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Mobile World Congress: Das sind die wichtigsten Mobil-Trends 2016

22.02.2016 Die globale Leitveranstaltung der Mobilbranche, der Mobile World Congress in Barcelona steht unter dem Slogan 'Mobile is Everything'. Kernthemen sind neben Geschäftsvernetzung und schnellerer Netze das Internet der Dinge. Und Mark Zuckerberg.

 (Bild: JoaquinAranoa/ Pixabay)
Bild: JoaquinAranoa/ Pixabay

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TL;DR
Nötig ist es, sich von seiner Mobilfixierung kurieren. Mobil wird zur Basistechnologie und folglich selbstverständlich. Wichtig werden Nutzungs- statt Technikszenarien.

Mehr als 2.000 Aussteller präsentieren vom 22. bis zum 25. Februar 2016 den Fachbesuchern die Trends mobiler Techniken sowie Produktneuheiten des Jahres 2016 auf dem Mobile World Congress in Barcelona  . Dominiert wird der Welt wichtigste Mobil-Messe weiterhin von Smartphone-Produkten, denn der Siegeszug der kleinen, schlauen Mobiletten ist nicht aufzuhalten.

So wurden 2015 allein in Deutschland 26,2 Millionen Smartphones verkauft. Das ist ein Plus von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro, berichtet aktuell der Bitkom  . Und das ist absoluter Rekord. Die guten Verkäufe spiegeln sich auch bei den Nutzerzahlen wider: Rund drei Viertel der Deutschen ab 14 Jahren (74 Prozent) verwenden heute ein Smartphone. Das sind 51 Millionen Menschen. Vergangenes Jahr waren es noch rund zwei Drittel (65 Prozent) und 2012 gerade einmal etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent). Der Nutzeranteil hat sich damit innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppelt.

Aber die großen technischen Neuerungen werden in Barcelona ausbleiben. So zeigt zwar beispielsweise Samsung sein neues Flaggschiff S7. DOch außer, dass sie schnellere Prozessoren und eine bessere Kamera haben - revolutionär neu ist hier nichts. Evolution statt Revolution heißt die Devise: Wir erleben im Mobile-Markt dasselbe wie vor zwanzig Jahren im Computermarkt: Wichtig ist nicht mehr, einen zu haben. Sondern das Richtige damit zu machen. Der Computer in der Hosentasche verändert das Geschäft ganzer Branchen und schafft neue Einsatzfelder - und disruptive Konflikte. Und wirft natürlich Geld ab. Viel Geld. Sehr viel Geld. Unverschämt sehr viel Geld.

Das Bild zur Meldung: Facebook-Chef Marc Zuckerberg bei seinem Einmarsch auf der Samsung-Pressekonferenz durch die VR-geblendeten Teilnehmer (Bild: Samsung)
Bild: Samsung
Das Bild zur Meldung: Facebook-Chef Marc Zuckerberg bei seinem Einmarsch auf der Samsung-Pressekonferenz durch die VR-geblendeten Teilnehmer

1."VR ist die nächste Plattform"

Kein Wunder also, dass so ziemlich alle Hardware-Hersteller, die in Barcelona auf der Messe sind, Smartphones im Portfolio haben. Die beiden wichtigsten Events waren hier die gestrigen Pressekonferenzen von Samsung   und LG  , auf denen ihre jeweiligen Flaggschiffe vorgestellt wurden. Und Samsung landete hier einen absoluten Überraschungscoup. Allerdings nicht wegen einen spektakulären neuen Gerät. Sondern Mark Zuckerberg stand plötzlich auf der Bühne. Zur Überraschung aller kündigte er eine enge Partnerschaft mit Samsung an beim neuen Trend-Thema Virtual Reality an. So sei Samsung die einzige Firma, die erschwingliche Geräte für diese Virtual Reality in großen Stückzahlen anbieten könne. Und genau das will Zuckerberg haben, denn: "VR ist die nächste Plattform", ist sich Zuckerberg sicher. In Kooperation mit Samsung will Zuckerberg auf Facebook 360-Grad-Videos zeigen, "eine ganz neues soziales Erlebnis", wie er findet. Facebook will dafür auch neue Apps zur Verfügung stellen, darunter auch eine VR-Version des Klötzchen-Spiels Minecraft.

