Unsichtbare Marktpotenziale mit Kaufkraftdaten erschließen Jetzt zum Webinar anmelden
Eigene Daten zeigen oft nur einen Teil des Bildes. Erfahren Sie, wie Kaufkraft-, Markt- und Regionaldaten zusätzliche Perspektiven auf Kunden, Regionen und Standorte eröffnen. Anhand konkreter Praxisbeispiele lernen Sie, wie sich bislang verborgene Marktpotenziale erkennen und gezielter nutzen lassen.
Jetzt zum Webinar anmelden
Was ist Deine Digitalagentur wert? Agenturwert berechnen
Sechs Zahlen aus der BWA genügen, um herauszufinden, was aktuell Deine Agentur wert ist und welche Faktoren den Wert beeinflussen.
Agenturwert berechnen

November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk

35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.

Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.

Alle Inhalte im November kostenlos
Heute frei lesen. Morgen nichts verpassen.

Registrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.

Das Newsletter-Abo erhalten Sie im Rahmen der kostenlosen Registrierung.

Abruf exklusiv für Premium-Mitglieder

Top-Shop-Systeme im Detail (II): Newcomer und Aufsteiger

18.11.2021 Anhand der 1.000 größten deutschen Onlineshops hat iBusiness den Markt der Shopsysteme durchleuchtet - und Stärken, Schwächen, Einsatzgebiete und Eignung der Einzelsysteme herausgearbeitet.

 (Bild: Mohamed Hassan auf Pixabay)
Bild: Mohamed Hassan auf Pixabay

HANDLUNGSRELEVANZ

 
Operativ
Strategisch
Visionär
Technik
Medien
Wirtschaft
 
heute
morgen
übermorgen
Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
TL;DR
Shopsystem-Ranking unter den deutschen Top-1.000-Shops segmentiert nach Rängen, Umsatz, Traffic und Shopalter.
Für welchen Onlineshop ist welches Shopsystem das richtige? Eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist. Schließlich reklamieren fast alle Hersteller ähnliche Features für sich und zumindest auf dem Papier unterscheiden sich die Systeme kaum voneinander. Aber natürlich ist trotzdem nicht jede Plattform für jeden Händler geeignet.

Einen vertieften Einblick in die Stärken und Schwächen der Systeme erlaubt die Studie "E-Commerce-Markt Deutschland 2021", die das EHI Retail Institut   jährlich gemeinsam mit Statista   herausgibt. Neben einem Ranking der meistverbreiteten Shopsysteme (siehe iBusiness: Marktanalyse: Die wichtigsten Shopsysteme der Top-1.000 im Detail) gibt eine Betrachtung der Marktanteile nach Umsatz, Traffic und Alter des Shops Auskunft darüber, welche Systeme für welchen Einsatzzweck besonders geeignet sind.

(Grafik: Quelle: EHI/Statista; Grafik: HighText Verlag)


In einer ersten Detailauswertung haben wir bereits die Systeme der führenden Systeme der Top-Ten betrachtet (siehe iBusiness: Die Top-Shop-Systeme im Detail (I) - Wo Magento verloren hat). Dies sind:
  • Magento (jetzt: Adobe Commerce)
  • Shopware
  • Salesforce Commerce Cloud
  • Oxid eShop

Dieser Teil befasst sich nun mit der zweiten Hälfte des Rankings und umfasst:
  • SAP Commerce Cloud
  • HCL Commerce (früher: IBM Websphere)
  • Intershop
  • Novomind iShop
  • Shopify

  • SAP Commerce Cloud


    Die SAP Commerce Cloud  , früher unter dem Namen Hybris vermarktet, ist ein viel gepriesenes Enterprise-Shopsystem. Es wird seinem Ruf insofern gerecht, als es sich an der absoluten Spitze etabliert hat. In der Gruppe der umsatzstärksten Shops hat SAP den höchsten Marktanteil und ist zugleich sehr scharf auf diese Gruppe fokussiert, wie der Durchschnittsrang von 352 beweist. Das Wachstum von SAP ist jedoch hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Auch in diesem Jahr sank die Zahl der Installationen im Saldo um drei Systeme leicht:

    • Verlust (gesamt): 16 Installationen. Davon:
      • Entfallen: 6. Diese Abgänge sind damit zu erklären, dass die dazugehörigen Onlineshops aus dem Ranking 2021 gefallen sind. Sie haben entweder aufgegeben, umfirmiert oder haben nicht mehr den nötigen Umsatz erreicht.
      • Unbekannt: 8. Diese Shops setzen nun ein nicht mehr erkennbares Shopsystem ein. Möglicherweise handelt es sich nach wie vor um SAP in einer stark veränderten Version. Möglicherweise wurde das System gewechselt.
      • Abgewandert: 2. Bei diesen Shops kann ein Wechsel zu einem Wettbewerber klar nachvollzogen werden.
    • Neugewinn: 13
    Die Fluktuation bei SAP ist bemerkenswert. Fast ein Drittel der Systeme musste neu gewonnen werden. Gerade für ein System, das sich an die Oberliga wendet, ist das ungewöhnlich.

