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App-Studie 2025 (6)

App-Studie 2025: Nur wenige Elektronik-Anbieter können mobil

12.09.2025 Wenig Installationen und niedriger Kaufindex: Ihre Apps spielen in der Vermarktungs- und Absatzstrategie der meisten untersuchten Elektronikshops offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Dass es auch anders geht, beweisen die Marktführenden.

 (Bild: Graf)
Bild: Graf
Über die Hälfte aller Befragten, die überhaupt eine Shopping-App installiert haben, nutzen eine Shopping-App eines Elektronik-Shops, also beispielsweise Apps von Saturn  , Euronics  , Expert   oder Rebuy  . Mit 52 Prozent der App-Nutzenden, die eine oder mehrere Elektronik-Apps im Zugriff auf ihrem Smartphone installiert haben, ist die Gesamtreichweite zwar genau so hoch wie bei den von uns untersuchten Mode-Apps. Allerdings besitzt eine einzelne Elektronik-App durchschnittlich nur eine Reichweite von 11,6 Prozent - das ist der zweitniedrigste Wert aller zehn untersuchten Branchen.

Das ist das Kernergebnis unserer App-Studie 2025. Für die Untersuchung von Reichweite, Nutzung und Kaufverhalten der Shopping-Apps der größten deutschen Onlineshops hat die Redaktion das Hamburger Marktforschungsinstitut Splendid Research   im Juli 2025 insgesamt 1.003 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger befragen lassen. Das Ergebnis dieser Befragung ist bevölkerungsrepräsentativ für Menschen zwischen 18 und 69 Jahren.

Reichweitensieger bei den zehn untersuchten Shopping-Apps der umsatzstärksten Elektronik-Handelsunternehmen ist Mediamarkt  . 26,2 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger haben die Mediamarkt-App auf ihrem Smartphone installiert - mehr als doppelt so viele, wie bei der zweiten Konzernmarke Saturn. Deren App kommt nur auf 12,4 Prozent Reichweite. Auf dem zweiten Platz aller Elektronik-Apps landet - mit deutlichem Abstand - die Marktplatz-App von Samsung  , die auf knapp einem Fünftel aller deutschen Mobiltelefone gespeichert ist (19 Prozent Reichweite). Dahinter landet die App für den Apple Store  , die auf jedem sechsten Smartphone installiert ist (16,2 Prozent).

Elektronik-Shopping-Apps sind ein Männer-Ding. Am meisten installieren dabei Männer die Samsung-App, am wenigsten die Rebuy-App. Zudem sind sie bei den 18- bis 40-Jährigen sowie Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen oberhalb von 4.000 Euro monatlich, die Elektronikshop-Apps installieren. Samsung-Apps installieren vor allem Eltern und sehr gut Verdienende. Bei der GenZ liegt die Apple-App weit vorne.
Elektronik-Apps nach Reichweite und Nutzung 2025. Hohe Reichweite und niedrige Nutzung deuten auf ein zu optimierendes App-Marketing hin.  Bei hoher Nutzung und niedriger Reichweite, sollte das Installationsmarketing verstärkt werden.
Elektronik-Apps nach Reichweite und Nutzung 2025. Hohe Reichweite und niedrige Nutzung deuten auf ein zu optimierendes App-Marketing hin. Bei hoher Nutzung und niedriger Reichweite, sollte das Installationsmarketing verstärkt werden. (Grafik: Splendid Research, iBusiness; Grafik: Hightext Verlag)


Der Second-Hand-Onlineshop Rebuy   (Reichweite 6,9 Prozent), der Crosschannelanbieter Notebooks billiger   (6,7 Prozent) und die Elektronikmarke Medion   (6,4 Prozent) schaffen es jeweils nur auf jedes neunte Mobiltelefon.

Kaufindex Elektronik-Apps 2025
Kaufindex Elektronik-Apps 2025 (Grafik: Splendid Research, iBusiness; Grafik: Hightext Verlag)
Nutzungsindex: Am meisten genutzt wird die Mediamarkt-Shopping-App (Nutzungsindex 2,31 von 6.0) gefolgt von Samsung (2,23) und Apple (2,19). Das bedeutet, wer eine dieser Apps auf seinem Smartphone installiert hat, sucht oder kauft darüber eher öfter. Wir haben als Aktivitäten "Produktsuche" und "Kauf" binnen sechs Monaten bzw. binnen sechs Wochen abgefragt. Saturn und Expert liegen mit einem Nutzungsindex von 2,1 bzw. 2,08 knapp hinter Apple. Euronics und Medion werden am wenigstens genutzt (Nutzungsindex 1,98 bzw. 1,97).

Kaufindex: Ähnlich stellt sich das Bild dar, wenn man sich nur die Käufe ansieht, die über die Elektronik-Apps nach Aussage der Befragten stattgefunden haben. Auch hier liegt Mediamarkt mit einem Kaufindex von 2,0 von 6,0 ganz vorne: Dennoch wird die Mediamarkt-App - wenn installiert - weniger zum Kauf als zur Suche genutzt. Ähnliches gilt für die App des Apple-Stores, die auf einen Kaufindex von 1,93 und einen Search-Index von 2,0 kommt. Bei Samsung steht die Suche noch weiter im Vordergrund, die Samsung-App kommt nur auf einen Kaufindex von 1,87. Kaum Käufe löst die Cyberport-App aus nach Aussage derjenigen, die sie installiert haben.

