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SinnerSchrader: "Interaktiv-Agenturen sind die Lead-Agenturen der Zukunft"

von sr

12.03.2007 Publicis-Chef Maurice Lévy hatte kürzlich verkündet, dass traditionelle Print-Werbung "in einer digitalen und mobilen Welt keine Zukunft hat". SinnerSchrader-Chef Matthias Schrader geht nun einen Schritt weiter. Da Onlinewerbung die Werbeform der Zukunft ist, argumentiert er, müssen Lead-Agenturen auch im Interaktiv-Business zu hause sein. Klassische Werbeagenturen werden daher seiner Einschätzung nach daher langfristig stark an Bedeutung verlieren.

"Die Lead-Agenturen der Zukunft werden Interaktiv-Dienstleister sein": Matthias Schrader , Vorstandsvorsitzender der Hamburger SinnerSchrader AG   , glaubt fest daran, dass Interaktiv-Dienstleister in Punkto Markenführung klassischen Werbeagenturen langfristig den Rang ablaufen werden. Seine Begründung: Dank Web 2.0 werden Marken und Konsumenten immer interaktiver. Also braucht es bei der Markenführung auch einen Dienstleister, der im Interaktiv-Geschäft zu hause ist. "Klassische Agenturen werden langfristig nur noch eine dienende Funktion haben", prognostiziert Schrader daher.

Der SinnerSchrader-Chef greift mit seinen Aussagen eine Vorlage von Maurice Lévy, Vorstandsvorsitzender der internationalen Werbe-Holding Publicis   auf (iBusiness berichtete). Lévy hatte kürzlich verlauten lassen, dass Online- und Mobilwerbung der klassischen Werbung langfristig das Wasser abgraben wird.

"Ich bin kein Hellseher", erklärte der 64-Jährige die für eine klassische Werber ungewöhnliche Prognose. "Aber es ist gut vorstellbar, dass traditionelle Print- und TV-Werbung in einer Welt der digitalen und mobilen Medien keinen Platz mehr hat." Lévy wurde daraufhin von seinen klassischen Werber-Kollegen hart attackiert. "Die Menschen sind keineswegs alle so aktiv und mobil, wie das immer wieder unterstellt wird", echauffierte sich etwa die Werbeagentur Ogilvy & Mather Frankfurt  .

Das Thema 'Markenführung im Web 2.0' erhitzt derzeit die Gemüter. So hatte das Heidelberger Marktforschungsunternehmen GIM Argo   erst kürzlich Werbetreibende vor einer "übertriebenen Mitmach-Markenführung" im Internet gewarnt (iBusiness berichtete). Und dafür prompt Häme und Spott aus der Interaktiv-Branche geerntet.

Warum Markenführung im Web 2.0 für Unternehmen so wichtig wird, erklärt SinnerSchraders Web-2.0-Marketingexperte Mark Pohlmann in der kommenden Ausgabe 05/2007 der iBusiness Executive Summary.

Thema: SinnerSchrader: "Interaktiv-Agenturen sind die Lead-Agenturen der Zukunft"

Kommentar von sr

Die Wachablösung naht

Interaktiv-Dienstleister werden nach Einschätzung von Matthias Schrader klassischen Werben bei der Markenkommunikation langfristig den Rang ablaufen. Eine gewagte These, für die aber derzeit in der Tat viel spricht.

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 (Boris Giesl)
Bild: Boris Giesl
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