,8 Prozent mehr als im Vorjahr. "Neben den etablierten Playern gewinnen zunehmend auch Anbieter des täglichen Bedarfs an Bedeutung", resümiert Studienautor Lars Hofacker vom EHI. "Das liegt vor allem an veränderten Einkaufsgewohnheiten: Lebensmittel werden häufiger online bestellt - zur Lieferung oder Abholung - und das E-Rezept treibt die digitale Bestellung in Apotheken voran."
Auch jenseits der Top-Platzierungen im Ranking bleibt der ECommerce-Markt dynamisch: Viele Onlineshops veränderten dort im Vergleich zum Vorjahr ihre Position. Dabei bedeutet eine Rangverschiebung nach unten nicht in jedem Fall auch einen Umsatzrückgang.
Absolut betrachtet konnten 412 Onlineshops ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern - im Durchschnitt um 31,0 Prozent. Trotz der allgemein leichten Wachstumstendenz verzeichneten dennoch 427 Shops einen Umsatzrückgang. Im Vorjahr waren es "lediglich" 354. Bei 32 Onlineshops blieb der Umsatz ungefähr gleich. Bei weiteren 123 Onlineshops ist kein Vorjahresvergleich möglich, weil sie als Neueinsteiger ins Ranking eingestiegen sind. Wie in den vergangenen Jahren bereits zu erkennen war, siedeln sie sich insbesondere im hinteren Bereich des Rankings an.
Die Hauptproduktsegmente, die das größte absolute Wachstum aufweisen, sind Unterhaltungselektronik (+ 983 Millionen Euro), Generalist (+ 749,9 Millionen Euro) und Möbel (+444,2 Millionen Euro). Das größte relative Umsatzwachstum entfällt auf die Warengruppen Haushaltspflege (+45,6 Prozent/ 44,7 Millionen Euro), Tierbedarf (+31,2 Prozent/ 248,7 Millionen Euro) sowie Beauty & Körperpflege (+16,8 Prozent/ 258,8 Millionen Euro).
B2C-Marktplätze: Chinesen auf dem Vormarsch
Darüber hinaus weist die Studie ein Ranking der B2C-Marktplätze aus. Auch die Plattformen zeigen Bewegung. Amazon.de behauptet seine Spitzenposition mit einem Bruttohandelsvolumen (GMV) von mehr als 52 Milliarden Euro, was einem Plus gegenüber dem Vorjahreswert von 4,2 Prozent beziehungsweise 2,098 Milliarden Euro entspricht. Der Amazon-Marketplace generiert ein ECommerce-GMV, das gut 1,5-mal größer ist als die Summe des GMV der übrigen neun Top-10-Anbieter.Zweitplatzierter Ebay.de verliert 1,3 Prozent und kommt auf ein GMV von 8,709 Milliarden Euro. Auf Platz drei landet Otto.de , wobei die Hanseaten mit einem Umsatzplus von 9,0 Prozent und 7,085 Milliarden Euro GMV wieder deutlich zulegen konnten.
Den stärksten Sprung macht jedoch der chinesische Billiganbieter Temu.com , der sich mit einem GMV von 3,4 Milliarden Euro hinter Zalando neu in die Top 5 schiebt und ein Wachstum von 285 Prozent erzielt.
Auf Rang sechs der größten B2C-Marktplätze und damit um einen Platz verbessert hat sich Aliexpress.com . Das Bruttohandelsvolumen des zur Alibaba -Gruppe gehörende Unternehmens wuchs um 26,4 Prozent auf 2,743 Milliarden Euro. Neu unter den Top-10-B2C-Marktplätzen in Deutschland ist außerdem Shein.com (Platz 8) mit einem GMV von 1,8 Milliarden Euro und die Shop-Apotheke mit 1,446 Milliarden Euro GMV.
Nicht mehr unter den Top-Marktplätzen sind in diesem Jahr Mode-Anbieter Aboutyou , der Elektronikversender Saturn und Douglas.
Das Ranking und die aktuellen Daten basieren auf der Studie 'E-Commerce-Markt Deutschland 2025', durchgeführt von EHI und ECDB, Hamburg. Sie enthält die B2C-Produktumsätze (exkl. personalisierter Printprodukte) aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2024. Die Studie für Deutschland analysiert detailliert die 1.000 umsatzstärksten Onlineshops und erscheint im Oktober 2025. Sie kann ab sofort online vorbestellt werden.
