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Transformations-Studie: Deutschlands Kernbranchen fürchten Online-Plattformbetreiber
19.03.2015 Die deutsche Industrie fürchtet, angesichts der Digitalisierung den Kontakt zu ihren Kunden zu verlieren. In einer Studie von Capital mit der Hamburger Managementberatung Infront Consulting sagte fast die Hälfte der befragten Manager, digitale Wettbewerber hätten sich vor allem durch "neue oder bessere Kundenbeziehungen etabliert".
Capital und Infront untersuchten in der Exklusivstudie den Stand der Digitalisierung in den sechs Kernbranchen Autoindustrie, Dienstleistung, Handel, Logistik, Maschinenbau und TIME (Telekommunikation, Informationstechnologie, Medien und Entertainment). Danach hat die Digitalisierung der Geschäftsprozesse einige Branchen bereits stark verändert. So konstatierten 81 Prozent der Befragten aus dem Handel bzw. 100 Prozent der Befragten aus dem Wirtschaftsbereich Time, ihre Branche habe sich bereits massiv verändert. Im Vergleich dazu hat die Digitalisierung Fertigungsindustrien wie die Autoindustrie (56 Prozent) und Maschinen- und Anlagenbau (31 Prozent) bisher weniger massiv verändert.
Probleme bereitet den Unternehmen der Studie 'Digitale Transformation in deutschen Kernindustrien' zufolge vor allem die Konkurrenz durch große Plattformbetreiber wie Google oder Uber , durch die die Anbieter von Produkten und Dienstleistungen immer stärker Gefahr laufen, zu Subunternehmern degradiert zu werden. "Es gibt einen Trend dazu, dass nicht mehr das Produkt verkauft wird, sondern der Produktnutzen", sagt Studienautor Frank Deburba von Infront. Generell sieht er das Entstehen einer Kluft zwischen den Unternehmen, die den fundamentalen Charakter der digitalen Umwälzung erkennen und entsprechend reagieren und jenen Firmen, die in der Digitalisierung lediglich ein technisches Werkzeug sehen. "Es droht eine digitale Zwei-Klassen-Gesellschaft bei den Unternehmen", befürchtet Deburba.
Als größte Hürden des digitalen Wandels in den Unternehmen erweisen sich laut Studie geeignetes Personal und die generelle Strategie gegen die digitalen Herausforderer. Mehr als die Hälfte der Befragten erklärten, es sei für sie nicht erkennbar, "welche Digitalisierungstrends für das eigene Unternehmen wichtig sind". Im Maschinenbau sahen darin sogar drei Viertel ein Problem. "Wer es sich leisten kann, der versucht einfach, unterschiedliche Geschäftsmodelle zu testen", sagt Deburba. "Ob er dabei das richtige trifft, wird sich erst in ein paar Jahren erweisen."
Ausgewertet wurden für die Studie die ausführlichen Antworten von 80 Unternehmen sowie 25 Tiefeninterviews mit Top-Managern.

