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News Aktuell: "Es gibt keine Web-2.0-Journalistengeneration"
12.07.2007 Laut einer aktuellen Studie der dpa-Tochter News Aktuell halten die meisten deutschen Journalisten Web-2.0-Angebote für kaum relevant und glaubwürdig. In einem aktuellen Interview bezieht jetzt Jens Petersen, Head of Media Communications bei News Aktuell, Stellung zu den Ergebnissen seiner Studie.
Jens Petersen: "Auf jeden Fall wird die Blogosphäre zunehmend von Journalisten als Inspirationsquelle genutzt. Diese Angebote sind außerordentlich hilfreich, wenn man ein Meinungsbild erstellen will. Eine Web 2.0-Journalistengeneration gibt es sicher nicht, aber die Redakteure sind zunehmend aufgeschlossen gegenüber dem, was Blogs, Podcasts und Social Software ihnen bieten können."
Medienhandbuch.de: Sieben Prozent der Journalisten sind der Meinung, dass Blogs grundsätzlich eine unglaubwürdige Informationsquelle sind. Sind Blogs Ihrer Meinung nach nun journalistisch salonfähig oder nicht?
Petersen:: "Als Quelle, wie sie zum Beispiel Wirtschaftsjournalisten brauchen, wenn sie über den Erfolg eines Unternehmens berichten, sind Blogs sicher nicht verlässlich. Aber trotzdem bilden Blogs ein nachvollziehbares Meinungsbild ab, wenn man darüber schreibt, wie eine neue Spielekonsole bei den Kunden ankommt. Wenn Journalisten verstehen, wie die Blogosphäre funktioniert, dann kann das in jedem Fall eine große Hilfe beim Recherchieren sein."
Medienhandbuch.de: Journalisten nutzen Blogs in erster Linie, um sich ein Bild von den existierenden Stimmungen und Meinungen zu einem Thema zu verschaffen oder Ideen aufzunehmen. Ist das der große Unterschied zu anderen Online-Angeboten?
Petersen: "Blogs sind oft eine recht emotionale Sache. Die Autoren haben oft eine sehr persönliche Herangehensweise an ihre Beiträge, ganz anders als im klassischen Journalismus. Das macht sie authentisch und spannend. In Blogs wird auch mal schnell was rausgehaue", was einen gerade beschäftigt. Aber genau das macht sie so interessant."
Das Interview mit Jens Petersen führte Oliver Hein-Behrens , verantwortlich für Beratung bei Neuen Medien und PR bei Medienhandbuch.de . Das vollständige Interview steht online auf Medienhandbuch.de .
Laut der aktuellen Studie von News Aktuell unter 1.000 deutschen Journalisten und Redakteure halten die befragten Medienmacher
Blogs, Podcasts und Social Software mehrheitlich für journalistisch wenig relevant (iBusiness berichtete).
