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13 ausgefallene Agenturnamen - und wie sie entstanden
17.09.2019 Wenn die Verwandtschaft des Digitalagentur-Geschäftsführers schon mal fragt, was dieser eigentlich so beruflich macht. Wenn man seinen Namen nicht nochmal wählen würde. Geschichten aus der deutschen Kommunikationsbranche über Speiseeis, Cholerabakterien, Barack Obama und das ganz große Drama.
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Aber lesen Sie selbst:
1. Cocodibu - PR-Agentur für die digitale Wirtschaft
Er hats erfunden: "Entstanden ist der Name unter der Dusche - kein Scherz", beteuert Agenturchef Christian Faltin . "Cocodibu" ist ein Akronym für die Agenturpositionierung "COmmunication COnsultants for DIgital BUsiness". "Auf Deutsch: Wir sind die Kommunikationsberatung für die Digitale Wirtschaft." Weil "Wisidikofüdidiwi" auch lang nicht so hübsch klingen würde.Er erzählt: "Cocodibu klang zwar extrem ungewohnt, aber eine erste Eingabe bei Google ergab: "Kein Treffer. Meinten Sie Krokodil?" Und alle nötigen Domains waren noch frei." Eine Straßenumfrage hat Faltin zum Start organisiert: "Die Antworten waren echt lustig: Cocodibu war wahlweise ein Vogel, eine Art Duplo, eine afrikanische Tanzart, ein Cocktail oder eine Insel in der Südsee. Negative Assoziationen gab es gar keine." Nützen würde der Name meist in den Erstgesprächen mit Neukunden und Bewerbern: Cocodibu sei als Name klärungsbedürftig, wecke Neugier: "Dann können wir die Geschichte hinter dem Namen im Dialog auflösen." Und: "Sollte das Agenturgeschäft eines Tages mal weniger spannend werden, bleibt uns als Rückzugsort immer noch die gleichnamige Vulkaninsel in der Südsee, auf der Affen, Krokodile und Robinson Crusoe wohnen - irgendwo zwischen Palau und Nanuya gelegen."
2. Des Wahnsinns fette Beute - Agentur für Markenführung von Familienunternehmen
Der Name entstand klassisch und aus Verzweiflung. Zunächst habe man sich zu siebt im Zuge von Umbenennung und Feinpositionierung einen ganzen Tag im Hotel eingeschlossen. Ziel: einen deutschsprachigen Namen zu finden, der Art, Leistung und/oder Nutzen ausdrückt: "Es folgten sechs Stunden Frustration, da wir erkannten, dass jede Agentur im deutschsprachigen Raum, die nicht nach den Familiennamen der Inhaber benannt ist, mit denselben Denkmustern an die Namensfindung herangegangen ist. Jeder vermeintliche Treffer wurde durch belegte Domains oder eingetragene Marken zunichte gemacht. Doch dann, am späten Nachmittag, resümierte ein Kollege "das Besondere bei uns ist doch, dass wir trotz oder gerade wegen all unserer Verrückten es schaffen, dem Kunden Lösungen zu bieten, die ihn wirtschaftlich echt weiterbringen" und eine Kollegin ergänzte daraufhin "Das ist ja wie diese Redensart..." Alle "Welche Redensart?" "Des Wahnsinns fette Beute!" Danach haben wir uns angeschaut, den Markenanwalt angerufen und losgelegt." "Der Name nutzt uns jeden Tag", erzählen die GeschäftsführerInnen Maria Sibylla Kalverkämper und Jörg Hesse : "Wir erhalten immer ein Lächeln verbunden mit Neugier, was hinter des Wahnsinns fette Beute steckt." Der Name sei ein Filter: "Unternehmen, die weiter ausgetretene Pfade gehen wollen, werden sich nicht an uns wenden. Aber das schadet uns nicht. Wir haben festgestellt, dass wir mittel- und langfristig sehr gut mit Kunden zusammenarbeiten können, die anspruchsvoll, hungrig und von einer gewissen Progressivität getrieben sind. Unser Name ist eben auch eine Verheißung."