Die virtuelle Realität wird für die Smartphone-Hersteller immer wichtiger. Samsung hat mit der neuen Gear VR   die Zahl der kompatiblen Smartphones erhöht, Oculus   hat die Rift endlich auf den Markt bringen und auch HTCs Vive   will laut Angaben des Unternehmen im April 2016 veröffentlicht werden.

Und: Dass der Markt für Head-mounted Displays langsam in Schwung bekommt, bestätigen die Marktforscher von Gartner  . Ursprünglich fürs Militär entwickelt, sollen nun Datenbrillen für Unternehmen und Privatleute zunehmend interessant werden. Während davon im vergangenen Jahr nur 0,14 Millionen über die Ladentische gingen, sollen es 2017 schon 6,31 Millionen sein. Brian Blau , Forschungsdirektor bei Gartner, sagt zu den Aussichten der jungen Gattung von Wearables: "Neue Virtual Reality HMDs, wie HTC Vive, Oculus Rift, Sony PlayStation VR und Microsoft HoloLens, sind entscheidend vom Erfolg entsprechender Videospiele, sonstiger unterhaltender Inhalte sowie Business-Applikationen abhängig."

 (Bild: Maurizio Pesce)
Bild: Maurizio Pesce
Bild: Maurizio Pesce unter Creative Commons Lizenz by

2. Abschied von der Technikorientierung

Allerdings werden im Mobil-Markt zunehmend Konfliktlinien sichtbar werden. Die Mobilfunkbetreiber beschweren sich, dass die Internetunternehmen in ihren Netzen das große Geschäft machen, ohne zu den Milliarden-Investitionen beizutragen. Im Hintergrund wird um den Standard der nächsten Datennetze gefochten. Untermalt wird das Mobil-Spektakel von zahlreichen prominenten Gastrednern.

Zu den mit großer Spannung erwarteten Plenarsitzungen zählt eine Präsentation von Derek Aberle , President von Qualcomm Incorporated  , begleitet von Gästen des Mercedes AMG Petronas   Formula One Teams wie dem dreimaligen Weltmeister Lewis Hamilton , um zu erörtern, wie drahtlose Technologie die Zukunft des Automobilmarkts für Verbraucher durch den Motorsport verwandelt.

Aber Facebook-Chef Mark Zuckerberg wird neben dem Samsung-Gastauftritt eine Rede halten. Er ist im dritten Jahr in Folge nach Barcelona gekommen und wird voraussichtlich erneut bei den Mobilfunk-Bossen für sein Projekt Internet.org   werben, das günstige Netz-Anschlüsse in entlegene und arme Regionen der Welt bringen soll (und nebenbei den globalen Facebook-Siegeszug befeuern). So betont Zuckerberg stets, dass immer noch weniger als die Hälfte der Menschen Zugang zum Internet hat. Mehr Internetnutzer - das würde auch mehr potenzielle Facebook-Mitglieder bedeuten. Allerdings zeigen sich Mobilfunk-Riesen bisher skeptisch und sind nicht bereit zu einem groß angelegten Netzausbau in den Entwicklungsländern ohne eine stabile Geschäftsgrundlage. Zuletzt wurde ein Gratis-Angebot von Facebook zudem in Indien untersagt, weil dabei andere Dienste benachteiligt würden. Kritiker werfen dem weltgrößten Online-Netzwerk digitalen Kolonialismus vor.

Noch stärker als in den vergangenen Jahren steht die vernetzte Technik im Messefokus. Die Richtung ist klar: Alles, was mit dem Internet oder anderen Geräten verknüpft werden kann, wird künftig auch verbunden werden. Diesmal zeichnet sich noch stärker der Trend zu digitalen Gesundheits-Anwendungen ab. Für die vielen Fitness-Tracker gibt es nun Plattformen, mit denen die Daten von Geräten verschiedener Anbieter gesammelt ausgewertet werden können. Zudem kündigen sich mit der Entwicklung smarter Textilien neue Optionen an: Die Sensoren müssen nicht mehr am Handgelenk getragen werden, sondern können direkt im T-Shirt stecken.

