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Digitalagenturen

Internetagentur-Ranking 2026: Schere im Agenturmarkt geht weiter auseinander

19.05.2026 Die deutschen Digitalagenturen wachsen kaum noch - doch hinter den stabilen Gesamtumsätzen verschiebt sich der Markt massiv. Während große Netzwerkagenturen Marktanteile gewinnen, geraten viele mittelgroße Dienstleister unter Druck. Gleichzeitig sorgen KI, Automatisierung und neue Organisationsmodelle für Bewegung im Ranking.

 (Bild: The Artifex / wikicommons)
Bild: The Artifex / wikicommons
Die Konzentration im deutschen Digitalagenturmarkt nimmt deutlich zu: Während viele mittelgroße Dienstleister unter Investitionsstau, Kostendruck und verzögerten Projekten leiden, bauen große Netzwerkagenturen ihre Marktanteile in diesem Jahr aus. Die zehn größten Digitaldienstleister vereinen inzwischen 57 Prozent des gesamten Honorarumsatzes des Internetagentur-Rankings auf sich. Im Jahr 2023 lag dieser Anteil noch bei 43,5 Prozent.

Insgesamt melden die im Internetagentur-Ranking 2026   gelisteten deutschen Full-Service-Digitalagenturen für das Geschäftsjahr 2025 einen kombinierten Honorarumsatz von 2,377 Milliarden Euro. Nicht berücksichtigt wurden dabei Drittleistungen wie Mediabudgets oder Software-Lizenzen, die nicht als Interaktiv-Honorare gelten.

Die 129 im Ranking gelisteten Agenturen beschäftigen 18.729 festangestellte Mitarbeitende. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem leichten Umsatzplus von 0,9 Prozent, während die Zahl der Beschäftigten um 2,88 Prozent zurückging. Zugleich ist die Zahl der teilnehmenden Unternehmen erneut gesunken: Im Vorjahr waren noch 137 Agenturen im Ranking vertreten.

Im Durchschnitt erzielt eine gelistete Digitalagentur einen Honorarumsatz von 18,4 Millionen Euro und beschäftigt rund 145 Mitarbeitende. Der Pro-Kopf-Umsatz liegt bei gut 127.000 Euro und damit über dem Niveau des Vorjahres.

Angeführt wird das Internetagentur-Ranking weiterhin von großen Netzwerkagenturen. Bereinigt um die Großagenturen der aktuellen Top Ten erwirtschaftet eine deutsche Digitalagentur im Schnitt 8,6 Millionen Euro Honorarumsatz bei durchschnittlich 76 Beschäftigten. Der Pro-Kopf-Umsatz liegt in diesem Segment bei rund 114.000 Euro.

Warum spezialisierte Agenturen plötzlich extrem profitabel werden

Besonders hohe Pro-Kopf-Umsätze erzielen vor allem spezialisierte Beratungs- und Technologieagenturen mit schlanken Strukturen. Den höchsten Wert im diesjährigen Ranking erreicht COBE   (Rang 38) mit 422.520 Euro Umsatz pro Mitarbeitendem. "Unsere Agentur entwickelt sich gerade trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds in DACH positiv", berichtet Felix van de Sand , Managing Director der COBE GmbH. Das Unternehmen setze seit Jahren gezielt auf Beratungsleistungen im Bereich digitales Produktdesign und Design Operations. "Trotz beziehungsweise mit KI wachsen wir, weil wir unseren Kunden helfen, ihre digitalen Ökosysteme systematisch zukunftssicher aufzustellen", erklärt van de Sand weiter. Den Umsatz erwirtschaftet COBE mit 25 Mitarbeitenden in München und 54 Mitarbeitenden in Osijek in Kroatien.

