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Studie: Online-Shops fürchten Zunahme an Zahlungsausfällen
11.10.2007 Bei vier von fünf deutschen Online-Händlern drücken Zahlungsausfälle spürbar den Shop-Umsatz, wie eine aktuelle Studie zeigt. Und jeder zweite Shopbetreiber hat Angst davor, dass in den kommenden beiden Jahren die Ausfälle weiter zunehmen werden. Wobei die Online-Shops der Studie zufolge allerdings selbst nicht ganz unschuldig sind.
"Die Häufigkeit von Zahlungsstörungen und Zahlungsausfällen nimmt im Online-Handel stetig zu", warnt Dr. Ernst Stahl , Research Director bei Ibi Research. Laut der Studie haben nur 17 Prozent aller Online-Shops keine Umsatzeinbußen wegen Zahlungsausfällen. Dagegen fallen bereits heute bei jedem zehnten Online-Shop mehr als drei Prozent des Umsatzes aus. So müssen laut der Studie diese Händler also Umsätze in Höhe von 3 Prozent und mehr abschreiben. Dr. Stahl: "Um den Verlust einer ausgefallenen Forderung zu kompensieren, muss der Unternehmer bei einer Marge von 5 Prozent das Zwanzigfache der ausgefallenen Forderung an Neugeschäft gewinnen."
Insbesondere bei Zahlungen per Rechnung und per Lastschrift treten der Studie nach am häufigsten Probleme mit der Zahlung auf. Über 40 Prozent der befragten Händler geben an, dass mehr als drei Prozent der ausstehenden Rechnungen nicht rechtzeitig
bezahlt werden. Der Anteil der nicht eingelösten oder zurückgebuchten Lastschriften beträgt bei jedem vierten Shopbetreiber mehr als drei Prozent der per Lastschrift bezahlten Umsätze.
Knapp 90 Prozent der Internet-Händler mahnen ausstehende Forderungen zumindest gelegentlich selbst an. Mehr als die Hälfte der Befragten greift auf Inkassounternehmen zurück, um fällige Zahlungen einzutreiben. Knapp 60 Prozent der Händler haben wegen einer ausstehenden Forderung schon mindestens einmal ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet. Mehr als ein Drittel der Unternehmen hat schon einmal eine Zwangsvollstreckung gegen einen säumigen Schuldner erwirkt.
Viele Zahlungsausfälle sind aber hausgemacht. So erschweren es etwa lückenhafte Kundendaten den Shopbetreibern, Zahlungsrisiken bei einer Bestellung rechtzeitig zu erkennen. Zwar erheben fast alle Unternehmen die Anschrift und die EMail-Adresse ihrer Kunden. Aber nur 74 Prozent der Händler etwa verfügen auch über die Festnetznummer ihrer Kunden. Das Geburtsdatum ihrer Kunden kennen sogar nur 35 Prozent der Shopbetreiber. "Diese Daten werden jedoch häufig benötigt, um den Schuldner bei Zahlungsstörungen im Nachhinein eindeutig zu können", warnt Ibi Research.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen führt außerdem keine Adressprüfung durch. Diese Händler lassen daher auch dann Zahlungen per Rechnung oder per Lastschrift zu, ohne dass die Adresse des Kunden vorher geprüft wurde. Bei Zahlungen per Kreditkarte oder per Nachnahme prüft sogar nur jeweils ein Viertel der Händler die angegebene Adresse. Und: Nur ein Drittel der Händler prüft, ob überhaupt "Negativmerkmale" über einen Kunden vorliegen: etwa Rücklastschriften oder laufende Inkassoverfahren und Insolvenzverfahren.
An der Studie von Ibi Research und Wirecard haben sich 290 Internet-Händler beteiligt.
Zu: Studie: Online-Shops fürchten Zunahme an Zahlungsausfällen
Marcus Dressler
www.onSite.org
