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Studie: Wer Web 2.0 in Online-Shops wirklich nutzt
16.10.2007 Eine aktuelle Studie von TNS Infratest bestätigt, dass vor allem junge Internetnutzer im Web 2.0 selbst Inhalte produzieren. Ein reges Interesse an nutzergenerierten Inhalten zeigen aber alle Altersgruppen. Shop-Betreiber müssen daher vor allem ihre jungen Nutzer mobilisieren, damit ihre Web-2.0-Dienste überhaupt Erfolg haben. Was sich lohnt: Denn unterm Strich machen webzwonullige Shops deutlich mehr Umsatz.
"Web 2.0 ist in erster Linie eine Domäne der jungen Nutzer", argumentiert Robert A. Wieland ,
Geschäftsführer von TNS Infratest. "Insbesondere wenn es darum geht, das Internet tatsächlich selbst mit zu gestalten." Laut der Umfrage unter insgesamt 1.102 Personen sind zum Beispiel 41 Prozent der Personen mit einem eigenen Blog unter 20 Jahre alt. Die Blog-Leser hingegen sind deutlich älter: Bereits 35 Prozent sind über 40 Jahre alt, dagegen nur 20 Prozent unter 20 Jahren. Immerhin: Bereits ein Viertel aller Blogger sind über 40 Jahre alt.
50 Prozent der Blogger haben schon mal Videoportale wie YouTube genutzt, 22 Prozent einen eigenen Film hochgeladen. Und jeder zehnte Blogger hat bereits einen Podcast veröffentlicht.
Die Umfrage von TNS Infratest liefert Shop-Betreiber wertvolle Hinweise darauf, wie sie Web-2.0-Dienste erfolgreich bei ihrem Online-Angebot einsetzen. Bisher galt im Web 2.0 generell die Faustregel: Nur einer von hundert Internetnutzern macht auch mit (iBusiness berichtete). Nach Einschätzung von Web-2.0-Experten wie Mark Pohlmann , Leiter Online Conversations bei SinnerSchrader und selbstständig mit der Mundpropaganda-Agentur Mavens Dialog , finden die wenigen Aktiven im Web 2.0 viel Gehör. So erreicht seiner Einschätzung nach ein aktiver Web-2.0-Nutzer im Schnitt rund 1.000 passive Surfer.
Die neue Studie zeigt nun: Damit Web 2.0 in Online-Shops funktioniert, müssen Website-Betreiber es vor allem schaffen, junge Internetnutzer für ihr Angebot zu begeistern. Schließlich sind es letzten Endes ja sie, die Produktbewertungen oder Kommentare schreiben, die ältere Nutzer dann bei der Kaufentscheidung zu Rate ziehen. Hier haben Shops wie Quelle und Neckermann den Vorteil, dass ihr Angebot so breitgefächert ist, dass es alle Altersgruppen anspricht.
Versender wie Klingel , die sich an Best-Ager wenden, haben dagegen einen vergleichsweise schweren Stand. Da ihr Angebot fast nur Ältere anspricht, ist es der TNS-Umfrage nach deutlich schwieriger, Kunden hier zum Verfassen von nutzergenerierten Inhalten zu bewegen: Selbst wenn die Zielgruppe an sich ja ein hohes Interesse an Web-2.0-Inhalten hegt. Vielleicht mit ein Grund dafür, dass im Klingel-Shop bislang Web-2.0-Features wie Bewertungs-, Kommentar oder Empfehlungsfunktionen fehlen.
Wenn aber ein Bruchteil der Zielgruppe genügend interessante Inhalte für alle Kundengruppen produziert, sorgt Web 2.0 auch für mehr Umsätze in Online-Shops. Das zeigt auch eine aktuelle iBusiness-Umfrage unter den großen deutschen Shop-Betreibern. Demnach können alle Befragten wie Quelle , Otto oder Neckermann durch Web-2.0-Dienste ihre Kunden öfter auf ihre Plattform locken, länger auf ihrer Seite halten und dadurch letzten Endes auch mehr Käufe auslösen.
Welche Dienste am meisten für den Umsatz bringen, lesen iBusiness-Premium-Mitglieder (und solche die es jetzt werden) exklusiv in der aktuellen Ausgabe 21/2007 des Multimedia-Trendletters iBusiness Executive Summary.