Einen ebenfalls überdurchschnittlich hohen Pro-Kopf-Umsatz weist Raphael GmbH   mit 236.684 Euro aus. Geschäftsführer Hans-Jörg Raphael führt das vor allem auf die Organisationsstruktur der Agentur zurück. "Unser Wachstum in einem aktuell schwierigen Markt basiert auf zwei Säulen: langjährige Bestandskunden, mit denen wir partnerschaftlich wachsen, und einem starken Freelancer-Netzwerk, das uns flexibel und schnell skalierbar macht", erklärt Raphael.

Nach Angaben des Unternehmens entfallen rund zwei Millionen Euro Honorarumsatz auf Freelancer-Leistungen. Bereinigt um diesen Anteil liege der Pro-Kopf-Umsatz bei rund 157.000 Euro und damit "im branchenüblichen Rahmen". Die Agentur setze bewusst auf schlanke Strukturen, spezialisierte Expertise und flexible Projektteams.

Zu diesen Unternehmen gehört auch die Agentur dayy   (Platz 68) mit einem Pro-Kopf-Umsatz von knapp 232.000 Euro. Oliver Ecker , Gründer und Co-CEO von dayy, führt das unter anderem auf ein bewusst schlankes Organisationsmodell zurück: "Wir haben uns nie als reine Agentur verstanden, sondern als Hybrid aus Beratung und Umsetzung." Statt großer Teams setzt dayy auf einen kleinen "seniorigen Teamkern" sowie ein flexibles Netzwerk aus festen PartnerInnen und FreelancerInnen. Gleichzeitig arbeite die Agentur langfristig mit einem überschaubaren Kreis von Enterprise-Kunden zusammen, anstatt sich projektweise über klassische Pitch-Verfahren zu organisieren.

Marktkonzentration nimmt weiter zu

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung der Marktkonzentration bei den deutschen Digitalagenturen an der Spitze des Rankings. Die zehn umsatzstärksten Agenturen erwirtschaften gemeinsam 1,353 Milliarden Euro und vereinen damit 57 Prozent des gesamten Ranking-Umsatzes auf sich.

Noch ausgeprägter fällt die Entwicklung bei den Top 50 aus. Mittlerweile entfallen rund neun von zehn Umsatz-Euro des Rankings auf die 50 größten Full-Service-Digitalagenturen. Konkret erwirtschaften sie zusammen 2,154 Milliarden Euro und halten damit einen Umsatzanteil von 91 Prozent am Gesamtmarkt des Rankings.

Die 100 größten Digitalagenturen kommen zusammen sogar auf knapp 2,35 Milliarden Euro Honorarumsatz. Das entspricht 98,9 Prozent des gesamten im Ranking erfassten Marktvolumens.

Große Agenturnetzwerke gewinnen Marktanteile

Die Auswertung des Internetagentur-Rankings 2026 zeigt erneut eine zunehmende Konzentration des Marktes auf wenige große Anbieter - häufig international aufgestellte Netzwerkagenturen. Vor allem kleinere und mittelgroße Dienstleister geraten dadurch zunehmend unter Druck.

Die Entwicklung der Umsatzanteile in den einzelnen Größenclustern verdeutlicht zudem, dass sich der Markt nicht homogen entwickelt. Während insbesondere die Top-Ten-Agenturen weiter Marktanteile hinzugewinnen, verlieren vor allem Agenturen aus dem Segment der Plätze 11 bis 50 an Bedeutung. So lag der Umsatzanteil dieser Gruppe im Jahr 2023 noch bei 42,2 Prozent. Im aktuellen Ranking erreicht das Segment nur noch einen Anteil von 33,7 Prozent.

Preview von 2007 bis 2026 - Entwicklung des Honorarumsatzes und der Anteil nach Agentur-Clustern im Internetagentur-Rankin

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Die zehn umsatzstärksten Digitalagenturen 2026

RangAgenturHonorarumsatz in Millionen Euro
1 (1)Plan.Net Gruppe   258,823
2 (2)Reply-Digital Experience   242,785
3 (3)]init[ AG   195,894
4 (5)Exxeta  123,540
5 (4)valantic   120,967
6 (8)Conclusion   101,283
7 (-)mgm technology partners   93,945
8 (6)Valtech   89,053
9 (7)team neusta   76,202
10 (-)inovex   51,100



Wie sich die zehn umsatzstärksten Digitalagenturen 2026 im Einzelnen entwickelt haben

Christian Schmitz, CEO von Plan.Net

Plan.Net bleibt die umsatzstärkste Full-Service-Internetagentur Deutschlands. Mit einem Honorarumsatz von 258,8 Millionen Euro und einem Wachstum von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr verteidigt das Unternehmen zum vierten Mal in Folge die Spitzenposition im Ranking.