3. Das beste Eis Neue Media-Agentur
Entstanden ist der Name, als Geschäftsführer Andreas Ebert seiner achtjährigen Tochter erklären wollte, auf was man achten sollte, wenn man ein erfolgreiches Geschäft betreiben will: "Stell Dir vor, Du hast das beste Eis und verkaufst es dann noch zu einem unschlagbaren Preis: Dann hast Du das beste Eis zum besten Preis. Dann hast Du ein Produkt, das sehr viele Menschen haben wollen und kaufen können." "Das beste Eis zum besten Preis" war von da an für das Gründer-Trio Björn Eckerl , Philipp Erlach und Andreas Ebert das Synonym für ein funktionierendes Geschäftsmodell. Andreas Ebert: "Als es bei der Gründung unserer Agentur mit Schwerpunkt Social Media Marketing darum ging, einen Namen zu finden, war Björn sofort mit diesem Vorschlag zur Stelle. Um das ganze etwas kürzer und SEO tauglich zu machen, haben wir schließlich "Das beste Eis - Neue Media Agentur" beim Handelsregister angemeldet." Der Name hilft "eigentlich immer dann, wenn wir mit Kunden in Kontakt kommen. Man hat eine kurze Story für den Gesprächsbeginn und wenn man in unseren speiseeisfarbenen Räumen noch ein echtes Eis aus der original-italienischen Eis-Maschine zaubert, gehen alle mit einem guten Gefühl ins Meeting", erzählt Ebert. Allerdings wird die Agentur schon öfter mal für einen Eis-Salon gehalten - auch von Google. Und: "die Verwandschaft fragt bis heute, was man eigentlich beruflich macht."
4. Frische Fische - Technology PR
Geschäftsführer Jan Eppers erklärt den Namen so: "1) Marketing kommt von Markt. Markt kommt von Marktplatz. Dort gab's von der Antike bis heute immer schon Fisch. Am besten schmeckt der frisch. "Frische Fische" ist eines der ursprünglichsten Produktversprechen." Der Vorteil des Namens: "Beinahe jede/r lächelt bei Nennung unseres Namens und das öffnet Türen, und außerdem erinnert sich jede/r an den Namen." Eher blöd sei, dass man beim Reservieren von Hotelzimmern manchmal in die Küche durchgestellt werde. Ein negativer Namensaspekt fällt ihm dann noch ein: "Es gab zudem mal einen potenziellen neuen Kollegen, der toll war, aber stark lispelte. Der konnte sich leider partout nicht vorstellen, täglich am Telefon "Frische Fische" zu sagen" - und der darum das Stellenangebot abgesagt hätte.
5. Der junge Fritz B2B-Agentur
Den Namen hat sich Geschäftsführerin Ina Rall selbst ausgedacht. In Anlehnung an den Alten Fritz, Friedrich dem Großen. Hintergrund sei ihre Liebe zu Berlin und die Erinnerungen an Friedrich den Großen, die in Berlin Mitte ständig um einen herum sind. Der Alte Fritz sei auch einer der ersten, der gute B2B Kommunikation perfekt demonstriert hat - die Geschichte mit der Einführung der Kartoffel, als er die für die Bauern als wertlos verschrieenen Kartoffeln bewachen ließ - worauf die nun als vom König offenbar als wertvoll erachteten Pflanzen erst gestohlen, dann verbreitet wurden. Außerdem: "Wir glauben an die preußischen Tugenden (vom Alten Fritz erdacht) und sind davon überzeugt, dass wir für und mit unseren Kunden besser und fröhlicher arbeiten, wenn wir uns Werte wie Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Fleiß, Ordnungssinn, Pünktlichkeit, Gewissenhaftigkeit, Sparsamkeit, Toleranz, Gerechtigkeitssinn, Zielstrebigkeit und Zuverlässigkeit vor Augen halten." Der Name nützt eigentlich ständig, erzählt sie: "Es wird oft nachgefragt und man ist gleich im Gespräch. Die Erklärung für den Namen wird immer positiv aufgenommen, auch weil der Name ein Versprechen ist."
6. Fischfell Strategieberatung für Substanzielles und verantwortungsvolles Marketing
Der Name Fischfell ist eine Schimäre aus Zähneknirschen, Zettelwirtschaft und Zufall. Oder wie der Strategieberater Nils-Peter Hey erzählt, ging es so: "Das Problem: Es ist verdammt schwierig, für sich selber einen guten und schutzfähigen Namen zu entwerfen. Ein Name, der des Pudels Kern trifft. Ein Name, der die Botschaft einer Strategieberatung für Marketing und Kommunikation transportiert. Ein Name, der zu uns passt. Und im Ernst: Fast zwei Jahre fiel uns nichts ein. Doof. Dann übernahm Kollege Zufall: Einer Freundin rutschte ein Jahr später in einem BAW-Seminar das Wort "Fischfell" heraus. WTF? Nie gehört. Also notiert. Ein Jahr später die Erinnerung an die Notiz in irgendeinem Stapel. "Ein Fisch mit Fell ist etwas ganz Besonderes, Einzigartiges, Unverwechselbares! Der Hingucker in jedem Fischschwarm, sein Fischfell ist der ultimative USP." Yeah!"
Fell unter Wasser sei bei streng wissenschaftlicher Betrachtung zwar nicht zwingend vorteilhaft, räumt er ein. Aber: "Fell ist sympathisch, einzigartig und hat in der Vorstellung eine Haptik. Diese Haptik lässt sich als Inszenierung prima in die reale Welt übertragen und bleibt dort ganz gut haften." Denn: Ohne Fell bist Du im Schwarm unsichtbar. Der Name nutze ständig, weil er für Gesprächsstoff sorge: "Kein Tag vergeht, an dem man das nicht erklären muss oder darf. Man kann darüber streiten, ob das ein Vor- oder Nachteil ist. Er ist in dieser Form jedenfalls nicht selbsterklärend und er soll es auch nicht sein. Wir liefern eine komplexe Dienstleistung. Der potenzielle Mandant muss sich also schon auch etwas Zeit für uns nehmen." Schaden würde der Name "wahrscheinlich ständig", denkt Hey, "weil es genügend potentielle Kundschaft gibt, in deren Vorstellung wir nicht alle Latten am Zaun haben. Das Gute daran: Die Leute, die uns doof finden, sagen uns das ja nicht."
7. Hungriger Hirsch Consulting GmbH
Den Hungrigen Hirsch gibt es schon seit 2009 - im Studium starteten Valentin Hungrichhaußen und Philip Hirschfeld einen Blog zum Thema Digitalmarketing. Der Blog- und heute Unternehmensname war, abgeleitet aus den Gründernamen, relativ schnell (in einer typischen Studentennacht) gefunden. Die erarbeitete Reputation nutzten wir und so wurde aus dem Blog im Frühjahr 2017 der Hungriger Hirsch als Digitalmarketing-Agentur geboren. "Der Name ist immer wieder ein Gesprächsthema", erzählt Hungrichhaußen - insbesondere aber bei Neukunden. Er hat erfahren: ""Im ersten Moment fällt der Bezug zu den Gründernamen häufig nicht auf." Wenn man darauf hinweise, bliebe beides aber umso besser in Erinnerung. Geschadet hat der Name noch nie: "Abgesehen vielleicht von dem einen oder anderen Kalauer", räumt er ein: "Wie hungrig ist der Hirsch denn?" - Wenn es z.B. um Angebote geht. Er erzählt schmunzelnd aber eine Hirsch-Anekdote: "Auf die Nachfrage bei einem Kunden zu einer ausstehenden Überweisung hieß es einmal: 'Der Hungrige Hirsch ist laut Buchhaltung jetzt gefüttert. Die Rechnung sollte in den kommenden Tagen beglichen und der Hirsch satt sein.'"
8. No Drama Strategieberatung
Entstanden ist der Name ganz undramatisch und klassisch - bei einem Brainstorming der Gründer: "Wir wollten nicht unsere Allerweltsnamen Wiese, Wind und Harbers beweihräuchern, sondern der allgemeinen Aufgeregtheit und Kurzatmigkeit aktueller Debatten etwas entgegensetzen - sachlich, nüchtern, unaufgeregt", erzählt Klaus Harbers gänzlich unaufgeregt: "Da fiel uns ein, dass man Barack Obama wegen seiner Gelassenheit in schwierigen Situationen manchmal "No Drama Obama" nannte. Das gefiel uns, nur Obama haben wir gestrichen." Auf die Frage "Wo hat Euch Euer Name schon einmal wirklich genutzt?" kommt die undramatische Antwort: "Bei dieser Anfrage. Und in vielen Gesprächen, die die übliche Frage nach unserem Angebot deutlich verkürzen und spannender machen."
9. Torben, Lucie und die gelbe Gefahr
Torben und Lucie waren die Namen auf zwei Eierbechern, die sich Christoph Bornschein und Fränzi Kühne mal auf Karls Erdbeerhof gekauft hatten. "Aus Quatsch", wie sie heute behaupten. "Die gelbe Gefahr war dann die Lösung für den dritten. Die freche, forsche Aneignung einer in ihrem hohlen, altmodischen, überzeichneten Rassismus schon sehr lächerlichen Floskel, auf Boontham Temaismithi gemünzt als Komplettierung eines Teamnamens. Heute schreiben und sprechen wir den Namen selten ganz aus. TLGG. Geht." Besser: Es hat funktioniert: "Eine neue Agentur, die neue Sachen macht, und sich "Torben, Lucie und die gelbe Gefahr" nennt? Da war "Die muss ich mal kennenlernen!" fast eine Standardreaktion. Es wäre ganz interessant zu wissen, wie oft wir nur aufgrund des Namens zu Pitches eingeladen wurden und dann einfach mit dem ganzen Rest überzeugen konnten. Heute ist der Name halt da und etabliert, man schmunzelt nur noch gelegentlich und sagt meistens eh: TLGG." Was nicht ausbleibt: Der Vorwurf, rassistische Stereotype zu reproduzieren: "Darauf haben wir über 'Boontham ist Asiate, der darf das' hinaus Antworten: Finden wir den Namen heute noch lustig? Geht so. Würden wir uns heute noch einmal so nennen? Wahrscheinlich nicht. Warum behalten wir ihn dann trotzdem? Auch um uns daran zu erinnern, dass man mit Entscheidungen leben muss, dass alles Konsequenzen hat, dass - for better or worse - auch ein Witz nie nur Witz bleiben muss."