    (Grafik: Quelle: EHI, Statista, iBusiness; Grafik: HighText Verlag)

    Stärken und Schwächen:

    • Das Shopsystem von SAP wird deutlich von Händlern der oberen Umsatzregion bevorzugt.
    • Mühelos kann SAP mit hohem Traffic umgehen. Überall wo Leistung gefordert ist, wird das System überproportional häufig eingesetzt.
    • Weniger entscheidend scheint das Alter der Shops zu sein. Mit SAP lassen sich ebenso gut neue Geschäfte starten wie bestehende weiterführen. Auffällig ist der hohe Anteil gereifter Shops: Offensichtlich wechseln viele Händler im Lauf der Jahre zu dem System.

    HCL Commerce


    IBM Websphere wird inzwischen unter dem Namen HCL Commerce   weiterentwickelt und vermarktet. Bei HCL handelt es sich um ein in Deutschland wenig bekanntes indisches Unternehmen, das auf die Weiterentwicklung von vernachlässigten, aber vielversprechenden Produkten spezialisiert ist. Wie sich diese Änderung in Zukunft auf die Marktanteile auswirken wird, bleibt etwas unklar. Mit T-Systems MMS   ist hierzulande jedenfalls ein starker Partner an Bord.

    In der Vergangenheit war die Software sehr spitz auf Top-Shops ausgerichtet. Inzwischen ist diese Ausrichtung nicht mehr ganz so deutlich spürbar. Der Durchschnittsrang eines HCL-Shops ist mit 352 aber immer noch sehr niedrig. Die Altersstruktur der Shops lässt vermuten, dass HCL vor allem als Legacy-Anwendung überdauert.

    Nach Marktanteilen betrachtet ist die Spitzengruppe uneinholbar enteilt, während auf den Rängen deutlich jüngere Systeme auf Schlagdistanz herangerückt sind. Gegenüber Vorjahr hat HCL im Saldo drei Installationen eingebüßt. Allerdings ist der einzige Neugewinn auf einen Händler zurückzuführen, der erstmals im Ranking berücksichtigt wurde.

    • Verlust (gesamt): 4. Davon:
      • Entfallen: 0
      • Unbekannt: 4
      • Abgewandert: 0
    • Neugewinn: 1
    Insgesamt scheinen die KundInnen nicht unzufrieden zu sein. Zumindest hat kein Händler sein Shopsystem klar nachvollziehbar gegen ein anderes eingetauscht.

    (Grafik: Quelle: EHI, Statista, iBusiness; Grafik: HighText Verlag)


    Stärken und Schwächen:

    • HCL ist vor allem in der Top-Liga interessant: Mehr als 30 Prozent der Installationen laufen bei den Top-100-Shops. Allerdings erreichen in der Liga der Shops mit mehr als 60 Millionen Euro Jahresumsatz Magento, Salesforce, SAP und Shopware inzwischen höhere oder genauso hohe Marktanteile. Früher war das anders, HCL (respektive IBM) war jahrelang unangefochtener Marktführer in der Top-Umsatzregion.
    • Traffic: HCL-Systeme sind extrem leistungsfähig. Sie scheinen sich zu lohnen, wenn Performance eine entscheidende Rolle spielt. Früher war dies ein Alleinstellungsmerkmal der Software. Inzwischen sind viele Mitbewerber - allen voran Salesforce - bereits deutlich vorbeigezogen.
    • Bei jungen Händlern und Neueinsteigern spielt HCL überhaupt keine Rolle.

    Intershop


    Nachdem jahrelang die schlechten Nachrichten rund um das Jenaer Unternehmen Intershop    dominierten, scheint sich die Lage inzwischen stabilisiert zu haben. Im vergangenen Jahr konnte die Zahl der Installationen erstmals wieder einen Hauch zulegen (+ 2), in diesem Jahr blieb sie nahezu konstant (- 3). Bei der Verteilung der Installationen auf den Rängen hat sich am hinteren Ende ein zweiter Buckel etabliert. Dies ist insofern gesund, als sich hier leichter Wachstum erzielen lässt. Davon war in diesem Jahr zwar nichts zu spüren, dafür ist aber auch kein Intershop-Kunde oder keine Intershop-Kundin klar erkennbar zu einem anderen System abgewandert.

    • Verlust (gesamt): 4. Davon:
      • Entfallen: 2
      • Unbekannt: 2
      • Abgewandert: 0
    • Neugewinn: 1

    (Grafik: Quelle: EHI, Statista, iBusiness; Grafik: HighText Verlag)


    Stärken und Schwächen:

    • Die Zeiten, als sich Intershop nur an die Creme de la Creme richtete, sind vorbei. Eine beträchtliche Anzahl von Systemen wird bei kleineren Händlern installiert.
    • Nach Traffic betrachtet adressiert Intershop vor allem Händler mit mittleren Ansprüchen.
    • Nach wie vor wird Intershop von erfahrenen Händlern eingesetzt. Einsteiger und Newcomer adressiert das System nicht.