"2025 war für die Branche kein einfaches Jahr. Umso mehr freut es uns, dass wir unseren Honorarumsatz noch einmal steigern konnten", sagt Christian Schmitz , CEO der Plan.Net Group. Als Gründe nennt er unter anderem standortübergreifende Zusammenarbeit, eine konsequente Kundenorientierung sowie gezielte Investitionen in KI-Technologien und entsprechende Kompetenzen.

Dr. Thomas Hartmann, Vorstand Reply AG

Auf Rang zwei folgt erneut Reply - Digital Experience. Die Agenturgruppe steigerte ihren Honorarumsatz um 1,5 Prozent auf 242,8 Millionen Euro. Gleichzeitig sank die Zahl der festen Mitarbeitenden im Vergleich zum Vorjahr um rund vier Prozent auf 1.606 Beschäftigte.

"Unser rein organisches Wachstum zeigt, dass Unternehmen gezielt auf Partner setzen, die technologische Innovation mit strategischer Relevanz verbinden", erklärt Thomas Hartmann , Vorstand von Reply. Der Erfolg der Agentur basiere "auf der Verbindung aus kreativer Exzellenz, tiefem Technologieverständnis und der Fähigkeit, KI wirkungsvoll in digitale Geschäfts- und Kundenerlebnisse zu integrieren." Besonders KI-Agenten und Multi-Agenten-Systeme würden derzeit die Steuerung und Personalisierung digitaler Customer Journeys verändern.

Harald Felling, CEO der ]init[ AG

Init verteidigt zum fünften Mal in Folge Rang drei im Ranking. Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2024 meldet die auf öffentliche Auftraggeber spezialisierte Agenturgruppe wieder ein Umsatzplus. Der Honorarumsatz stieg um 7,1 Prozent auf 195,9 Millionen Euro.

"In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld ist es gelungen, unser Geschäft zu stabilisieren, neue Kernmärkte auszubauen und damit zu diversifizieren", freut sich CEO Harald Felling . Als strategisches Wachstumsfeld nennt er insbesondere den Einstieg in den Health-Sektor. Darüber hinaus investiere das Unternehmen weiter in KI, datensouveräne Cloud-Services und Information Security.

Andreas Ritter, CEO Exxeta

Einen Platz im Ranking verbessert hat sich Exxeta. Die Karlsruher Digitalberatung rückt mit einem Honorarumsatz von 123,5 Millionen Euro auf Rang vier vor. Das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "In der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage zu wachsen, ist kein einfacher Job", gibt Andreas Ritter , Gründer und Vorstandsmitglied von Exxeta, zu denken. Als zentrale Wachstumstreiber nennt er Data- und AI-Projekte. "Gleichzeitig erschließen wir neue Branchen, bauen unsere internationale Delivery stetig aus und stellen unser Geschäftsmodell breiter, robuster und damit zukunftsfähig auf", so Ritter weiter.

Uwe Tüben, Partner und Geschäftsführer valantic CX

Für valantic cx verlief das Geschäftsjahr dagegen schwieriger. Die Full-Service-Digitalaegntur meldet einen Rückgang des Honorarumsatzes um 14,1 Prozent auf 120,96 Millionen Euro. Auch die Zahl der Mitarbeitenden sank um rund 12 Prozent. Damit fällt valantic im Ranking auf Rang fünf zurück.

