Jetzt zum Webinar anmelden
Agenturwert berechnen
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Konsumgüter-Branche: "E-Commerce erfüllt die Erwartungen nicht"
15.11.2007 Die Versandhandelsbranche freut sich Jahr für Jahr über steigende Online-Umsätze. So brummt das Internet-Geschäft mit Büchern, CDs, Bekleidung und Schuhen wie nie. Doch einer aktuellen Studie zufolge fallen die ECommerce-Umsätze der gesamten Konsumgüter-Branche in Deutschland, Österreich und der Schweiz einer aktuellen Studie "überraschend niedrig" aus.
für das Multi-Channel-Management in Handel', für die 75 Unternehmen der Konsumgüterbranche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz von der Wirtschaftsprüfung PricewaterhouseCoopers und der Universität St. Gallen befragt wurden. Demnach fallen die Erlöse aus Online-Shops und anderen Homeshopping-Plattformen mit deutlich weniger als zehn Prozent Anteil am Gesamtzumsatz der Unternehmen überraschend niedrig aus.
Die befragten Hersteller insgesamt erzielen gerade einmal zwei Prozent ihres Umsatzes über Homeshopping-Kanäle, bei den Händlern beträgt der Umsatzanteil rund 8,6 Prozent. Damit ist das Homeshopping laut der Studie für den Handel kaum wichtiger als der Direktverkauf an der Haustür (Umsatzanteil: 7,9 Prozent) und der Verkauf über so genannte Beziehungskanäle ("Tupper-Party"), auf den rund 7,8 Prozent des Gesamtumsatzes entfallen.
"Der Internet-Vertrieb hat die hohen Erwartungen vieler Händler und Hersteller bislang nicht erfüllen können", beobachtet Gerd Bovensiepen , Partner und Leiter des Competence Centers Retail & Consumer Deutschland bei PwC. "Nur bei den so genannten vertikal integrierten Unternehmen, die ihre Produkte selbst herstellen und vertreiben, ist der Online-Umsatz deutlich zweistellig", konstatiert er.
Beim Aufbau neuer Vertriebskanäle besteht laut PwC zudem grundsätzlich die Gefahr von Umsatzeinbußen in den alten Kanälen. "Wenn Hersteller eigene Flagship-Stores eröffnen oder Filialisten ein Shopping-Portal im Internet starten, ist mit Widerständen etablierter Handelspartner wegen der befürchteten Konkurrenz zu rechnen", warnt PwC. Unternehmen sollten beim Multi-Channel-Handel auch einen Preiswettbewerb zwischen den Kanälen vermeiden.
Laut dem Bundesverband des deutschen Versandhandels (BdV) kaufen Deutsche allerdings immer mehr über das Internet ein (iBusiness berichtete) . Demnach geben die deutsche Internetnutzer in diesem Jahr rund 10,9 Milliarden Euro beim Online-Shopping aus. Im Vergleich zum Vorjahr sind das neun Prozent mehr.
Der Onlinehandel erreicht damit laut BdV in diesem Jahr einen Anteil von 39,5 Prozent am Gesamtumsatz des Versandhandels (Wert: 27,6 Milliarden Euro). Und nach Angaben von ComScore geben 36 Prozent der Deutschen, dass sie dieses Jahr online mehr für ihre Weihnachtseinkäufe ausgeben wollen als letztes Jahr.
Dennoch widersprechen sich die verschiedenen Studien nicht: Denn laut BVH etwa wird im Internet in diesem Jahr mit rund 3,9 Milliarden Euro das meiste Geld für Bekleidung, Textilien und Schuhe ausgegeben. Bei diesen so genannten 'Shopping Goods' handelt es sich zwar auch um Konsumgüter. Bei der PwC-Studie allerdings wurden allerdings noch Hersteller und Händler von 'Convenience Goods' (Güter des täglichen Bedarfs wie Süßigkeiten oder Körperpflege-Produkte) und 'Speciality Goods' (Luxusartikel) und 'Unsought Goods' berücksichtigt. Diese Waren werden oft noch gar nicht oder rudimentär im Web angeboten.