Entwicklung der Datenübertragungsrate im mobilen Internet bis 2020 (Bild: lte-anbieter.info)
Bild: lte-anbieter.info
Entwicklung der Datenübertragungsrate im mobilen Internet bis 2020

3. Der LTE-Nachfolgestandard 5G

Mit zunehmender Nutzung mobiler Endgeräte - allen voran Smartphones - und dem Internet der Dinge werden schnellere und leistungsstärkere Netze benötigt. Abhilfe soll der neue Datenfunk-Standard 5G schaffen. An seiner Ausgestaltung wird gearbeitet. Auf dem diesjährigen MWC wird die nächste Mobilfunkgeneration 5G, die von vielen Marktbeobachtern als wichtiger Wegbereiter für das Internet der Dinge gesehen wird, erneut zentrales Thema sein. Dabei stehen zwei Aspekte im Mittelpunkt: Zum einen die Standardisierung von 5G und zum anderen die Anwendung von 5G-Schlüsseltechnologien, um bestehende Netze auf künftige Anforderungen vorzubereiten. Anders als LTE handelt es sich bei 5G um eine Kombination von verschiedenen Übertragungstechniken.

Lösungen werden auf dem Kongress zu sehen sein. 5G-Geräte selbst sind weniger Thema auf dem diesjährigen MWC, diese werden erst mit dem Betrieb erster 5G-Netze ab 2020 erwartet. Die Eröffnungs-Konferenz des MWC 2016 mit den CEOs von Vodafone   und Telefónica   sowie ein Qualcomm-Event befassen sich beispielsweise mit dem Thema 5G.

  • Bereits im Vorfeld des Mobile World Congress erlaubte die Telekom   , die bereits im Vorjahr den Datenfunk-Standard 5G als LTE-Nachfolgestandard erklärte, erste Einblicke in eine neue 5G-Präsentation im Rahmen der Messe. Dort soll zum ersten Mal eine Geschwindigkeit von bis zu 70 GBit/s auf Multi-Richtstrahl-Technologie erreicht werden. Die erhöhte Geschwindigkeit von 5G im Vergleich zu LTE soll sich etwa bei der Multi-Richtstrahl-Technologie auf 73-GHz-Millimeter-Wellen-Frequenzband zeigen, die gemeinsam mit Huawei entwickelt wurde. Diese könnte künftig in Gebäuden und stark bevölkerten Orten für eine leistungsfähige Netzanbindung sorgen. Der Technikchef der Telekom, Bruno Jacobfeuerborn , kommentiert den Anwendungsfall:"In diesen (Szenarien) müssen Netzbetreiber ultrahohe Datenraten bieten, um den Anforderungen in belebter Umgebung gerecht zu werden".

  • Die weltweite Allianz für die nächste Generation des Mobilfunks, NGMN  , hat sich hier viel vorgenommen. Einen Teil dieser Allianz stellt der chinesische Konzern Huawei   dar, der über seine Pläne bezüglich 5G im Vorfeld der MWC erste Einblicke gewährte. So soll ab diesem Jahr die 4.5G-Technologie auf dem Vormarsch sein. Laut Huawei könnten noch bis Ende dieses Jahres 60 kommerzielle 4.5G-Netzwerke weltweit entstehen, so die Prognose. Der Trend würde dann voraussichtlich bis 2020 anhalten. Unter anderem wurden Ende 2015 Tests von 4.5G mit 1 GBit/s durch Mobilfunkprovider in mehreren Ländern durchgeführt, darunter auch in Deutschland.

  • Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson   will auf dem MWC 2016 eine ganze Reihe neuer Mobilfunkinfrastruktur-Lösungen für künftige 5G-Funknetze zeigen, etwa 5G für Branchenanwendungen: Ericsson arbeitet eng mit Partnerunternehmen zusammen, um 5G-Netze zu entwickeln, die für Industrieanwendungen geeignet sind. Ericsson wird die Ergebnisse dieser Kooperationen und darüber hinaus Konzepte und Prototyp vorstellen, die die ICT-Transformation im produzierenden Gewerbe und in der Kfz-Industrie unterstützen. Zusätzlich können Besucher den Prototypen einer neuen Steuerung zum halbautonomen, ferngesteuerten Fliegen einer funkgesteuerten Drohne ausprobieren. Hier wird zu Video- und Audioinformationen ein haptisches Feedback hinzugefügt, so dass Nutzer fühlen können, wie sich das Fluggerät bewegt und mit seiner Umgebung interagiert. Die Demo ist ein Teil der kontinuierlichen Forschung bei Ericsson, um die Möglichkeiten industrieller Transformationsprozesse durch 5G-Netze auszuloten.

 (Bild: Cisco)
Bild: Cisco

4. Das Internet der Dinge rückt in den mobilen Fokus

Das Internet der Dinge gibt derzeit in allen Technologiebranchen die Entwicklungsrichtung vor. Mit dem Wandel von einfachen Kommunikationsdiensten zu einem komplexen Ökosystem aus miteinander verbundenen Geräten, Anwendungen und Cloud-Services müssen sich Kommunikationsdienstleister entscheiden, welche Strategie sie in der digitalen Welt verfolgen wollen.

Das Internet der Dinge hatte bereits in den vergangenen Jahren in Barcelona an Bedeutung gewonnen. Und dies zu Recht, wie Forrester-Analyst Thomas Husson   argumentiert: "Während es viele Diskussionen darüber gibt, ob Mobile nur ein Unterpunkt der größeren IoT-Revolution darstellt, glaube ich, dass Mobile der Schlüssel ist, um IoT freizusetzen". Er rechnet damit, dass man auf dem MWC entsprechend viel zu diesem Thema zu hören und sehen bekommen wird. Zu den wichtigsten Aspekten gehören die Standards für die vernetzten Devices und die zur Datenübertragung genutzten Funkfrequenzen. Im vergangenen Jahr forderten die meisten IoT-Zulieferer von den Regulatoren hartnäckig, sich nicht in die Kommunikationsverbindungen und Standards einzumischen. Ein Jahr später sieht man ein komplettes Fehlen eines Industriestandards oder zumindest einer klaren Richtung, was zu einigen ernsthaften Diskussionen auf dem MWC führen dürfte.

Das Internet der Dinge wächst. Derzeit sind diesem Netz weltweit 1,2 Milliarden Geräte für geschäftliche Zwecke angeschlossen, haben das US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen Verizon und die Marktforscher von AB Research in einer rechtzeitig zum MWC veröffentlichten Studie ermittelt  .

Bereits 2015 gab es in Barcelona viele IoT-Produkte zu sehen - unter anderem die für das christliche Abendland überlebensnotwendige Zahnbürste mit Internetanbindung. 2016 werden noch viel mehr vernetzte Geräte bis hin zu Autos zu sehen sein. Diese Vernetzung gilt als Grundlage für viele neue Geschäftsmodelle. Doch größtenteils handelt es sich mehr um Machbarkeitsstudien als um anwendungserprobte Produktlinien - Barcelona ist bekanntlich stets auch eine Leistungsschau der Mobilvisionen.

  • Der Smartphone-Boom stärkt auch die Hersteller von Netzwerktechnik. Die ersten Live-Vorführungen stromsparender Fernnetz-Lösungen (Low-Power, Wide-Area, LPWA) im lizenzierten Spektrum sollen laut GSM Association   auf dem MWC stattfinden. Besuchern will man eine breite Palette von Lösungen präsentieren, die auf den drei einander ergänzenden Technologiestandards Schmalband-IoT (Narrow Band IoT, NB-IoT), Extended Coverage EGPRS (EC-EGPRS) und LTE Machine-type Communication (Cat-M) basieren. Die von dem 3rd Generation Partnership Project (3GPP) für Release 13 anerkannten Standards wurden im Rahmen der Mobile IoT Initiative der GSMA von der Mobilfunkbranche übernommen. Die Verfügbarkeit kommerzieller Lösungen 2016 soll die Marktfragmentierung beseitigen, die Marktsituation beruhigen und die Verbreitung des Internets der Dinge (Internet of Things) beschleunigen, mittels kostengünstiger Geräte, die Verbindungen über einen Mobilfunkbetreiber aufbauen.