"2025 war ein Jahr, das die gesamte Branche stark gefordert hat. Geopolitische Unsicherheiten und eine sehr verhaltene Investitionsbereitschaft in mehreren Schlüsselindustrien haben das Marktumfeld spürbar beeinflusst", erklärt Uwe Tüben , Partner und Managing Director bei valantic cx. Gleichzeitig habe das Unternehmen neue Kundinnen und Kunden gewonnen, Technologiepartnerschaften ausgebaut und verstärkt in den Bereich Agentic AI investiert. "Diese Investitionen in Kompetenz und Qualität zahlen sich aus und schaffen eine belastbare Grundlage für weiteres Wachstum. Wir sind überzeugt, dass wir in die richtigen Themen investiert haben und gestärkt aus dieser Phase hervorgehen werden", gibt sich Tüben optimistisch.

Tilman Au, Managing Director Conclusion DACH

Das stärkste Wachstum unter den zehn größten Digitalagenturen verzeichnet in diesem Jahr Conclusion. Die Netzwerkagentur steigerte ihren Honorarumsatz um 12,7 Prozent auf 101,3 Millionen Euro. Auch die Zahl der fest angestellten Mitarbeitenden legte um rund zehn Prozent zu. "2025 war für unsere Branche ein herausforderndes Jahr. Conclusion ist dennoch gewachsen durch gezielte Akquisitionen und großartige gemeinsame Arbeit", sagt Managing Director Tilman Au . Das Unternehmen wolle zudem seine Plattform für Business- und IT-Transformation im DACH-Raum weiter ausbauen.

Maximilian Kühne, VP Commerce, mgm technology partners

Nach drei Jahren Pause beteiligt sich mgm technology partners wieder am Ranking und erreicht mit knapp 94 Millionen Euro Honorarumsatz direkt Rang sieben. Maximilian Kühne , VP Commerce bei mgm technology partners, sieht die Stärke des Unternehmens insbesondere in technischer Expertise und der Integration von KI in bestehende Prozesse und ECommerce-Lösungen: "Der Agenturmarkt wird selektiver - und das spüren wir als Chance. Unternehmen investieren gezielter und suchen Partner, die Fachlichkeit und technische Komplexität wirklich beherrschen."

Markus Cansever,CEO Valtech (Bild: Valtech)
Bild: Valtech
Markus Cansever,CEO Valtech

Valtech meldet das zweite Jahr in Folge rückläufige Umsätze und sinkende Mitarbeiterzahlen. Mit einem Honorarumsatz von 86 Millionen Euro fällt die Agentur auf Rang acht zurück. Geschäftsführer Markus Cansever bezeichnet den Personalabbau in Deutschland als Teil einer strategischen Neuausrichtung: "Wir bauen gezielt mehr Kapazitäten über unsere Nearshore- und Offshore-Delivery-Hubs auf, um international skalierbarer, effizienter und wettbewerbsfähiger aufgestellt zu sein." Der Umsatzrückgang sei vor allem auf die schwache Entwicklung der Automobilbranche zurückzuführen, "die derzeit unter massivem strukturellem und konjunkturellem Druck steht. Da diese Branche für uns traditionell eine hohe strategische Bedeutung hat und einen relevanten Anteil am Gesamtumsatz ausmacht, konnten die dortigen Rückgänge kurzfristig nicht vollständig kompensiert werden." Positiv entwickelten sich dagegen die Bereiche Manufacturing sowie Finance & Insurance.

Fabian Gutsche, Chief Digital Officer von team neusta

Auch team neusta verzeichnet rückläufige Zahlen. Der Honorarumsatz sank um 17,2 Prozent auf 76,2 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeitenden ging um 28 Prozent zurück. Damit rutscht die Agenturgruppe auf Rang neun ab. CDO Fabian Gutsche verweist auf ein weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld und veränderte Anforderungen durch KI-Technologien. "Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Firmenstruktur im Rahmen eines gezielten Transformationsprozesses bewusst verschlankt und unser Unternehmen fokussierter aufgestellt. Die damit verbundenen Veränderungen sind Ausdruck unserer strategischen Neuausrichtung", erklärt Gutsche. Zusätzliche Impulse erwartet team neusta durch die Beteiligung von CONTACT Software   und dem konsequenten Ausbau des Beratungsgeschäftes.

