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Kundenbewertungen: Was unterschiedliche Systeme leisten
22.04.2008 Studien zeigen es immer wieder: Produktbewertungen sind für viele Online-Shopper eine gern und viel genutzte Entscheidungshilfe für ihre Einkäufe im Netz. Allerdings haben sich mittlerweile zahlreiche unterschiedliche Bewertungskonzepte im E-Commerce etabliert. iBusiness hat die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Bewertungs-Konzepte miteinander verglichen.
Diesen Trend bestätigt auch eine Umfrage der Internet-Agentur DMC . Demnach erachten fast 55 Prozent der deutschen Internet-Nutzer Kundenbewertungen auf Produktdetailseiten als wichtig bzw. sehr wichtig.
Hinzu kommt, dass immer noch viele Nutzer mit den unterschiedlichen Web-2.0-Elementen im Online-Shoppping bis heute überfordert sind. Daher ist es wichtig, sich zunächst solche Funktionen zu optimieren, die die meisten Online-Käufer bereits kennen. "Etablierte Standards sollten nicht allein aus der Motivation heraus, etwas ganz Neues schaffen zu wollen, über Bord geworfen werden", rät Gesine Quint vom ECommerce-Dienstleister Usability.de Shopbetreibern, die ihr Angebot webzwonullig aufrüsten wollen. Usability.de hat in einer repräsentative Befragung von 1.000 deutschen Online-Shoppern festgestellt, dass über 65 Prozent der Nutzer Produkt-Rezension und Bewertungen beim Kauf im Internet für wichtig halten (iBusiness berichtete).
iBusiness hat auf der Grundlage einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens eResult die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Kundenbewertungs-Konzepte gegenüber gestellt.
| Bewertungs-Konzept | Beschreibung | Vorteile | Nachteile | Eingesetzt von |
|---|---|---|---|---|
| Eindimensionale Bewertung | Bewertung über 5-Sterne-System |
| keine Aussage, welche Produktdetails positiv oder negativ bewertet wurden | Focus |
| Mehrdimensionale Bewertungen | Variante 1: Die Gesamtnote setzt sich aus verschiedenen Teilnoten zusammen, die für bestimmte Produktdetails vergeben werden können. Variante 2: Bewertung durch die Vergabe von grafischen Symbolen in Kombination mit anschließender Begründung. Zusätzlich können die Leser die Qualität der Rezensionen bewerten. |
|
| HRS , Amazon |
| Kombinierte Bewertungen | Bewertung anhand produktspezifischer Merkmale (zum Beispiel Größe, Form, Verwendung) und vorgegebener Tags, wie beispielsweise "fällt klein aus", "figurbetont", "wetterfest". Zudem können Nutzer einen freien Kommentar hinzufügen |
|
| REI |
Quelle: eResult
Der Vergleich zeigt, dass mehrdimensionale Bewertungsverfahren die meisten Vorteile, aber auch wesentliche Nachteile bieten. Dies hänge, so Anja Weitemeyer , Studienleiterin bei eResult, vor allem mit den freien Rezensionen zusammen. Der Aufwand für den Nutzer sei beim Verfassen einer freien Rezension "sicherlich am höchsten". "Er ist gefordert, selbst Kriterien festzulegen, mit denen er interessierten Nutzern einen Mehrwert bieten und die Kaufentscheidung beeinflussen bzw. erleichtern kann", beschreibt Weitemeyer die Hürden für den Nutzer.
Auf der anderen Seite fordern freie Bewertungen auch eine erhöhte Sensibilität des Webseiten-Betreibers. Denn nach Einschätzung von Rechtsexperten haften Shopbetreiber für unangemessene Kommentare von ihren Nutzern. "Online-Shops mit Kommentar- und Bewertungsfunktionen sind nichts weiter als ein spezialisiertes Forum." Im Gespräch mit iBusiness warnt der auf Internet- und Medienrecht spezialisierte Münchner Rechtsanwalt Arne Trautmann deutsche Online-Shopbetreiber vor einem allzu sorglosen Umgang mit nutzergenerierten Inhalten. Seiner Einschätzung zufolge haften Shopbetreiber für rechtsverletzende Inhalte in ihren Kundenkommentaren.