  • Die führenden Low-Power-Wide-Area- (LPWA) Cellular-IoT-Lösungen von Ericsson werden live vorgeführt, darunter Narrowband IoT (NB-IoT), LTE-M (Cat M) und EC-EGPRS/EC-GSM (Extended Coverage) für den massenhaften Einsatz von IoT-Anwendungen. Diese Technologien werden eine Schlüsselfunktion bei Demos einnehmen, mit denen Ericsson die Energiebranche, das Transportwesen und die Landwirtschaft anspricht. Außerdem wird Ericsson zeigen, wie sich IoT-Netze aufbauen und effizient managen lassen, in denen Endgeräte, die direkt an ein 5G-System angebunden sind, mit solchen gekoppelt werden, die unter Nutzung kapillarer Gateways über Nahbereichsfunk vernetzt sind. Außerdem wird Ericsson Live-Demos von Virtual Evolved Packet Core (EPC) für Massive IoT durchführen. Eine sich hieran anlehnende Präsentation wird zeigen, wie die künftige Bluetooth-Niedrigenergie-Technologie genutzt werden kann, um eine kapillare Vernetzung im Smart Home zu erreichen.

 (Bild: martinak15/Flickr)
Bild: martinak15/Flickr
Bild: martinak15/Flickr unter Creative Commons Lizenz by

5. Sicherheitsdebatte wird weiter eingeheizt

Die vernetzte Gesellschaft wird mehr und mehr zur Realität. Zuhause, bei der Arbeit, unterwegs in der Stadt oder auf Reisen - Menschen sind überall vernetzt. Wenn online Bankgeschäfte abgewickelt, Einkäufe getätigt, E-Mails gelesen oder Musiktitel auf PKW-Audiosysteme gestreamt werden, muss die Vertraulichkeit der Daten geschützt werden. Entsprechend nachgefragt und in den Vordergrund rücken Lösungen und generell das Thema Sicherheit. Außerdem werden nach den Datenpannen der jüngsten Vergangenheit auch im Mobility- und IoT-Bereich Security und Privacy verstärkt thematisiert werden. Daneben hat bereits in den vergangenen Jahren auch das Thema Enterprise Mobility an Bedeutung gewonnen - hier werden sich Anbieter aus Bereichen wie EMM oder App-Entwicklung auf der Messe tummeln.

  • Auf dem Mobile World Congress 2016 in Barcelona will G DATA mit Mobile Internet Security erstmals eine umfassende Sicherheitslösung für Smartphones und Tablets mit iOS-Betriebssystem vorstellen. Die Sicherheitslösung soll vor Phishing und gefährlichen Webseiten schützen. Um die digitale Privatsphäre von Anwendern zu schützen, integriert G DATA eine VPN-Funktion in die neue Mobile Internet Security für Android und iOS. Ob zuhause oder unterwegs, ein VPN schützt in öffentlichen Netzen davor, dass Unbefugte Passwörter, Lieferadressen oder Kontozugänge stehlen können.

  • Netzwerksicherheitsexperte Clavister   hat gemeinsam mit in Artesyn Embedded Technologies   ein Next Generation Virtual Security Gateway für Betreiber von Mobilfunknetzen und Cloud-Anbieter entwickelt und stellt die Lösung in Barcelona vor. Sie soll Netzwerkbetreiber beim Schutz ihrer Infrastrukturen unterstützen und mobile Services gegenüber jeglichen IT-Angriffen absichern.

  • High-Security-Anbieter Infotecs   präsentiert auf dem MWC die Verschlüsselungslösung ViPNet Mobile Security. Diese Lösung für mobile Endgeräte dient dem Schutz sensibler Unternehmenskommunikation zwischen Tablets, Smartphones und Co. Außendienstmitarbeiter und Geschäftsführer können damit unabhängig vom Ort gesichert auf Applikationen und Dienste wie z.B. E-Mail, Remote-Desktop, CRM oder ERP zugreifen und mit anderen Teilnehmern des virtuellen privaten Netzwerkes (VPN) kommunizieren. Dabei ist der Austausch via Messenger/Chat, IP-Telefonie sowie E-Mail möglich.