Tobias Joch, Geschäftsführer inovex

Erstmals im Ranking vertreten ist inovex. Das Unternehmen steigt mit einem Honorarumsatz von rund 52 Millionen Euro direkt auf Rang zehn ein. "Dies entspricht einem Wachstum von etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Erfolg bestätigt unseren Fokus auf technologische Exzellenz und die steigende Nachfrage nach ganzheitlichen, digitalen Lösungen. Auch für das laufende Jahr 2026 sind wir optimistisch gestimmt: Wir gehen aktuell davon aus, unseren Wachstumskurs fortzusetzen und peilen erneut ein Umsatzplus in einer ähnlichen Größenordnung an", freut sich Geschäftsführer Tobias Joch . Inhaltliche Wachstumstreiber seien insbesondere Projekte rund um Agentic AI sowie Anwendungen zur Stärkung der digitalen Souveränität von Unternehmen.

Markt in Bewegung: Wie der Druck auf viele Agenturen wächst

Nicht mehr unter den zehn umsatzstärksten Digitalagenturen vertreten sind in diesem Jahr intive   , die auf Rang zwölf zurückfallen, sowie Syzygy    auf Platz 14.

Die umsatzstärkste inhabergeführte Digitalagentur im Ranking ist Appsfactory   . Das Unternehmen erreicht mit einem Honorarumsatz von 49,142 Millionen Euro Rang elf und verpasst den Einzug in die Top Ten nur knapp. Mit einem Umsatzwachstum von 12,9 Prozent und einem Mitarbeiterplus von 12,7 Prozent gehört die Agentur zugleich zu den wachstumsstärkeren Anbietern im oberen Rankingbereich - und setzt ihren Kurs in Richtung Spitzengruppe auch in diesem Jahr fort.

Dr. Alexander Trommen, CEO Appsfactory

"Unser Wachstum basiert auf der konsequenten Integration von KI in unsere gesamte Wertschöpfungskette", erklärt Dr. Alexander Trommen, CEO der Appsfactory. Mit dem eigens entwickelten "AI Development Lifecycle" setze die Agentur KI-Technologien über den gesamten Design- und Entwicklungsprozess hinweg ein. Ziel sei es, digitale Lösungen schneller und effizienter umzusetzen. "In einem schwierigen Marktumfeld ist diese Geschwindigkeit bei höchster Qualität unser entscheidender Wettbewerbsvorteil", so Trommen weiter.

Insgesamt zeigt das Internetagentur-Ranking 2026 deutlich mehr Bewegung als in den Vorjahren. Allein 25 Digitalagenturen sind neu in die Top 100 eingestiegen, beziehungsweise waren im Vorjahr nicht im Ranking vertreten.

Den höchsten Neueinstieg verzeichnet mgm technology partners    auf Rang sieben, gefolgt von inovex    auf Platz zehn. Ebenfalls stark eingestiegen sind Digitas Germany    auf Rang 15 mit einem Honorarumsatz von 45,78 Millionen Euro sowie Laudert    auf Rang 25 mit 17,27 Millionen Euro Honorarumsatz.

Erstmals im Ranking vertreten ist auch SNK - schoene neue kinder   , die direkt auf Rang 41 einsteigen. Die Agentur sieht ihre vergleichsweise stabile Entwicklung vor allem in einer klaren Positionierung im B2B-Bereich sowie einer breiten Aufstellung über verschiedene Leistungen und Branchen hinweg begründet. "Die Lage ist anspruchsvoll, aber uns geht es gut", sagt Paul Zentner aus der Geschäftsführung von SNK. Erfolgreich seien künftig vor allem Anbieter, die "technologische Innovationen mit menschlicher Finesse kombinieren und flexibel, schnell und kundennah auf die Straße bringen."