Mit einem Kaufindex von 0,96 ist sie nicht nur Schlusslicht bei den Elektronik-Apps, sondern landet auch bei sämtlichen 65 untersuchten Apps auf dem vorletzten Platz. Offenbar erfolgt das Elektronik-Kaufverhalten für viele Menschen nicht über die Customer-Journey-Punkte "App-Installation", "App-Suche" und "App-Kauf", sondern eher über Marktplätze oder Websuche. Die Bindung zum Handelsunternehmen scheint dabei deutlich schwächer zu sein wie das Interesse zum jeweiligen Produkt. Deswegen schneiden wohl die Markenshops Apple und Samsung hier so gut ab. Mediamarkt wiederum schafft es zwar bei der Reichweite auf den zwölften von 65 Plätzen, liegt bei Nutzungs- und Kaufindex im vorderen Drittel. Hier ist die Handelsmarke stark, die Umsetzung in Interaktionen ist allerdings verbesserungsfähig.

Bei Nutzung wie Kauf gibt es quer durch Altersgruppen, Einkommen und Bildungsschicht keine herausragenden Abweichungen. Mit einer Ausnahme: Oft-Kaufende finden sich unter der GenZ in der Apple- und Samsung-App.

Nutzungsindex und Kaufindex werden von uns berechnet, indem wir jeder Angabe von "habe über die App gesucht" und "habe über die App gekauft" einen Wert zuweisen - je aktueller die jeweilige Aktion ist, umso höher der Wert. Nutzungsindex und Kaufindex können zwischen den Werten 0 und 6 liegen, wobei höhere Zahlen einen besseren Index bedeuten.


App-Genres nach durchschnittlicher Reichweite und Nutzung in Deutschland 2025
App-Genres nach durchschnittlicher Reichweite und Nutzung in Deutschland 2025 (Grafik: Splendid Research, iBusiness; Grafik: Hightext Verlag)

Alle Branchen im Überblick

Kauf-Index nach Branche
Kauf-Index nach Branche (Grafik: Splendid Research, iBusiness; Grafik: Hightext Verlag)
Im Vergleich der zehn untersuchten Shopping-App-Branchen untereinander liegen die Marktplatz-Apps vorne: 83 Prozent der App-Nutzenden haben eine oder mehrere Marktplatz-Apps im Zugriff auf ihrem Smartphone installiert. Im Durchschnitt kommt jede untersuchte Marktplatz-App auf 32 Prozent Reichweite.

Einzelhändler-Apps liegen auf 74 Prozent aller Smartphones, allerdings verteilt sich die Installationsdichte auf mehr Anbieter (16,2 Prozent durchschnittliche Reichweite, Platz vier).

Wiederum über 60 Prozent der Befragten haben eine oder mehrere Shopping-Apps aus dem Pharma-Bereich installiert (19,4 Prozent im Durchschnitt pro App), während 56 Prozent der Befragten eine oder mehrere Beauty-Apps heruntergeladen haben. Beim Nutzungsindex und beim Kaufindex wiederum liegen Einzelhandels-, Marktplatz- und Pharma-Apps vorne. Shopping-Apps von Elektronikwaren anbietenden Unternehmen liegen auf dem fünften Platz der zehn untersuchten Branchen.


 (Bild: HighText)
Bild: HighText

Die kompletten Daten der App-Studie 2025 zum Herunterladen verfügbar

Für die App-Studie 2025 haben wir die Deutschen gestützt abgefragt, welche Shopping-Apps sie installiert haben und wie sie diese dann auch nutzen. Dafür haben wir allen Umfrageteilnehmenden eine Liste von Onlineshops vorgelegt. Ausgewählt haben wir dafür aus dem Ranking der größten deutschen Onlineshops die umsatzstärksten Shops der jeweiligen Kategorie, die auch über eine Shopping-App in den einschlägigen App-Stores verfügen.

Den kompletten Datensatz zur 'App-Studie 2025' können Sie ab sofort für 99 Euro beziehen. Sie erhalten die komplette Studie inklusive sämtlicher Originaldaten als XLS-Datei. Enthält über 37.000 Einzelauswertungen der Nutzung von 65 Shopping-Apps aus zehn Branchen. Mit dem Kauf des Datensatzes erhalten Sie zusätzlich den Zugriff auf sämtliche elf Auswertungsanalysen inklusiver aller 28 Charts.
Thema: App-Studie 2025: Nur wenige Elektronik-Anbieter können mobil

Kommentar von Joachim Graf

Elektronik-Apps scheitern am anderen Kaufverhalten

Der Onlineanteil am Elektronikmarkt ist hoch. Das macht den App-Erfolg in diesem Markt so schwierig.

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 (Michael Poganiatz)
Bild: Michael Poganiatz
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