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Das Internet ist unwichtig
29.11.2013 Der unterschriebene Großkoalitionsvertrag belegt den wahren Stellenwert des Internets und der von Brancheninsidern so intensiv beschworenen Weltdigitalisierungsvisionen: Es ist alles eine Nummer kleiner. Ungemach droht jedoch von ganz anderer Stelle.
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Es ist bezeichnend, dass der personifizierte Populismus, CSU-Chef Horst Seehofer, seine Bayernwahl mit dem abstrusen Randthema "PKW-Maut" gewonnen hat - und dieses Thema ganz oben auf der Diskussionsliste der Großkoalitionäre steht. Nicht aber die digitalen Zukunftsthemen.
So findet sich im Programm der neuen Bundesregierung vor allem digitale Kosmetik: Ein "Begrüßen" der Methode, deutsche Daten um NSA-Schnüffelserver herumzurouten - dafür aber auch mehr eigene Vorratsdatenspeicherung. Ein bisschen (aber nicht zuviel) Netzneutralität. Die geplante Förderung "pädagogisch wertvoller Computerspiele" geht eher in Richtung der Neuland-Fraktion in den Feuilletons als in Richtung Generation Gaming. Gestrichen wurde die steuerliche Forschungsförderung für Mittelständler oder das Vorhaben, alle Schülerinnen und Schüler mit einem mobilen Computer auszustatten.
Selbst die Einrichtung eines Internet-Ausschusses im Bundestag findet sich nun nicht mehr in dem unterschriebenen Koalitionsvertrag, wohl aber - immerhin - ein mit öffentlichen Mitteln finanziertes Internet-Institut und ein Strategiepapier namens "Digitale Agenda 2014-2017". Das zeigt deutlich, als was für einen Randaspekt politischen Handelns die Politiker das Internet und seine Auswirkungen ansehen - PKW-Wapperl schlägt Breitband allemal.
Umgekehrt wird sich die Internetbranche in den kommenden Jahren mit den Auswirkungen einer ganz anderen Übereinkunft der Großkoalitionäre herumschlagen dürfen - insbesondere der Teil der Branche, der direkt oder indirekt mit dem E-Commerce zusammenhängt: Dem Mindestlohn. Vor allem bei den Paketdienstleister liegen die Gehälter gegenwärtig oftmals unter den angepeilten 8,50 Euro. Bei realisiertem Mindestlohn würde der Zustellpreis für jedes Paket direkt um 2,5 bis fünf Prozent steigen.
Doch damit nicht genug. Bislang beschäftigt die Logistikbranche zahlreiche Subunternehmer, deren Stundenlohn durch Arbeitstage von 12 oder 14 Stunden deutlich niedriger ist. Hier entsteht ein Einfallstor für Gewerkschaftskampagnen und Streiks, sodass man davon ausgehen kann, dass in der Logistik in der kommenden Legislaturperiode die Gehälter deutlich steigen werden.
Einen Teil dieser höheren Kosten, wenn nicht sogar die gesamten, werden die Logistik-Konzerne wohl an ihre Kunden, die Onlinehändler, weitergeben. iBusiness kalkuliert mit 6,8 Prozent Preissteigerung pro Paket.
Das bedeutet, dass im Kampf der Kanäle der Präsenzhandel gegenüber dem Onlinehandel Boden gut machen kann - denn nicht jeder Onlinehändler kann die gestiegenen Logistikkosten einfach selbst tragen, sondern wird sie - vor allem bei retourenintensiven Branchen - an seine Kunden weiterreichen müssen.
Das bedeutet: Rationalisierung im Onlinehandel wird wichtiger - um Renditen zu erhalten und um im Wettbewerb bestehen zu können.
Am: 29.11.2013
Zu: Das Internet ist unwichtig
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Nur nix ändern ist wichtiger als die Bewältigung der Zukunft!
In wenigen Jahren wird das Schreien groß sein, weil man die Zukunft in #Neuland verschlafen hat. Aber dann ist es viel zu spät!
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