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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
Händler-Apps werden zum Umsatztreiber
13.11.2025 Immer mehr Verbraucher in Deutschland greifen beim Einkauf auf Händler-Apps zurück - und verändern damit das Konsumverhalten im Handel.
So tätigen "Heavy-App-User" im Schnitt 20 Prozent mehr Großeinkäufe als andere Verbraucher. Gleichzeitig beeinflussen Coupons fast die Hälfte der Konsumenten bei der Wahl des Einkaufsorts. Der Wettbewerb um die App-Präsenz ist allerdings hart: Durchschnittlich nutzen Kundinnen und Kunden zwei weitere Händler-Apps, was den Druck auf Relevanz und Nutzerfreundlichkeit erhöht.
Händler punkten besonders, wenn sie ein reibungsloses App-Erlebnis bieten - von stabilen Ladezeiten bis zur fehlerfreien Coupon-Einlösung an der Kasse. Als besonders erfolgreich nennt NIQ Lidl , dessen App am häufigsten genutzt wird, während Kaufland und Penny ihre Nutzer besonders erfolgreich in loyale Käufer umwandeln.
Trotz der digitalen Dynamik bleibt der Papierprospekt relevant: 75 Prozent der Verbraucher nutzen ihn weiterhin zur Einkaufsplanung. Jüngere Zielgruppen wechseln zwar zunehmend zu digitalen Handzetteln und Apps, doch ältere Kundengruppen bleiben Print-affin. Für Händler bedeutet das: Sie müssen digitale und klassische Kanäle parallel bespielen und ihre Ansprache stärker nach Altersgruppen differenzieren.
Laut NIQ zeichnet sich zugleich ein strategischer Wandel im Handel ab. Mit sinkender Inflation (IMF-Prognose: 3,6 Prozent für 2026) rückt das Wachstum über Volumen statt über Preise in den Vordergrund. "Niedrige Preise allein sind kein Wachstumstreiber mehr", sagt Thomas Montiel Castro, Manager Strategic Insights Consumer Panel bei NIQ. "Händler erzielen zusätzliches Wachstum vor allem über Coupons, die höhere Absatzmengen und stärkere Kundenbindung fördern."
Die Studie zeigt, dass Händler-Apps mehr als nur ein zusätzlicher Verkaufskanal sind - sie sind ein zentraler Hebel für Kundendaten, Personalisierung und Bindung. Erfolgreich sind diejenigen, die digitale Angebote einfach, relevant und emotional anschlussfähig gestalten - und dabei Print nicht vollständig abschreiben, sondern strategisch integrieren.