Viele Verschiebungen innerhalb der Top 50

Auch innerhalb der Top 50 zeigt sich eine ungewöhnlich hohe Dynamik: Neben zehn Neueinsteigern konnten sich 16 Agenturen bei der Platzierung im Ranking verbessern. Gleichzeitig verloren 20 Dienstleister gegenüber dem Vorjahr an Positionen.

Allerdings konnten lediglich zehn Unternehmen aus den Top-50-Agenturen ihren Honorarumsatz um mindestens zehn Prozent steigern. Gleichzeitig meldeten 19 Agenturen rückläufige Umsätze.

Über das gesamte Ranking hinweg gehören knapp 20 Prozent der gelisteten Unternehmen zu den Überperformern, die ihren Honorarumsatz um mindestens zehn Prozent steigern konnten. Demgegenüber stehen 45 Agenturen - und damit mehr als ein Drittel aller gelisteten Unternehmen -, die ein negatives Umsatzwachstum ausweisen.

Preview von Internetagentur-Ranking 2026 - Umsatzentwicklung der Agenturen

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Das sind die schnellstwachsenden Digitalagenturen 2026

Das Internetagentur-Ranking 2026 zeigt: Trotz eines insgesamt schwierigen Marktumfelds gelingt einzelnen Dienstleistern weiterhin deutliches Wachstum. Vor allem Agenturen mit klarer Positionierung, technologischem Fokus und spezialisierten Leistungsangeboten konnten ihre Umsätze spürbar steigern.

Die am schnellsten wachsende Agentur ab 2,5 Millionen Euro Honorarumsatz ist in diesem Jahr RYZE Digital   . Die Mainzer Agenturgruppe steigert ihren Honorarumsatz um 41,2 Prozent auf 24,3 Millionen Euro und verbessert sich damit auf Rang 21 im Gesamtranking. Parallel dazu wächst die Zahl der Mitarbeitenden um 48,7 Prozent.

"Dass wir 2025 trotz herausfordernder Marktbedingungen deutlich wachsen konnten, ist das Ergebnis unserer konsequenten Buy-&-Build-Strategie", erklärt CEO Philipp Mann . Insbesondere die Integration von comspace habe die Agenturplattform erweitert. Gleichzeitig verweist Mann auf die Positionierung als technologiegetriebene Corporate-Communications-Agenturgruppe mit einem diversifizierten Portfolio aus DXP, Performance Marketing und Corporate Reporting.

Ebenfalls stark gewachsen ist Digital Masters   . Die Agentur steigert ihren Honorarumsatz um 28,8 Prozent auf 9,8 Millionen Euro und erreicht damit Rang 40 im Ranking. Das Unternehmen sieht den Erfolg vor allem in einem ganzheitlichen Beratungs- und Umsetzungsansatz begründet. "Unternehmen kaufen heute weniger einzelne Maßnahmen. Sie wollen, dass etwas wirkt - und das gelingt nur, wenn alles in einem System zusammenspielt", erklärt die Agentur. Wachstumstreiber seien unter anderem integrierte Strategien, Automatisierung, KI-Anwendungen sowie die Verbindung von Marke, Technologie, Marketing und CRM.

Mit einem Umsatzplus von 25,3 Prozent auf 8,84 Millionen Euro gehört auch Friendventure    zu den wachstumsstärksten Agenturen des Jahres. Das Unternehmen belegt Rang 45 im Gesamtranking. "2025 war sicherlich kein einfaches Jahr für die Branche - umso mehr freuen wir uns, dass Friendventure in diesem Umfeld deutlich wachsen konnte", sagt Gründer und Geschäftsführer Julian Hansmann . Gründe seien vor allem eine hohe Kundenzufriedenheit, langfristige Kundenbeziehungen sowie Investitionen in New Business, Marketing und Vertrieb gewesen. Als wichtigen Wachstumstreiber nennt Hansmann zudem KI-getriebene Veränderungen im Bereich digitaler Plattformen und B2B-Kommunikation.