 (Bild:  Keoni Cabral/Flickr)
Bild: Keoni Cabral/Flickr
Bild:  Keoni Cabral/Flickr unter Creative Commons Lizenz by

6. Mit Wearables in die Always-On-Kultur

Die Geräteklasse der Mini-Computer, die man am Körper trägt, wächst schnell. Aktuell sind vor allem Fitness-Armbänder und Smartwatches die Treiber in diesem Segment. Der Klassiker sind Fitness-Armbänder. Aber in Barcelona dürften auch wieder viele Computer-Uhren zu sehen sein - auch solche, die ohne ein Smartphone direkt ins Netz gehen können. Neu ist, dass die Bänder und Uhren immer häufiger als Ersatz für Kreditkarte und Bargeld genutzt werden sollen.

Die Verkäufe von Wearables werden in diesem Jahr deutlich zunehmen. Die Marktforscher von Gartner prognostizieren  , dass die Verkaufszahlen um fast ein Fünftel ansteigen. Der Löwenanteil entfällt dabei auf Smartwatches. Geht es nach den Analysten, dann klettern die Verkäufe von Wearables in diesem Jahr auf 274,6 Millionen Stück. Das sind 18,4 Prozent mehr als 2015 (232 Millionen Einheiten). Angela McIntyre , Forschungschefin von Gartner, prognostiziert: Von 2015 bis 2017 wird der Smartwatch-Verkauf um 48 Prozent wachsen.
Bei den reinen Verkaufszahlen bis einschließlich 2017 liegt aber eine andere Produktgattung vorn. Die Spitzengruppe sieht so aus:
  • Bluetooth Headsets mit 139,23 Millionen abgesetzten Modellen
  • Smartwatches (66,71 Millionen)
  • smarte Sportuhren (26,92 Millionen) und
  • sonstige Fitness Wearables (25,08 Millionen)

Diesen Trend spiegelt Barcelona wider. So zeichnet sich für diese Geräte und vor allem ihre Daten ein neues Wettbewerbsfeld ab. "Samsung, Google, Apple und Microsoft stehen bereit, ganze Gesundheits-Plattformen aufzubauen, die Partner aus Medizin- und Fitness-Branche anlocken sollen", erklärte bereits im Vorjahr Analystin Annette Zimmermann vom IT-Marktforscher Gartner  . Dies werde neue Geschäftsmodelle fördern - aber auch die Diskussion um den Schutz der Gesundheitsdaten anfachen.

George Jijiashvili von CCS Insight   rechnet bei Wearables mit einer steigenden Zahl von Smartwatches mit eigener Mobilfunkunterstützung sowie einer stärkeren Konvergenz von Consumer-Wearables und medizinischen Geräten. Jijiashvili und seine Gartner-Kollegin Zimmermann sind außerdem der Ansicht, dass der Schwerpunkt bei den Wearables auf dem MWC in Richtung Enterprise geht.

Auch generell werde man künftig mehr Wearables im Unternehmensbereich sehen, prophezeit Zimmermann, etwa von Fujitsu oder Intel. Diese würden nicht nur direkt bei der Arbeit assistieren, wie der von ehemaligen Ideo- und BMW-Mitarbeitern entwickelte Smart Glove (ProGlove), sondern indirekt, indem sie auch Stoffwechsel oder Müdigkeit der Arbeiter messen. So wird Fujitsu   in diesem Jahr auf dem MWC 'IoT Enterprise Wearables' vorstellen: Armbänder zur Messung von Vitalfunktionen um Unfälle zu vermeiden.

  • Auf der Branchenmesse zeigt Samsung unter anderem ein neues Modell seiner Smartwatch, das mit einer eingebetteten SIM-Karte selbstständig in Mobilfunknetzen funkt. Der neue SIM-Standard wird die alte Karte langfristig ablösen. Nach der Messe wird die neue "Samsung Gear S2 Classic 3G" in Deutschland bei den Netzbetreibern Vodafone und Telefónica-O2 erhältlich sein.

