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Zensurvorwurf gegen Facebook
05.06.2008 Auch wenn es gerne Anzeigen verkauft: Facebook blockt Werbung für Mitbewerber. Der Krieg der Social Networks geht in eine weitere Runde. Web-2.0-Experten sind gespalten: Die einen halten es für Zensur, die anderen finden das nur okay, wenn es offen kommuniziert wird.
Zwar sei etwa der Konkurrent Bebo ebensowenig als Werbewort ausgeschlossen wie die Konzernnamen Microsoft , Yahoo , Google und AOL . Dafür wird manch kleiner Dienst ausgegrenzt, so Techcrunch. Für Viralmythen-Blogger Dr. Benedikt Köhler zwar kein Verbrechen, wohl aber eine Vorgehensweise, die diskutiert werden sollte. Der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Social Media betont gegenüber iBusiness zunächst die Freiheit von Facebook und Co., zu entscheiden, wen man auf der Seite haben will - und wen nicht. "Ob Werbung oder Einträge auf Blogseiten: Jeder Betreiber kann entscheiden, welche Gäste er zulassen möchte", so Köhler. "Nur: Die Spielregeln müssen klar sein. Solche Einschränkungen müssen von vornherein offen kommuniziert werden", so der Experte. Dass bestimmte Konkurrenzanzeigen ausgeschlossen werden, praktiziere auch Google - aber eben mit der gebotenen Transparenz, so der Soziologe weiter.
Wie sieht es bei Xing aus? Die Community schließt Werbung von Wettbewerbern nicht von vornherein aus. "Einige Community Plattformen haben bereits auf XING geworben. Dabei handelt es sich immer um eine Einzelentscheidung, die unter anderem davon abhängt, ob die Werbung zu unserer Plattform und den Mitgliedern passt", so Xing-Sprecherin Daniela Hinrichs gegenüber iBusiness.
Mit Offenheit und Einzelprüfung scheint es im vorliegenden Fall wohl nicht weit her zu sein. Wie Techcrunch weiter berichtet, werde auch das Ad-Word 3Jam blockiert. Das Startup bietet einen SMS-Service an, bei dem Textnachrichten online kostenlos versandt und auf das Handy umgeleitet werden, wenn der Nutzer offline ist. Deshalb muss sich Facebook die Frage gefallen lassen, ob es nicht durch die restriktiven Sperrungen versucht, kleine Firmen und auch größere Wettbewerber zu behindert. "Das ist Zensur", urteilt Techcrunch -Autor Erick Schonfeld . Facebook war heute für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
