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Online-Publishing: Tageszeitungen fahren künftig zweigleisig

von sr

04.05.2007 Die Saarbrücker Zeitung versucht nun, über ein zusätzliches Online-Angebot junge Zielgruppen zu erreichen. So soll das neue Web-2.0-Angebot junge Onliner an die Zeitungsmarke binden, Stammleser dagegen weiter die traditionelle Website nutzen. Nach Einschätzung des 'Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger' (BDZV) entsteht hier ein zukunftsträchtiges Online-Publishing-Modell.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Doppelt hält besser: Die Saarbrücker Zeitung   aus dem Holtzbrinck Verlag   ist ab sofort mit zwei Internet-Auftritten im Web vertreten, wie Digital Next   berichtet. Demnach sollen die Stammleser der Print-Ausgabe unter der Domain Saarbrücker-Zeitung.de   (derzeit in Überarbeitung) ein adäquates Online-Angebot finden. Jüngere Internetnutzer und potenzielle Neu-Abonnenten will die Zeitung dagegen über die Website Sol.de   erreichen.

Bei Sol.de gibt es bereits jetzt ein buntes Angebot an Communities, Foto-Storys und Avatar-Diensten, was deutlich eine junge Zielgruppe adressiert. Ab September will der Verlag Medienberichten zufolge auf dem Portal auch IPTV in Form einer täglichen Nachrichtenshow zeigen. Zudem sind Leser-Blogs zu regionalen Themen und Vereinen geplant.

Nach Einschätzung des Berliner Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger   (BDZV) werden wohl weitere Tageszeitungen dem Beispiel Saarbrückens folgen. So ist laut Verbandssprecherin Anja Pasquaj das Web-2.0-Angebot an Leserblogs, Communities und IPTV ausgesprochen geeignet, junge Leser an Tageszeitungen zu binden: "Die jungen Nutzer sind wild darauf, sich an Content interaktiv zu beteiligen", argumentiert sie.

Kaum als Publishing-Modell taugen dagegen noch regionale Online-Verbundprojekte von mehreren Tageszeitungen. Diesen Schluss legt zumindest das Projekt Westline   nahe, in dem bislang die großen Tageszeitungen des Ruhrgebiets online ihre Berichterstattung bündelten. Jetzt hat mit den Westfälischen Nachrichten   erstmals eine Tageszeitung aus dem Westline-Verbund zusätzlich einen eigenen Internet-Auftritt aufgesetzt. Wie der Online-Verantwortliche Hilmar-Riemenschneider gegenüber iBusiness erklärt, will die Zeitung damit im Internet ihre Marke stärken, die im Verbundprojekt untergegangen war.

Auch das neu gestartete regionale Zeitungsportal OnRuhr   hat mit Problemen zu kämpfen. Wie Chefredakteur Uwe Knüpfer gegenüber iBusiness bestätigte, kann das Zeitungsportal 1.0 seinen Autoren in den nächsten Wochen vorerst keine Honorare zahlen.

Thema: Online-Publishing: Tageszeitungen fahren künftig zweigleisig

Kommentar von sr

Vorgeschmack auf die Zukunft

Sinkende Auflagen und ein schwindendes Anzeigengeschäft: Da Tageszeitungen ihm traditionellen Print-Geschäft weiter an Boden verlieren, sind Online-Auftritte ein absolutes Muss. Und wer hierbei als Publisher einige Aspekte beachtet, dürfte auch langfristig Erfolg haben.

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 (Boris Giesl)
Bild: Boris Giesl
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