    Novomind iShop


    Das Hamburger Unternehmen Novomind    schafft mit seinem iShop bereits zum zweiten Mal den Einzug in die Top-Ten. Dabei lag es nicht unbedingt an der eigenen Performance, dass Novomind zwischenzeitlich fehlte. Denn je nachdem, wie viele Positionen in den Top-Ten doppelt vergeben werden, umfasst die Liste mal 11, mal 13 Anbieter. Entsprechend ändert sich auch die Chance, noch in die Charts zu klettern. Eine Zufälligkeit.

    Die Verteilung der Installationen nach Rängen zeigt, dass sich Novomind insbesondere in der Spitze etabliert hat und von Händlern mit durchaus hohen (aber nicht höchsten!) Anforderungen bevorzugt wird. Ganz ohne eigenes Zutun hat Novomind seinen Wiedereinzug in die Top-Ten aber übrigens nicht errungen. Um immerhin drei Installationen konnte der Anbieter 2021 wachsen:

    • Verlust (gesamt): 0. Davon:
      • Entfallen: 0
      • Unbekannt: 0
      • Abgewandert: 0
    • Neugewinn: 3
    Damit ist Novomind das Kunststück gelungen, keinen einzigen (!) Händler zu verlieren. Im kommenden Jahr ist es damit aber sicher vorbei: Der Versandhändler Otto hat 2021 seine Spartenshops eingestellt, Novomind hat sie gehostet. Macht ein Minus von vier Shops. Das könnte Novomind 2022 durchaus Position zehn kosten.

    (Grafik: Quelle: EHI, Statista, iBusiness; Grafik: HighText Verlag)


    Stärken und Schwächen:

    • Novomind ist ein etablierter Anbieter. Das zeigt sich insbesondere an der kopflastigen Verteilung der Installationen. Nachteil dieser Ausrichtung: In den vorderen Rängen ist es sehr viel schwieriger, Marktanteile hinzuzugewinnen.
    • Nach Traffic betrachtet wird Novomind vor allem von Händlern mit mittleren bis gehobenen Ansprüchen eingesetzt.
    • Auch beim Alter der Händler zeigt sich, dass Novomind ein etablierter Anbieter ist.


    Shopify


    Shopify   ist der Newcomer im Top-1.000-Ranking. 2020 machte sich das System erstmals bemerkbar, in diesem Jahr konnte es sich behaupten. Die Positionierung ist dabei klar: Ein einfaches Shopsystem für Einsteiger mit erstaunlicher Leistungsfähigkeit.

    Shopify ist organisch in die Top-1.000 hineingewachsen: Das System musste nicht anderen Anbietern die KundInnen abspenstig machen, sondern profitierte von den steigenden Umsätzen seiner Händler. Dieser Umstand spricht durchaus für das System, zumal sich zeigt, dass sich auf diese Weise sogar das Top-1.000-Mittelfeld erreichen lässt. Trotzdem spricht ein Durchschnittsrang von 596 insgesamt für eine eher hecklastige Verteilung.

    Ob das System auch langfristig für ambitionierte Händler geeignet ist, muss die Zukunft weisen. Bislang sind die Shopify-KundInnen jedenfalls ausgesprochen treu. Kein einziger Händler hat sein System gewechselt, unterm Strich konnte Shopify um vier Installationen wachsen.

    • Verlust (gesamt): 2. Davon:
      • Entfallen: 2
      • Unbekannt: 0
      • Abgewandert: 0
    • Neugewinn: 6

    Die zwei entfallenen Shops scheinen völlig unbedeutend in Anbetracht der Tatsache, dass gerade auf den hinteren Rängen eine hohe Fluktuation herrscht. Mit sechs Neuzugängen wurde der Verlust mehr als ausgeglichen.

    (Grafik: Quelle: EHI, Statista, iBusiness; Grafik: HighText Verlag)


    Stärken und Schwächen:

    • Shopify ist modern. Das zeigt sich insbesondere an dem hohen Marktanteil, den der Anbieter bei jungen Händlern erreichen kann.
    • Hohe Systemanforderungen sind nicht Sache von Shopify. Obwohl der Anbieter durchaus Händlern mit gehobenen Umsätzen genügen kann, fällt auf, dass er trotzdem nur die unteren Traffic-Regionen abdeckt.
    • Erstaunlich groß ist dagegen die Bandbreite nach Umsatz. In der Gruppe der Händler, die jährlich zwischen 20 und 60 Millionen Euro machen, ragt Shopify immerhin mit einem Marktanteil von 0,8 Prozent hinein.
    Thema: Top-Shop-Systeme im Detail (II): Newcomer und Aufsteiger

    Kommentar von Dominik Grollmann

    Der Sturm nach der Ruhe

    Selten war soviel Spannung in den Top-Ten der Shopsysteme wie heute.

    Weiterlesen
    Dominik Grollmann, Analyst iBusiness (Timo Bierbaum)
    Bild: Timo Bierbaum
    Neuer Kommentar  Kommentare:
    Schreiben Sie Ihre Meinung, Erfahrungen, Anregungen mit oder zu diesem Thema. Ihr Beitrag erscheint an dieser Stelle.
    Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: