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Versandkostenstudie: Zahl der Paketdienstleister pro Shop steigt
19.03.2025 Unsere exklusive Studie zeigt, der Anteil der deutschen Onlineshops, die beim Versand auf mindestens drei Paketdienstleister setzen, steigt weiter. Außerdem hat die Redaktion ermittelt, mit welchem KEP-Dienstleister die Deutschen am zufriedensten sind.
Daher ist lohnenswert, einen Blick auf die Branchenentwicklung in den vergangenen Jahren zu werfen. Die Redaktion hat dazu die Versand- und Retourenmodelle von Deutschlands 100 größten Händlern (nach EHI-Ranking) unter die Lupe genommen (Stichtag: 23./24.2.2022 - 29./30.3.2023 - 18./19.07.2024) und mit den Vorjahreswerten (Stichtag: 11./12.3.2025) verglichen.
Der erste Teil unserer Studie hat gezeigt, Inflation sowie teils höhere Kosten für Transporte, Verpackungen, Paletten oder auch Lizenzen haben in der ECommerce-Branche zu einem Umdenken in der Kostenkalkulation geführt. Mittlerweile reicht die große Mehrheit der umsatzstärksten Onlinehändler in Deutschland die Versandkosten an ihre KundInnen durch. Kulant hingegen zeigen sich die Shopbetreiber bei den Retourenkosten: Aktuell müssen sich bei 23 Prozent der untersuchten Top-100-Shops die KundInnen in irgendeiner Form an den Kosten retournierter Waren beteiligen (siehe Analyse: Gratisversand wird zum Auslaufmodell).
Shops setzen auf immer mehr Versanddienstleister
Im zweiten Teil der Studie hat die Redaktion untersucht, auf welche und wie viele KEP-Dienstleister die größten Onlineshops in Deutschland setzen.Stark geschrumpft ist in den vergangenen vier Jahren der Anteil der Top-100-Händler, die sich nur auf einen einzigen Paketdienstleister verlassen: Während 2022 noch 42 Prozent der Shops auf einen einzigen KEP-Anbieter beim Versand setzten, sind es aktuell nur noch sechs Prozent der Shops. Relativ stabil bleibt der Anteil der Shopbetreiber, die auf zwei Versender setzen - nämlich 31 Prozent.
Massiv angezogen hat dafür der Anteil der Onlineshops, die mindestens drei oder mehr Paketdienste nutzen: Mehr als sechs von zehn Shops (63 Prozent) nutzen mittlerweile mindestens drei Versandunternehmen. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 waren es gerade mal 23 Prozent. Hier ist also eine starke Dynamik zu beobachten.
Entscheidende Argumente für Händler mit mehreren Dienstleistern zusammenzuarbeiten, dürften vor allem Flexibilität und höhere Zuverlässigkeit sein. Aber auch die Wettbewerbssituation spricht dafür, mehrere Paketdienstleister unter Vertrag zu nehmen. Indiz dafür: In der Regel werden laut unserer Untersuchung auch die in Rechnung gestellten Versandkosten im Schnitt günstiger, je mehr Dienstleister beschäftigt werden.
Am häufigsten wird nach wie vor der Marktführer Deutsche Post DHL von den Onlineshops angeboten. 84 Prozent der Top-100-Onlinehändler verschicken ihre Pakete zumindest teilweise mit dem einstigen Staatsunternehmen. Von 49 Prozent der Händler wird (auch) der Dienstleister Hermes gewählt. UPS, DPD und GLS werden dagegen deutlich weniger häufig beauftragt. Wobei Hermes-, DPD- und GLS-Händler im Vergleich meist mit deutlich niedrigeren Versandpauschalen als DHL auskommen.
Amazon und DHL wachsen bei der Bekanntheit am stärksten
Außerdem haben wir im vergangenen Jahr eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durchgeführt und wollten wissen, welche KEP-Dienstleistungsunternehmen die Menschen in Deutschland kennen, nutzen und welche Erfahrungen sie generell mit diesen Paketdiensten gemacht haben. Hier konnten sie ihre Erfahrung in einer fünfteiligen Bewertungsskala eintragen. Alle Angaben haben wir in einen gemittelten Punktewert umgerechnet, bei dem eine 1 für "sehr schlecht" und eine 5 für "sehr gut" steht.DHL und Hermes bleiben bei der bundesdeutschen Bevölkerung nach wie vor die bekanntesten Paketdienstleister für den Onlinehandel. 98 von 100 BundesbürgerInnen kennen DHL, 93 von 100 Hermes als ECommerce-Paketdienstleister. Auf eine Bekanntheit von mehr als 80 Prozent kommen auch DPD (86 Prozent) und die Deutsche Post (84 Prozent) - die zweifelsfrei eine höhere Markenbekanntheit aufweist, aber nicht von jedem als Logistikdienstleister für Onlineshops wahrgenommen wird.
Die FedEx-Tochter TNT, die knapp jeder Dritte kennt, hat am meisten Bekanntheit eingebüßt. Der vor allem regional aktive Briefversender PIN AG, Tochter der Ratinger Postcon, ist den meisten Menschen unbekannt.
Während bei DHL, Hermes, Post, PIN und Amazon neun von zehn Menschen, die den Anbieter kennen, ihn auch (aktiv oder passiv) nutzen, ist das bei den anderen nicht so. DPD und GLS kommen immerhin auf über 80 Prozent Nutzung. Das ist bei Fedex, TNT und UPS anders: Hier hatte im vergangenen Jahr zwischen einem Viertel und einem Drittel keinen Kontakt, es ist also reine Markenbekanntheit.
Auch oder ausschließlich zum Versand nutzt die Mehrheit der von uns Befragten die beiden Marken des gelben Konzerns. Deutlich dahinter rangiert bereits Hermes Europe. Nur noch knapp die Hälfte der bundesdeutschen Kundschaft verschickt Pakete und Päckchen über die Versandtochter der Otto-Group. Die anderen Dienstleister werden nur von einer Minderheit genutzt - Fedex, TNT und PIN haben nur eine marginale Marktbedeutung.
Im Vergleich zu unserer Befragung vom Frühjahr 2023 fällt auf, dass durchwegs sämtliche Paketdienstleister häufiger genannt worden sind, was die Frage nach der Versandnutzung angeht. Die größten Zuwächse verzeichnen dabei Amazon (plus 3,9 Prozent) und Marktführer DHL (plus 3,5 Prozent). Selbst wenn man bei bevölkerungsrepräsentativen Befragungen mit einer Fehlerquote von ein bis drei Prozent kalkulieren muss: Festzuhalten ist, dass Amazon sich inzwischen in der Liga der großen deutschen Paketdienstleister etabliert hat. Das ist vor allem wohl darauf zurückzuführen, dass mittlerweile hunderttausende von Onlineshops und Kleinstversendern Amazon als Marktplatz und als Fullservice-Dienstleister nutzen - und damit eben auch als Versanddienstleister.
