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Erster Gesetzentwurf zum Verbot von Cookies vorgelegt

26.03.2008 Jetzt liegt der erste Antrag vor, Cookies und das gezielte Ausliefern von Onlinewerbung per Targeting zu verbieten. Zwar nur im Staat New York. Aber auch in Deutschland und in Europa gibt es von Seiten der Politiker Begehrlichkeiten, entsprechende Verbote auf den Weg zu bringen.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Richard L. Brodsky   , seines Zeichens nach demokratischer Abgeordneter und stellvertretender Vorsitzender des New Yorker Regionalparlaments will das Daten sammeln durch Internet-Unternehmen unter Strafe stellen.

Alle Betreiber von Targeting-Techniken und anderen Verfahren zum Sammeln von Nutzerdaten sollen nach dem Gesetz verpflichtet werden, von jedem Nutzer eine explizite Zustimmung dazu einzuholen, wie die New York Times   berichtet.

Brodskys Gesetz wird nur im Bundessstaat New York gelten, weil aber New Yorker Bürger auch auf Webseiten herumsurfen, die von Betreibern aus anderen US-Staaten betrieben werden, gilt bei Beschlussfassung dieses Gesetz quasi wie US-weites Recht. Auch für Albany und Connecticut existieren ähnliche Bestrebungen.

Auch die Europäische Union (EU) will sich eingehend mit Behavioral Targeting befassen. Wie Brodsky sehen auch die EU-Funktionäre den Datenschutz der europäischen Internetnutzer gefährdet: "Behavioral Targeting ist ein ganz heißes Thema", warnt die bei der EU für Datenschutzfragen verantwortliche Deutsche Gabriele Loewnau die einheimische Online-Werbebranche. Loewnau ist 'Senior Legal Adviser' beim 'German Federal Commissioner for Data Protection'. Das deutsche EU-Kommissariat führt die EU-Abteilung für Datenschutzfragen - die so genannte 'Article 29 Working Party' an. Welchen Einfluss diese Gruppe hat, musste erst Google   erfahren. Auf Druck der EU hin hatte die Suchmaschine im Juni angekündigt, alle Server-Logs künftig bereits nach 18 Monaten statt der bislang üblichen 24 Monate zu anonymisieren.

Auf seiner Jahrespressekonferenz anläßlich der Hannovermesse CeBIT hatte der BVDW   vor einem Cookie-Verbot gewarnt. BVDW-Präsident Arndt Groth : "Targeting ist der treibende Motor der Internet-Wirtschaft". Dazu brauche es Cookies. "Wir sehen mit großer Sorge, wenn es tatsächlich von Seiten der Politik zu Initiativen kommt, Cookies ganz zu verbieten." BVDW-Vizepräsident Matthias Ehrlich hatte gewarnt, die Forderung mancher Medien und Teile der Politik, Cookies via Regulierung zu verbieten, sei das Ende von Web 2.0: "Man kann ein Auto nicht dadurch sicherer machen, in dem man ihm die Räder abschraubt".

Aktuell bieten im Prinzip alle großen deutschen Online-Vermarkter ihren Werbekunden bereits Behavioral Targeting an. Die meisten kooperieren damit mit Spezial-Anbietern wie der Berliner Nugg.ad AG   , über eigene Targeting-Systeme verfügen deutlich weniger Vermarkter. Um Behavioral Targeting aber als Standard im Online-Werbemarkt zu etablieren, braucht es laut dem Online-Vermarkterkreis   im BVDW ebenfalls noch Aufklärungsarbeit. So würde derzeit im Prinzip jeder Online-Vermarkter unter Behavioral Targeting etwas anderes verstehen. Einige Vermarkter etwa analysieren unter dem Banner 'Behavioral Targeting' lediglich IP-Adressen und liefern in Echtzeit Onlinewerbung aus, die geografisch individuell auf die Surfer abgestimmt ist.

Hintergrundinformationen zu Behavioral Targeting lesen iBusiness-Premium-Mitglieder (und solche die es jetzt werden) exklusiv in Ausgabe 16/17 der iBusiness Executive Summary).

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