Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Homeoffice-Analyse: Was Corona wirklich verändert hat
06.07.2020 Homeoffice als das 'Neue Normal' ist in etwa so realistisch wie Homeschooling als das neue Normal. Dem stehen Defizite in der Infrastruktur und die Grenzen der Belastbarkeit im Weg. Exklusive iBusiness-Zahlen legen nahe, dass wieder das Büro das Normal der Post-Corona-Ära sein wird.
HANDLUNGSRELEVANZ
|
|
Operativ |
Strategisch |
Visionär |
|
Technik |
|
|
|
|
Medien |
|
|
|
|
Wirtschaft |
|
|
|
|
|
heute |
morgen |
übermorgen |
Die aktuelle Lage zeigt, dass die meisten Leute aus der Diaspora eines Vollzeit-Homeoffices zurückgekehrt sind: Etwa sechs von zehn arbeiten einige Stunden oder Tage im Homeoffice, die strenge Variante eines dauerhaften/dauerhaften Homeoffices mit Präsenztagen nutzt nur noch ein Drittel der Menschen. Dabei sind die Unterschiede zwischen dem vermeintlich strengen Bayern und dem Corona-Restriktionen eher locker handhabenden NRW kaum in den Daten sichtbar - man hat sich hier im Bundesländervergleich aneinander angeglichen. Primus bei der dauerhaften Homeoffice-Nutzung ist Hamburg, hier sitzt ein Drittel der Befragten im Dauer-Heimbüro, Schlusslicht beim dauerhaften Homeoffice ist Sachsen-Anhalt.
Es gibt eine grundsätzliche Lücke zwischen alten und neuen Bundesländern, wenn es darum geht, wie viele Menschen vor Corona noch nie im Homeoffice gewesen sind. Hier zeigt sich, dass Corona besonders vielen Abstimmenden aus dem Osten Deutschlands erstmals die Option von Homeoffice gebracht hat: In den alten Bundesländern haben vier von zehn (39 Prozent) Menschen vor Corona noch nie daheim gearbeitet, in den neuen Bundesländern mit fünf von zehn (47 Prozent) fast die Hälfte. Die Qualität des Internets ist indes zwischen Ost- und Westdeutschland kein sonderlich ausgeprägter Unterschied: Im Osten stimmen 41 Prozent der Aussage voll oder eher zu, die Verbindung sei ein Frustfaktor, im Westen sind es 38 Prozent, die sich über die Konnektivität ärgern.
Deutlich ausgeprägte Unterschiede zeigt die Sortierung nach Berufsgruppen: Während die Corona-Krise in manchen Jobs nur wenige Menschen erstmals ins Homeoffice geführt hat, sind in anderen Sparten die Hälfte der Abstimmenden Homeoffice-Novizen der Post-Corona-Ausbruch-Ära: Auf Seiten der Kreativen sind nur etwa zwei von zehn Abstimmenden ganz neu im Homeoffice, was daran liegen dürfte, dass wir es hier mit einem sehr hohen Freelancer-Anteil zu tun haben. Zum Vergleich zeigt sich beim klassischen Bürojob des Verwaltungsangestellten oder Sachbearbeiters eine hohe Neulingsquote bei den Heimarbeitern - jeder zweite Befragte hier saß erst nach dem Corona-Ausbruch erstmals im Homeoffice.
Schaut man sich an, welche Berufsgruppen vor Corona regelmäßig bis dauerhaft im Homeoffice gearbeitet haben und vergleicht das mit den entsprechenden Werten nach dem Ausbruch der Pandemie, so zeigt sich:
- In Marketing, Beratung und Sachbearbeitung/Verwaltung hat Corona den Anteil der Heimarbeiter gesteigert.
- In der IT hat sich kaum etwas geändert.
- In einigen Berufsgruppen ist der Homeoffice-Anteil deutlich zurückgegangen: Neben Kreation (minus zwölf Prozent) sind dies Vertrieb (minus 8 Prozent) und vor allem Management (minus 22 Prozent). Bei den letzten beiden Berufsgruppen legt dies nahe, dass Manager und Vertrieb nun offenbar das vor Corona regelmäßig genutzte Homeoffice verlassen und den Arbeitsdruck mittels Präsenz und Außenterminen erhöhen. Vielleicht mit dem Ziel, Verluste aus der Lockdown-Zeit auszugleichen.
Verschiedene Formen von Problemen haben zahlreiche Menschen im Homeoffice - der am häufigsten genannte Stressgrund hier ist die Ablenkung: Ein Homeoffice ist in vielen Fällen kein isolierter und der Arbeit vorbehaltener Raum, so dass viele Faktoren ein Viertel der Befragten ablenken. Jeder Fünfte gibt sogar offen psychologische Probleme bei der Arbeit im Homeoffice zu.
Corona hat also
- besonders die typischen Büro-Jobs mit hohem Anteil Festangestellter ins Homeoffice gebracht, während die freelancer-reichen Kreativen dort schon häufig vor Corona daheim gewesen sind.
- Auffällig ist die gesunkene Quote regelmäßiger Heimarbeiter bei den Managern und Vertrieblern, die nun eventuell auf verstärkte Präsenz setzen, um die Defizite aus der Zeit des Lockdowns auszugleichen.
- Mit zunehmenden Lockerungen zeigt sich das Homeoffice eher als unregelmäßig-sporadisches Phänomen, das tageweise oder stundenweise genutzt wird, weniger jedoch als der neue Dauerzustand.
