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Das Internet ist unwichtig

29.11.2013 Der unterschriebene Großkoalitionsvertrag belegt den wahren Stellenwert des Internets und der von Brancheninsidern so intensiv beschworenen Weltdigitalisierungsvisionen: Es ist alles eine Nummer kleiner. Ungemach droht jedoch von ganz anderer Stelle.

 (Bild: PublicDomainPictures)
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Internet gehört für das politische Berlin nicht zu den Brot-und-Butter-Themen (Bild: Mark Chambers/Aboutpixel.de)
Bild: Mark Chambers/Aboutpixel.de
Internet gehört für das politische Berlin nicht zu den Brot-und-Butter-Themen

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Angenommen die Koalitionäre von CDU  , CSU   und SPD   hätten in ihren Koalitionsvertrag das Ansinnen hineingeschrieben vier Milliarden Euro pro Jahr in den Breitbandausbau zu stecken - und den Straßenneubau mit warmen Worten abgespeist. Ein Aufschrei wäre durch die Republik gegangen. Nun ist es anders herum - und nur Bitkom und Eco mäkeln ein wenig herum.

Es ist bezeichnend, dass der personifizierte Populismus, CSU-Chef Horst Seehofer, seine Bayernwahl mit dem abstrusen Randthema "PKW-Maut" gewonnen hat - und dieses Thema ganz oben auf der Diskussionsliste der Großkoalitionäre steht. Nicht aber die digitalen Zukunftsthemen.

So findet sich im Programm der neuen Bundesregierung vor allem digitale Kosmetik: Ein "Begrüßen" der Methode, deutsche Daten um NSA-Schnüffelserver herumzurouten - dafür aber auch mehr eigene Vorratsdatenspeicherung. Ein bisschen (aber nicht zuviel) Netzneutralität. Die geplante Förderung "pädagogisch wertvoller Computerspiele" geht eher in Richtung der Neuland-Fraktion in den Feuilletons als in Richtung Generation Gaming. Gestrichen wurde die steuerliche Forschungsförderung für Mittelständler oder das Vorhaben, alle Schülerinnen und Schüler mit einem mobilen Computer auszustatten.

Selbst die Einrichtung eines Internet-Ausschusses im Bundestag findet sich nun nicht mehr in dem unterschriebenen Koalitionsvertrag, wohl aber - immerhin - ein mit öffentlichen Mitteln finanziertes Internet-Institut und ein Strategiepapier namens "Digitale Agenda 2014-2017". Das zeigt deutlich, als was für einen Randaspekt politischen Handelns die Politiker das Internet und seine Auswirkungen ansehen - PKW-Wapperl schlägt Breitband allemal.

Umgekehrt wird sich die Internetbranche in den kommenden Jahren mit den Auswirkungen einer ganz anderen Übereinkunft der Großkoalitionäre herumschlagen dürfen - insbesondere der Teil der Branche, der direkt oder indirekt mit dem E-Commerce zusammenhängt: Dem Mindestlohn. Vor allem bei den Paketdienstleister liegen die Gehälter gegenwärtig oftmals unter den angepeilten 8,50 Euro. Bei realisiertem Mindestlohn würde der Zustellpreis für jedes Paket direkt um 2,5 bis fünf Prozent steigen.

Doch damit nicht genug. Bislang beschäftigt die Logistikbranche zahlreiche Subunternehmer, deren Stundenlohn durch Arbeitstage von 12 oder 14 Stunden deutlich niedriger ist. Hier entsteht ein Einfallstor für Gewerkschaftskampagnen und Streiks, sodass man davon ausgehen kann, dass in der Logistik in der kommenden Legislaturperiode die Gehälter deutlich steigen werden.

Einen Teil dieser höheren Kosten, wenn nicht sogar die gesamten, werden die Logistik-Konzerne wohl an ihre Kunden, die Onlinehändler, weitergeben. iBusiness kalkuliert mit 6,8 Prozent Preissteigerung pro Paket.

Das bedeutet, dass im Kampf der Kanäle der Präsenzhandel gegenüber dem Onlinehandel Boden gut machen kann - denn nicht jeder Onlinehändler kann die gestiegenen Logistikkosten einfach selbst tragen, sondern wird sie - vor allem bei retourenintensiven Branchen - an seine Kunden weiterreichen müssen.

Das bedeutet: Rationalisierung im Onlinehandel wird wichtiger - um Renditen zu erhalten und um im Wettbewerb bestehen zu können.
Thema: Das Internet ist unwichtig

Kommentar von Joachim Graf

Doch nicht der Nabel der Welt

Zwischen Webinaren und Webkonferenzen, Whitepapers und Whatsapp-Dialogen wähnt sich die Internet-Branche als Nabel der Welt. Doch ich verkünde Euch: "Es existiert ein Leben abseits des Digitalen".

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 (Michael Poganiatz)
Bild: Michael Poganiatz
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Von: Uwe Weichelt ,  w.elt-design
Am: 29.11.2013

Zu: Das Internet ist unwichtig

Wie weltfremd manche unserer führenden Politiker gegenüber "neuen Medien", wie dem Internet, gegenüberstehen, bewies ja vor einigen Monaten unsere Kanzlerin mit ihrer "Neuland"-Aussage. Das das Internet wichtig ist und aus dem Leben der westlichen Welt nicht wegzudenken ist, beweisen ja die Nutzerzahlen, der stets steigende Umsatz im e-commerce und die hohe Nachfrage nach schnellen Internetanschlüssen. Meiner Meinung nach wird die ecommerce-Branche infolge des Mindestlohnes keinen spürbaren Wachstumsstopp erleiden, denn onlineshopping ist zu beliebt, um sich von etwas höheren Versandkosten vom Onlinekauf abhalten zu lassen. Außerdem besteht immer die Möglichkeit, diese Kosten auf das Produkt selbst umzulegen, sodass sich die Versandgebühren nicht zwangsläufig für den Kunden erhöhen müssen. Die Einführung des Mindestlohnes ist längst überfällig, jeder sollte doch von seiner Arbeit leben können!
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Von: Jürgen Ammon ,  Orgware K. Ammon ,  Verbindungen
Am: 30.11.2013

Zu: Das Internet ist unwichtig

Dass Deutschland und seine Wähler nicht an der Zukunft interessiert sind, sondern an der Bewahrung der Vergangenheit, wissen wir ja spätestens seit der letzten Wahl!
Nur nix ändern ist wichtiger als die Bewältigung der Zukunft!
In wenigen Jahren wird das Schreien groß sein, weil man die Zukunft in #Neuland verschlafen hat. Aber dann ist es viel zu spät!
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Von: Jürgen Ammon ,  Orgware K. Ammon ,  Verbindungen
Am: 30.11.2013

Zu: Das Internet ist unwichtig

Dass Deutschland und seine Wähler nicht an der Zukunft interessiert sind, sondern an der Bewahrung der Vergangenheit, wissen wir ja spätestens seit der letzten Wahl!
Nur nix ändern ist wichtiger als die Bewältigung der Zukunft!
In wenigen Jahren wird das Schreien groß sein, weil man die Zukunft in #Neuland verschlafen hat. Aber dann ist es viel zu spät!
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