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Single-sign-on hat Potenzial zum ECommerce-Trend

04.06.2008 Einmal seine Kundendaten hinterlegen, in unterschiedlichen Shops einkaufen, aber nur einmal Versandkosten zahlen. In den USA rücken Online-Händler von klassischen Marktplatz-Konzepten ab und testen eigene Single-sign-on-Strategien. Eine Entwicklung die auch in Deutschland zum Trend werden kann, meinen Experten.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Unterschiedliche Online-Shops, aber nur ein gemeinsamer Warenkorb. Diese Aggregations-Strategie kennen Online-Händler bisher nur von Shopping-Plattformen wie Tradoria  . Diese Strategie hat jetzt auch der US-amerikanische Mode-Händler GAP   für seine vier Online-Shops übernommen. Kunden zahlen nur einmal Versandkosten, auch wenn sie seitenübergreifend auf mehreren Seiten bestellen. Zur Gap-Familie gehören neben dem GAP-Shop die Marken Bananarepublic  , Old Navy   und Piperlime  .

Dazu fährt GAP einen klassischen Portal-Ansatz. Der Kunde meldet sich einmal bei GAP an und kann dann in jedem der vier Online-Shops einkaufen. Dies hat den Vorteil, dass der Nutzer seine Adress- und Zahlungsdaten nur bei der ersten Anmeldung einmal hinterlegen muss. Unabhängig in welchem Shop sich der Nutzer gerade befindet, er kann über eine neutral gestaltete Navigationsleiste sofort in die anderen Shops wechseln.

ECommerce-Experte Peter Höschl sieht im Single-sign-on-Ansatz durchaus Trendpotenzial. "Der Kunde wird länger an den Shop und die Marke gebunden. Das steigert die Chance zu erfolgreichem Cross-Selling enorm und das wirkt sich nachhaltig auf einen höheren Umsatz aus", bewertet er die Strategie im Gespräch mit iBusiness.

Auch ECommerce-Spezialist Jochen Krisch ist davon überzeugt, dass GAP erste Signale in Richtung kooperativ vernetzter Online-Shops aussendet. "Momentan läuft diese Strategie nur innerhalb einer Unternehmensgruppe. Eine weiterentwicklete Variante wäre die Vernetzung unabhängiger Shops mit nur einem Warenkorb, so wie es bei Tradoria in Ansätzen passiert", spinnt Krisch gegenüber iBusiness den Faden weiter.

Eine ähnliche Strategie fahren auch bereits die großen deutschen Multichannel-Händler wie beispielsweise Otto  , Quelle   oder Neckermann  . Allerdings mit dem Unterschied, "dass die Sortimente anderer Händler - auch wenn sie aus der eigenen Konzern-Gruppe kommen - vollständig in der Marke des Quelle- oder Otto-Shops aufgehen", beschreibt Krisch die verschiedenen Ansätze. Dahinter steht die Marketing-Strategie, dem Kunden ein möglichst breites Sortiment unter einer einheitlichen Marke anbieten zu können. Einen mit GAP vergleichbaren Ansatz gibt es in Deutschland aber noch nicht, bestätigt Markus Schilling , Teamleader ECRM bei Neckermann.de, gegenüber dem von iBusiness befragten Versandhandels-Experten Martin Groß-Albenhausen direkt auf der Etail Euorpe   in London.

Die großen Online-Händler haben sich in den letzten Jahren unterschiedlichste Spezial-Shops einverleibt, um den Kunden ein umfassendes Angebot präsentieren zu können, "nutzen dieses Potenzial aber nicht aus", ist sich Groß-Albenhausen sicher. "Ich denke, dass Single-sign-on ein Trend im E-Commerce werden kann, vor allem wenn es darum geht, eigenständige Marken-Shops aufzubauen und miteinander zu vernetzten", prognostiziert Groß-Albenhausen. Voraussetzung dafür sei es aber, die einzelnen Warenströme genau auseinander halten zu können.

 (Bild: GAP Inc.)
Bild: GAP Inc.

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