Auch Wiethe Content    gehört zu den wachstumsstärksten Agenturen im Ranking. Das Unternehmen steigerte seinen Honorarumsatz um 21 Prozent und baute die Zahl der Mitarbeitenden um 25,3 Prozent aus. "Wir wachsen seit zehn Jahren kontinuierlich. Allein in den letzten fünf Jahren um mehr als 130 Prozent", erklärt Philipp Auer , CMO der Wiethe Content GmbH. Wachstumstreiber seien neben einer effizienten Produktionsstruktur vor allem Investitionen in KI-Technologien gewesen.

Nach Angaben des Unternehmens ist der intern entwickelte "WIE-AI-Workflow" inzwischen direkt in die Produktionsprozesse integriert. Dadurch lasse sich Content effizienter und in größerem Umfang erstellen. "Was früher das Endprodukt war, das fertige Foto, ist heute der Ausgangspunkt für weiteren Content", erklärt Auer. Vor allem im E-Commerce und Social Media steige die Nachfrage nach skalierbarer und individualisierter Content-Produktion weiter deutlich an.

Starkes Wachstum auch bei kleineren Dienstleistern

Im Segment unter 2,5 Millionen Euro Honorarumsatz verzeichnet Abrio    das stärkste Wachstum. Die Agentur steigert ihren Umsatz um 39 Prozent. "Der ECommerce-Markt ist anspruchsvoller geworden: Unternehmen investieren gezielter und suchen Partner, die nicht nur technisch implementieren, sondern Wachstum aktiv mitorganisieren", sagt Geschäftsführer Mark Matthies . Abrio positioniere sich insbesondere mit Shopify-Expertise und strategischem ECommerce-Know-how.

Auch SinkaCom    wächst deutlich. Die Agentur auf Rang 111 steigert ihren Honorarumsatz um 34,5 Prozent auf 1,076 Millionen Euro. Andreas Köninger , Vorstand der SinkaCom AG, führt die Entwicklung auf eine umfassende strategische Neuausrichtung zurück. Nach der vollständigen Übernahme des Unternehmens im Rahmen eines Management-Buy-outs Ende 2021 habe die Agentur ihre Kundenstruktur, Positionierung und internen Prozesse grundlegend verändert. "Ende 2024 zeigten die Umstellungen der inhaltlichen Ausrichtung dann Wirkung und es ist gelungen, die gewünschten Zielkunden zu erreichen", erklärt Köninger. Besonders wichtig sei dabei die klare Fokussierung auf Automatisierung und digitale Transformation gewesen.

Mit einem eigens entwickelten "House-of-Transformation"-Modell positioniere sich SinkaCom gezielt als Beratungspartner für mittelständische B2B-Unternehmen aus Fach- und Großhandel, Industrie sowie Immobilienwirtschaft. "Wer automatisieren will, muss zuerst Strukturen und Prozesse haben, kennen oder schaffen - das ist unser Thema", so Köninger weiter. Die Spezialisierung und die enge Zusammenarbeit mit Bestandskunden hätten schließlich dazu beigetragen, neue Zielkunden zu gewinnen und den Wachstumskurs fortzusetzen.

Ebenfalls stark entwickelt sich ditegra   . Nachdem die Agentur bereits im Vorjahr ein Wachstum von 46,2 Prozent erzielt hatte, steigt der Honorarumsatz nun erneut um 30,7 Prozent auf 1,3 Millionen Euro.

KI, Konsolidierung und Preisdruck prägen den Marktausblick

Insgesamt verdeutlicht das Internetagentur-Ranking 2026 ein weiterhin angespanntes Marktumfeld. Kostendruck, verzögerte Projekte und eine fortschreitende Konsolidierung prägen die Branche. Während große Agenturgruppen ihre Marktposition vielfach festigen konnten, geraten kleinere und mittelgroße Dienstleister zunehmend unter Druck.

