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Online-Shops: Für wen sich Gütesiegel wirklich lohnen
29.05.2008 Online-Shops werden erst durch Gütesiegel sicher, seriös und zuverlässig. Das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag der Gütesiegel-Vergabestelle Trusted Shops. Eine iBusiness-Analyse zeigt, für welche Shops ein Gütesiegel wirklich einen Mehrwert bringen kann.
Die Studie belegt, dass vor allem Nutzer aus der Pre-Internet-Generation (72,8 Prozent) Gütesiegel als Kriterium für eine sichere und seriöse Geschäftsabwicklung ansehen. Bei den unter 40 Jahre alten Internetnutzern beträgt der Anteil immerhin noch 59,1 Prozent. Unabhängig vom Alter gibt ein Gütesiegel fast 70 Prozent der Befragten das Gefühl in einem seriösen Shop einzukaufen. Die Studie bringt für Online-Shop-Betreiber einige Interessante Ergebnisse:
Fast jeder zweite befragte Internetnutzer (49,6 Prozent) kennt das Gütesiegel Trusted Shops , die auch zugleich Auftraggeber der Studie sind. Die Konkurrenz von s@fer-shopping , Geprüfter Online-Shop und internet privacy standards folgen auf den Plätzen. Dabei liegt das vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) und dem EHI Retail-Institut (EHI) vergebene Gütesiegel 'Geprüfter Online-Shop' im Bekanntheitsgrad weit hinter Trusted Shops und s@fer-shopping (39,1 Prozent) zurück. Dies ist aber leicht zu erklären: Das Siegel 'Geprüfter Online-Shop' gibt es in zwei Varianten: ein Siegel vermarktet das EHI in Eigenregie, das andere in Kooperation mit dem BVH. Das letzte wird nur an die rund 250 Verbandsmitglieder innerhalb des BVH vergeben. Trusted Shops und s@fer-shopping hingegen zertifizieren jeden Online-Shop, der die Prüfkriterien erfüllt. Allerdings erwirtschaften die Mitglieder des BVH nahezu 80 oder sogar 90 Prozent des gesamten Distanzhandels-Umsatzes (Katalog, ECommerce, TV-Shopping, Direktversand) in Deutschland.
Gütesiegel haben sich seit einigen Jahren zu einem Standard-Element im Online-Shopping entwickelt. Dies bestätigt auch ECommerce-Experte Jochen Krisch im Gespräch mit iBusiness: "Gütesiegel sind eigentlich nur in der Neukundenwerbung und bei unbekannten Shops sinnvoll. Starke Marken haben ihre Bestandskunden ohnehin von der Zuverlässigkeit und Seriosität ihres Shops überzeugt.", urteilt Krisch. Dies sieht auch Online-Shop-Experte Peter Höschl so. "Die Studie belegt ja, dass Gütesiegel sicherlich bei älteren Kunden einen Vertrauensvorschuss führen können", erklärt er gegenüber iBusiness. Allerdings sei bisher in keiner bekannten Studie nachgewiesen, ob sich das Vorhandensein eines Gütesiegels positiv auf die Umsätze eines Shops auswirken. "In den einschlägigen Foren diskutieren die Shop-Betreiber den Nutzen von Gütesiegeln sehr unterschiedlich. Die einen sehen eine konkreten Nutzen für ihr Geschäft, die anderen nicht".
Warum trotzdem auch etablierte Online-Händler wie Otto , Quelle und Neckermann Gütesiegel auf ihren Shops einbinden, verrate ein Blick auf die Vergabeorganisationen. So setzten die meisten großen Shops im wesentlichen auf die Siegel des BVH und des TÜVs (s@fer-shopping). Interessant dabei, dass beim s@fer-shopping-Siegel die Marke TÜV absolut prominent promotet wird. Denn der TÜV zählt unter deutschen Verbrauchern neben der Stiftung Warentest zu den maßgeblichen Organisationen wenn es um Qualitätssicherung geht. Somit nutzen Online-Shops also den Vertrauensvorschuss, den die Nutzer in die Marke TÜV setzen.
Statt auf Gütesiegel zu setzten, rät Krisch lieber das Impressum eines Online-Shops übersichtlich und vollständig zu gestalten. "Usability-Studien haben gezeigt, dass viele Internet-Nutzer zuerst einmal in das Impressum schauen, wenn sie neu auf der Seite sind oder Bedenken hinsichtlich der Seriosität haben", weiß Krisch.
