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Einzelhandel verlagert Lieferkette zurück ins Inland

09.12.2020 Eine Studie beschreibt die Zukunft des Einzelhandels und die Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die Lieferketten. Befragt wurden 30 große europäischen Einzelhändler sowie über 3.000 Haushalte in Deutschland. Deutsche Einzelhändler planen demnach, in den nächsten zwölf Monaten Produkte im Wert von rund 9,4 Milliarden Euro aus Deutschland zu beziehen.

 (Bild: Gino Crescoli/Pixabay)
Bild: Gino Crescoli/Pixabay
Die COVID-19-bedingten Einschränkungen des internationalen Warentransports stellten Unternehmen vor plötzliche Lieferengpässe und zwangen viele zu einem Umdenken. 70 Prozent der befragten Händler hinterfragten ihre Lieferketten-Strategie als Folge der COVID-19-Krise und mehr als die Hälfte (55 Prozent) haben bereits begonnen, ihre Lieferketten zu diversifizieren. Davon wollen 29 Prozent dies in den nächsten zwölf Monaten umsetzen. 14 Prozent der befragten Unternehmen haben bereits begonnen, Produktionen und Prozesse ins Inland zu verlagern. Das geht aus der Studie der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal (A&M) zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser hervor.

Den Studienautoren zufolge habe sich der Einzelhandel vor allem auf Kostenvorteile in Niedriglohnländern konzentriert. Die COVID-19-Krise habe dies schlagartig geändert, jetzt steht die Resilienz der Lieferketten im Vordergrund. Um in künftigen Krisen weniger anfällig für Lieferengpässe zu sein, planen die Händler ihre Lieferketten nachhaltig zu diversifizieren und in Teilen zurück ins Inland zu holen.

Robustere Lieferketten fördern nachhaltigen Handel

70 Prozent der von A&M befragten Händler gaben an, ihre Lieferketten derzeit auf mehr Nachhaltigkeit auszurichten. 30 Prozent der Studienteilnehmer haben dies ebenfalls vor. Wie die Befragung zeigt, legen auch die Konsumenten mehr Wert auf nachhaltig produzierte Waren. So sind 54 Prozent der befragten Deutschen bereit, mehr für ihr Wunschprodukt auszugeben, wenn es aus Gründen der CO2-Ersparnis in Deutschland produziert wird und dadurch aber mehr kostet. Immerhin 20 Prozent legen Wert auf klimafreundlich hergestellte Produkte, sie würden dafür aber nicht mehr ausgeben.

Eine weitere Folge der robusteren Ausrichtung ist die Beschleunigung der Digitalisierung und Automatisierung von Lieferketten. Um Prozesse möglichst effizient zu gestalten, müssen Unternehmen das Konsumentenverhalten verstehen, bewerten und antizipieren. Dazu wollen 77 Prozent der befragten Händler in die Digitalisierung ihrer Lieferkette investieren, 63 Prozent davon in Automatisierung. Die digitale Transformation birgt dabei nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen. 80 Prozent der Befragten gaben Investitionen in die Cybersicherheit an.

(Autor: Susan Rönisch )

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