Für 2026 rechnen viele Marktteilnehmer zwar mit einer leichten Stabilisierung. Ein deutlicher Aufschwung ist nach Einschätzung der Branche jedoch weiterhin nicht absehbar. Gleichzeitig zeigen einzelne Agenturen, dass sich mit klarer Positionierung, technologischer Spezialisierung und Investitionen in Zukunftsfelder wie KI auch unter schwierigen Rahmenbedingungen Wachstum erzielen lässt.

Nach Einschätzung vieler Branchenvertreter dürften KI-Technologien die Entwicklung des Agenturmarktes in den kommenden Monaten maßgeblich bestimmen. Besonders die Modernisierung bestehender MarTech-Stacks und der Einsatz sogenannter Agentic-AI-Systeme gelten als zentrale Zukunftsthemen.

Paul-Sven Voigt , Managing Partner von MS QDX   , erwartet beispielsweise tiefgreifende Veränderungen bei digitalen Plattform- und Marketingstrukturen: "Nicht mehr Best-of-Breed versus Best-of-Suite ist die Frage, sondern welche Softwarebausteine durch Agentic AI ersetzt werden können", erklärt Voigt. Entscheidend werde künftig sein, wie Marken ihre Sichtbarkeit und Wirkung im KI-Zeitalter über Daten- und Prozessmanagement sichern.

Gleichzeitig rechnet Voigt mit weiter wachsendem Preisdruck im klassischen Marketing- und IT-Servicegeschäft. Unternehmen und Investoren erwarteten zunehmend Rationalisierungseffekte durch KI-Technologien. Profitieren könnten vor allem Anbieter mit schlanken, KI-orientierten Organisationsstrukturen.

"Wir werden viel Qualitätsverlust und eine sich weiter öffnende Schere zwischen den großen Holdings und den kleineren Agenturen sehen", prognostiziert Voigt. Gleichzeitig entstünden jedoch Marktchancen für flexible Challenger-Agenturen, die Skalierung und Agilität miteinander verbinden.

Mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung bleibt die Branche dennoch zurückhaltend. Eine nachhaltige Entspannung des Marktes erwartet Voigt erst, wenn geopolitische Konflikte und die damit verbundenen Unsicherheiten zurückgehen. Andernfalls drohe der Digitalagenturbranche auch 2027 ein weiteres schwieriges Jahr.


Internetagentur-Ranking deckt nicht den kompletten Markt ab

Bei dem Ranking ist wie in den Vorjahren zu beachten, dass es nicht die komplette Internet-Dienstleistungsbranche abdeckt. Agenturen und IT-Häuser, deren Umsätze weniger als 60 Prozent des Honorarumsatzes mit Internet-Agenturleistungen erzielen, fehlen ebenso wie spezialisierte Anbieter etwa aus den Bereichen SEO, Influencer Marketing oder Performance Marketing.

Außerdem fehlen auch in diesem Jahr wieder größere Agenturen. Gründe dafür reichen von schwachen Geschäftszahlen über Übernahmen bis hin zu regionalen Schwerpunktsetzungen oder Vorgaben internationaler Netzwerke.

Das jährlich vom BVDW  , iBusiness sowie den Werbemedien Horizont   und W&V   erhobene Internetagentur-Ranking gilt seit 2001 als wichtigster Benchmark der deutschen Digitalwirtschaft.
Thema: Internetagentur-Ranking 2026: Schere im Agenturmarkt geht weiter auseinander

Kommentar von Susan Rönisch

Digitalagenturbranche steht vor ihrer größten Marktbereinigung

Der deutsche Digitalagenturmarkt verändert sich gerade grundlegend - und zwar schneller, als viele in der Branche lange nicht wahrhaben wollten. Das Internetagentur-Ranking 2026 zeigt zwar auf den ersten Blick stabile Umsätze. Doch hinter den Zahlen läuft eine massive Marktverschiebung.

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Susan Rönisch, Analystin iBusiness (HighText Verlag OHG)
Bild: HighText Verlag OHG
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