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Disruption: Portal Airbnb höhlt Markt für Mietwohnungen aus
25.07.2014 Die Shareconomy des Vermietungsportal Airbnb und seine Klone sind offensichtlich verantwortlich für die Wohnraumverknappung in deutschen Großstädten. Eine Untersuchung zeigt, dass in Berlin, Hamburg, Köln und München eine große Zahl von Mietwohnungendauerhaft als Ferienwohnung vermietet werden.
Wohnungsangeboten auf der C2C-Plattform Airbnb, die Capital in Auftrag gegeben hat. Demnach werden allein in den beliebten Kiezlagen Berlins inzwischen fast 6.000 Wohnungen über Airbnb dauerhaft als Ferienwohnungen vermietet, obwohl sie laut offiziellem Airbnb-Angebot eigentlich nur übergangsweise an Touristen untervermietet werden sollen. Auch in Hamburg, München und Köln fanden sich jeweils weit über 1.000 vergleichbare Angebote.
Die neuen Zahlen sind brisant, gilt der Markt für Mietwohnungen in den Zentren deutscher Großstädte doch ohnehin als angespannt. In den beliebten Vierteln von Berlin, München, Köln und Hamburg sind die Quadratmeterpreise für Neuvermietungen in den vergangenen Jahren zum Teil drastisch gestiegen. Wie sich nun zeigt, werden aber etwa in Berlin viele Wohnungen gar nicht mehr an reguläre Dauermieter, sondern an Touristen vermietet, weil die Mieteinnahmen so deutlich höher sind.
Der Geschäftsführer des Berliner Mietvereins , Reiner Wild , greift Airbnb scharf an und fordert schärfere gesetzliche Regelungen gegen die Umwandlung von Miet- in Ferienwohnungen. Auch der Hauptgeschäftsführer des Hotelverbands Deutschland (IHA) Markus Luthe attackiert die neue Konkurrenz: "Das Geschäftsmodell von Airbnb hat mit idealistischer 'Sharing Economy' wenig gemein hat." Die Rede vom Teilen sei "Sozial-Romantik" und diene "knallhartem Marketing-Kalkül".
Airbnb hatte bislang stets darauf verwiesen, dass über ihre Plattform hauptsächlich Privatpersonen ihre Wohnungen für kurze Zeit untervermieten. Aus der 'Capital'-Untersuchung lässt sich allerdings erkennen, dass Airbnb-Anbieter häufig mehr als nur eine Wohnung kontrollieren. Allein in Berlin haben 216 Anbieter drei und mehr Wohnungen zur dauerhaften Vermietung eingestellt - ein klares Indiz für eine gewerbliche Vermietung. Einzelne Vermieter verfügen sogar über mehr als 40, manche über mehr als 70 Wohnungen.
