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Wie Banken per SEM neu durchstarten wollen
20.08.2008 Versicherer und Banken zieren sich beim Suchmaschinenmarketing, so eine aktuelle Studie. Einer der Gründe: Hohe Costs per Click schrecken die traditionell konservative Branche ab, beim Marketing auf SEM zu setzen. Daher raten Experten zu alternativen Marketing-Strategien, bei denen die Finanzbranche allerdings noch die starke Unterstützung der Agenturen und Dienstleister benötigt.
Ein wichtiges Argument, warum in den Bankenzentralen mit dem Einsatz von SEM gegeizt wird, sind die hohen Kosten bei allgemeinen Keywords. Klickpreise von bis zu sieben Euro und Abschlussprovisionen in Höhe von bis zu 150 Euro seien sonst nur in wenigen Branchen zu finden, so die Studie. "Einerseits hat der Margendruck die Finanzbranche inzwischen voll erfasst, Customer Lifetime Values sind gesunken. Anderseits gibt es durch die vielen Vermittler in Teilen der Branche extrem viele Bieter für Keywords, was die Preise in unrentable Höhen hat steigen lassen", hat auch Online-Markting-Experte Ralf Scharnhorst beobachtet. Ein Ausweg für die Finanzdienstleister besteht im Affiliate Marketing. "Dadurch gibt es in manchen redaktionellen Umfeldern und auf Finanz-Vergleichs-Seiten oft günstigere Alternativen, zu werben. Dort lässt sich auch oft der USP eines Produktes besser erklären und der Wert einer großen Marke nutzen", so Scharnhorst. Er plädiert dafür, nicht allein auf SEM zu setzen: "Nach dem Hype um SEM trete ich mehr für neue, individuelle Werbeformen ein", sagt Scharnhorst. Schließlich sei auch der Markt für Finanzdienstleistungen extrem heterogen.
"Alleine mit einem dreizeiligen Textlink lässt sich nicht die Vertrauensbasis für eine Lebensversicherung schaffen, aber bei Krediten oder Tagesgeldkonten zählt nur der Prozentsatz.
Daher braucht jedes Produkt eine andere Strategie. Der Konsument braucht mehrere Kontakte bis zum Abschluss, aber häufig wird nur nach der Regel gemessen 'last cookie wins'". kritisiert Scharnhorst. Dementsprechend müssten die Werbungtreibenden noch oft subjektiv gefärbte Entscheidungen treffen, die je nach Unternehmen sehr unterschiedlich ausfallen würden, so der Online-Marketer. Hier sei noch ein hoher Bedarf für Analysetechniken, Beratung und ganzheitliche Optimierung des Media-Budgets vorhanden. Mehr Beratung tue insgesamt not.
Andere Experten sehen ebenfalls einen Wandel bei den Kampagnen der Versicherer und Banker kommen. Bei Accenture beobachtet man, dass die Banken hierzulande umdenken - und SEM anders angehen wollen, als bisher. Die explido-Untersuchung zeigt also noch den Ist-Zustand im Finanzsektor. "Die Ergebnisse spiegeln den bisherigen SEM-Ansatz wider, bei dem Unternehmen einseitig auf allgemein gehaltene - und deshalb ineffektive und teure - Terms setzen. Das funktioniert nicht mehr", sagt Stephan Lindner , Senior Executive CRM bei Accenture. Er plädiert wie Scharnhorst für eine strategisch durchdachte und zudem integrierte Strategie. "Stattdessen müssen sie speziellere Begriffe prägen, die sie dann für SEM buchen. Grundsätzlich sollten Direktmarketing und SEM in allen Branchen im Retailgeschäft besser verzahnt werden", so Lindner.
"Ein Beispiel wäre etwa, nicht den Begriff 'Riester-Rente' zu buchen, sondern 'DWS-Riester-Rente', wie es beispielsweise die fondsvermittlung24.de macht. Voraussetzung ist eine einheitliche Marketingstrategie, die above-the-line- und below-the-line-Medien optimal verbindet. In der integrierten Kampagne wird ein spezieller Begriff (Term) geprägt und gebucht. Weitergeleitete Links auf Landing Pages mit attraktiven Offerings führen zu wertvollen Leads mit eben solchen Conversion Rates", so Accenture-Mann Lindner.
"Die Wiederentdeckung des Privatkundenmarktes hat bei den Banken eingesetzt. Wir bekommen aktuell viele Anfragen aus der Branche. Die zwischenzeitlich guten Erfolge kleinerer Anbieter, die speziellere Terms einsetzen, zeigen auch den großen etablierten Instituten, dass sie ihre Kampagnen entsprechend verändern müssen", sagt Lindner. "Generell besteht ein Trend, optimierte, spezielle und kombinierte Terms bei Suchmaschinenanbietern zu kaufen. Sie können als ein schnell verderbliches, aber wichtiges Industriegut betrachtet werden. Richtig platziert, lassen sich damit sehr gute Kampagnenergebnisse erzielen."
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Das Problem sind häufig schlechte Webseiten die Informationen schlecht aufbereiten bzw. ausschliesslich auf den Vertrieb hin organisiert sind. Wenn die Finanzwirtschaft anfangen könnte Ihre Webseiten mit redaktionell aufbereitetem Material zu pflegen würden die direkt über Suchmaschinen erreichbaren Kundenzahlen steigen.
Ausserdem wären gezielte Kampagnen angesagt, mehr auf fachspezifische Seiten um eigentlich gar nicht interessierte Kunden aus den Klickmodellen draussen zu halten.
Solange die Suchmaschinen nicht bedeutend spezifischere Keywordkombinationen zulassen dürfte der Markt vergleichsweise unattraktiv bleiben und andere Marketingformen sollten bevorzugt werden.
Zu: Wie Banken per SEM neu durchstarten wollen
Ermittelt der P-Maxx nun "mehr als die Hälfte der Top-20-Unternehmen aus dem Bank- und Versicherungssektor seien in Suchmaschinen und Affiliate-Netzwerken kaum bis gar nicht präsent", bedeutet das doch nur, daß der Online-Kanal derzeit für diese Unternehmen weniger relevant ist. Und ich denke, alle Kollegen werden diese Entscheidung aktiv (also nicht verbummelt) getroffen haben.
Genauso verhält es sich mit den aktuell gezahlten CPC's und CPO's. Es wird das bezahlt, was sich rechnet. Alles andere wäre dumm. Der Eindruck, daß "Preise in unrentable Höhen" steigen mag in Einzelfällen zutreffen. Imho immer dann, wenn die Online-Wertschöpfungskette weniger gut optimiert ist als beim Wettbewerb. Der Wettbewerb oder gar der eigene Vertriebspartner kann dann auf Basis besserer Conversion höhere Klickpreise zahlen.
Wer mithalten will muß folglich seine Online-Wertschöpfungskette optimieren. Das Ausweichen auf Keywords ohne Suchvolumen ("Top-Tagesgeld") oder gar auf Markenrechtsverletzungen ("DWS-Riester-Rente") kann ich jedenfalls nicht empfehlen.
Und noch ein Gedanke zum Schluß: Wenn die vermisste Hälfte der Top-20-Unternehmen stärker in SEM investieren wird, führt dies zu noch mehr Wettbewerb und durch das Auktionsverfahren zu noch höheren Klickpreisen...