  • Die Schweizer Marke Mykronoz   stellt seine komplette Reihe an vernetzten Wearables auf dem MWC 2016 vor, darunter Fitnesstracker, Smartwatches, analoge Smartwatches und Handyuhren - für jeden Geschmack und jedes Budgets ist etwas dabei. Die Highlights sind ZeRound, eine elegante runde Smartwatch, ZeSport, eine GPS-fähige schockresistente Smartwatch und ZeKid, ein revolutionäre Handyuhr, speziell für Kinder (von 4 bis 10 Jahren) und ihre Eltern entwickelt. Diese modischen, preiswerten und plattformübergreifenden Geräte verbinden Hightech mit edlem Schweizer Design - und machen MyKronoz zu einem Impulsgeber in der weltweiten Wearables- und Smartwatch-Industrie.

  • Haier   wird auf dem MWC seine erste eigene Smartwatch, die Haier Watch, präsentieren. Mit diesem Schritt will das Bad Homburger Unternehmen sein Spektrum an vernetzten Geräten erweitern. Der Marktstart der Uhr ist jedoch noch nicht bekannt. Zudem wird der Fitness Tracker H-Band gezeigt, eine perfekte Kombination aus Armband und Headset. H-Band misst automatisch die tägliche körperliche Aktivität und teilt seinem Nutzer die Ergebnisse mit.

eSIM von M2M-Zulieferer Eseye. Links daneben ein Entwicklungsboard (Bild: Paul Marshall)
Bild: Paul Marshall
Bild: Paul Marshall unter Creative Commons Lizenz by-sa
eSIM von M2M-Zulieferer Eseye. Links daneben ein Entwicklungsboard

7. eSIM: Standard für Geräte-Vernetzung

Ganz groß in Barcelona wird in diesem Jahr unter den Mobilfunkkonzernen das Thema eSim, die embedded Simcard, die also fest als Bauteil im Gerät eingebettet wird. Sie soll in Standard werden. Hardwarehersteller wie Apple   wollen mehr und mehr umprogrammierbare Mobilfunkkarten fest in ihre Geräte installieren. Die notwendigen technischen Daten des als Vertragspartner gewählten Operators werden sicher verschlüsselt 'over-the-air' übertragen und zugestellt.

Bereits am Donnerstag hat die GSMA den neuen eSIM-Standard veröffentlicht  , an dessen Entwicklung neben Herstellern wie Samsung auch Netzbetreiber und SIM-Hersteller wie Gemalto und Giesecke & Devrient beteiligt sind. "Das ist die einzige interoperable und global gültige Spezifikation, die von der ganzen Mobilbranche unterstützt wird", erklärt GSMA-Technikvorstand Alex Sinclair . In den kommenden zehn Jahren soll die eSIM die bisherigen Wechsel-SIMs verschiedener Formate komplett ablösen.

Eine eSIM ist fest im Gerät eingebaut und lässt sich nicht wechseln. Sie wird bei Inbetriebnahme auf den Betreiber programmiert - das geht zum Beispiel per QR-Code. Die Programmierung lässt sich jederzeit ändern. Aus Entwicklersicht ist der größte Vorteil der eSIM ihre geringe Baugröße; der SIM-Schacht und die Mechanik zum Wechsel entfällt. Die SIM-Karte lässt sich damit auch in kleine Geräte wie Wearables leicht integrieren.

Auch im Bereich Machine to Machine bietet die eSIM große Chancen. Dadurch, dass fest verbaute Karten in Autos oder Maschinen ansteuerbar werden, können Prozesse effizienter ablaufen und man erreicht eine höhere Skalierung von Geschäftsmodellen.
Thema: Mobile World Congress: Das sind die wichtigsten Mobil-Trends 2016

Kommentar von Susan Rönisch

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Mobil ist mittlerweile eine Querschnittstechnik. Barcelona zeigt, dass wir alle das Starren auf Technikszenarien beenden sollten.

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Susan Rönisch (HighText Verlag OHG)
Bild: HighText Verlag OHG
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