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Unentdeckter Agentur-Markt: Künstliche Intelligenz im B2B-Commerce
10.10.2019 B2B hat sich gegen Künstliche-Intelligenz-Anwendungen gesperrt, doch der Widerstand weicht einer Aufgeschlossenheit: Agenturen mit der richtigen Strategie erwartet ein spannender und noch weitgehend frischer Markt.
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Die Beharrungskräfte eines People's Business: Wieso B2B nur verzögert KI annimmt
B2B ist aus verschiedenen Gründen noch weitgehend KI-Neuland. Legt ein Experte wie Klaas Bollhoefer die ihm als Wissenschaftler gegebene Aversion gegen Pauschalisierungen kurz ab, so schätzt der Gründer und Geschäftsführer des auf Künstliche Intelligenz spezialisierten IT-Dienstleisters Birds On Mars den Abstand zu B2C auf etwa vier bis fünf Jahre: "B2B lebt von der Konstanz und Optimierung der Prozesse; da existiert manchmal nicht so viel Spielraum für etwas wie KI. Es ist schwerer, Potenzial zu heben als im B2C, wo man eine neue coole App baut und die durch die Decke geht."Etablierte Kunden-/Händler-Beziehungen: Viele Prozesse sind für Automation und KI schwer zugänglich, weil zwischenmenschliche Kontakte den operativen Alltag bestreiten. Denkt B2C in Service-Centern und CRMs, wenn es um Kundenbindung geht, fährt B2B den Key Account Manager auf, der nicht ohne Eifersucht über seine Kunden wacht.
Persönlich ausgehandelte Preisgefüge: In diesen Kunden-Händler-Beziehungen werden die Preise verhandelt. Per Telefon, Fax und in Meetings. Diese Prozesse sperren sich gegen die Abbildbarkeit in Bidding- und programmatischen Mechanismen.
Komplexere Freigabe-Hierarchien: Wie soll eine KI-getriebene, automatisierte Lösung ihren großen Vorteil der Zeitersparnis ausspielen können, wenn jeder Schritt drei bis fünf Freigabe-Instanzen durchlaufen muss - vielleicht mit verpflichtender Schriftform.
Kein Primat des Digitalen: Im B2C-Onlinehandel existieren manche Prozesse weitgehend nur in der Digitalität, sie ist hier eine Qualität aus sich heraus. Im B2B dienen digitale Plattformen oft nur als Hilfsmittel. Sie koppeln bestimmte Ebenen miteinander, informieren über analoge Ökosysteme, aber ersetzen sie nicht mit einem digitalen Pendant.
Man muss also an das Thema KI im B2B anders herangehen als im B2C - genauso wie man an das Thema Online im B2B anders herangehen muss als im B2C: "Es gilt, gezielt zu schauen: Wo kann KI das Quentchen extra liefern, auf das es ankommt", sagt Bollhoefer. "Man sieht es beim Thema Food - wie oft versuchen Supermärkte den Lebensmittelhandel zu digitalisieren. Und scheitern, weil das eben mehr ist als eine Frage von Kompetenz in Daten und Digitalisierung. Genau so verhält es sich in B2B öfter." Andererseits sei trotz aller immanenten Trägheit von B2B - die durchaus ihren Sinn hat - allmählich ein guter Zeitpunkt erreicht, in B2B KI anzudenken - aber eher als Add-On denn als neue Plattform." Auch Markus Elbers, Key Account Manager bei KI-Technologie-Anbieter Prudsys , sieht aktuell eine aussichtsreiche Zeit für KI-Anwendungen in B2B gekommnen: "Man versucht aktuell, die Leute weg von Telefon und Fax zu bekommen und in den Onlineshop zu leiten." Und dann geht es um die Usability, die Produktanzeige: "Letzten Endes sind die B2B-Kunden in einem Shop unterwegs und erwarten eine ähnlich nutzerfreundliche Umgebung, wie sie es als Kunden aus B2C-Shops gewohnt sind, diese Erwartungshaltung hat sich mittlerweile verfestigt - und da hat B2B noch Aufholbedarf."
B2B-Anwendungsgebiete für KI
Einen Zusatzbeitrag zu den bestehenden Prozessen und Architekturen kann KI auf verschiedenen Feldern des B2B-Commerce liefern.Vorhersagen
KI kann Datenberge durchwühlen und darin verborgene Muster erkennen - die ließen sich dann etwa nutzen, um Kunden passende Produkte zu passenden Zeitpunkten anzubieten, noch bevor eventuell die Kunden selbst den eignen Bedarf auf dem Schirm haben - oder man erkennt in relevanten Märkten bevorstehende Nachfragespitzen und weist den Kunden in Verbindung mit einem Angebot daraufhin. Hier entscheidet nicht allein die Qualität der KI-Lösungen darüber, wie spannend die Anwendung sein wird: "Es geht um die Kreativität der Anbieter und Dienstleister - ist die gegeben existiert auch in B2B beliebig viel Potenzial, um Dinge mit KI zu tun", sagt Klaas Bollhoefer.
