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Online-Werbestudie: "Portal-Anbieter stehen vor einschneidenden Veränderungen"
20.10.2006 (iBusiness) Eine jetzt veröffentlichten Studie von A.T. Kearney bestätigt eine iBusiness-Analyse vom Juli 2006: Von den steigenden Online-Werbespendings in Deutschland profitieren vor allem die großen Anbieter von Online-Portalen.
"Die führenden Online-Portale bedienen bereits alle wichtigen Nutzerbedürfnisse", warnt Berater Dr. Martin Fabel. "Zusätzliche Funktionalitäten werden daher kaum noch zusätzliche Dynamik bringen." Die deutsche Onlineportal-Landschaft steht laut der Managementberatung daher vor "einschneidenden Veränderungen, die neue erfolgreiche Player hervorbringen wird".
Marktreiber dieser Entwicklung sind in erster Linie soziale Netzwerke mit nutzergenierten Inhalten, die laut A.T. Kearney den etablierten Portalen und Suchmaschinen "den Rang abzulaufen drohen". Denn Werbekunden werden der Managementberatung nach künftig vor allem dort in Onlinewerbung investieren, wo "inhaltsorientierte Sites eine hohe Nutzerbindung für spitze Zielgruppen" bieten. Und hier haben Web-2.0-Communties laut A.T. Kearney den entscheidenden Vorteil gegenüber den "traditionell eher breiter aufgestellten Portalen mit ihren homogenisierten Inhalten."
Die Zeichen der Zeit scheint AOL bereits erkannt zu haben. AOL-Vorstandsvorsitzender Jonathan Miller sieht bereits in MySpace eine neue Konkurrenz für die etablierten Portalanbieter. "Wir planen daher Akquisitionen in Europa und sind auf der Suche nach Internetunternehmen", hat er jetzt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erklärt. Dem Bericht nach sollen die Akquisitionen in erster Linie die Reichweite von AOL erhöhen. "Wenn Myspace wächst, wollen wir Geld mit Werbung verdienen", erklärt Miller sein Konzept.
Anfang Juli war die exklusive Markterhebung der iBusiness-Redaktion zu dem Ergebnis gekommen, dass die Top-5 in der IVW gelisteten Onlineportale im Jahr 2005 über 40 Prozent des Gesamtumsatzes von 507 Mio. Euro eingefahren haben.