10. Turbine Kreuzberg Digitalagentur
Der Name stammt von den Gründern Alexander Janthur und Peter Breuer . Er sei wörtlich zu verstehen. Denn: Was macht eine Turbine? Sie wandelt Bewegung in Energie um. "Wir verbinden die Bewegungsenergie der Turbine mit der Haltung des Berliner Stadtbezirks Kreuzberg." Der Name verkörpere nach außen, was im Kern der Agentur vorgeht: immer in Bewegung bleiben, laufend wandeln, niemals stillstehen - sowohl für alle, mit denen wir zusammenarbeiten, als auch für uns selbst. Turbine Kreuzberg gebe sich nicht mit dem Status Quo zufrieden, sondern verändere sich selbst immer weiter. Der Name helfe "fast täglich": Gerade weil er für Aufmerksamkeit sorge, weil man innehalte, weil man wissen wolle, was sich dahinter verbirgt. Außerdem nütze er besonders, wenn die Agentur-Mitarbeiter auf Menschen aus Kreuzberg treffen: "Dann sorgt unser Name schon für Identifizierungspotenzial." Für Menschen, die die Agentur noch nicht kennen würden, sei die Nennung des Namens oft ein guter Start in eine vertiefte Konversation.
11. The unbelievable Machine Company GmbH
Ravin Mehta , der Gründer von "The unbelievable Machine Company *um" - wie das Unternehmen kurz und knackig heißt - hat einen professionellen Hintergrund als Musikproduzent. Als er vor über elf Jahren nach einem Namen für seine neue Firma suchte, tat er, was er tun würde, wenn er Inspiration für einen neuen Namen für eine Band brauchte: Er konsultierte einen dieser lustigen Online-Bandnamensgeneratoren. Doch der Name, der auftauchte, war mehr als nur inspirierend. Er war bereits perfekt: The unbelievable Machine Company. Für ihn ein unglaublich guter Name für ein Unternehmen, das an der Schnittstelle von Mensch und Maschine agiert. Und der Name wurde von einer Maschine erzeugt.
"Bei uns geht es immer etwas anders zu", erzählt Marketingchef Philipp Schlüter . "Unser Name steht für unglaubliche Mitarbeiter, offen und locker aber hochprofessionell und an der Speerspitze der digitalen Transformation, mit den Schwerpunkten Big Data, Cloud und Security Services. Seit über zehn Jahren helfen wir marktführenden Unternehmen, neue Ideen für datengetriebene Geschäftsmodelle zu entwickeln und umzusetzen - von der Idee bis zum Kabel."
12. Vibrio PR- und Social-Media-Agentur
Am Anfang war das Komma, verkündet Gründer Michael Kausch : "KOMMA, Kommunikationsmanagement Dr. Kausch GmbH". Mit einem schönen türkisfarbenen Komma als Logo. Dummer allerdings: Es gab auch ein Bonner IT-Systemhaus, das ein Comma (mit "C") in seinem Firmennamen trug und heute noch trägt. Und eine Abmahnung. Kausch erinnert sich: "Das hätte fast zum frühen Kindstod der kleinen Agentur am Rande der großen Stadt geführt. Auf eine Klage wollte ich es angesichts der finanziellen Risiken nicht ankommen lassen. Ich wollte beraten und nicht streiten." Also Umbenennung. Er suchte nach einem Namen, der irgendwas mit Komma zu tun haben sollte. Er stieß auf Vibrio Comma , im Hauptberuf Erreger der Cholera: "Und die Cholera war so ziemlich genau das, was ich den Bonnern damals an den Hals wünschte." Ein kurzer Küchentest zeitigte schnell das Ergebnis, dass der Name "Vibrio" bei fast allen meiner Bekannten überwiegend positive Assoziationen hervorrief: von Good Vibrations bis Vibrator reichte die Assoziationskette. Immerhin: Der Name sei heute bei jedem Small Talk nützlich: "Sagen Sie mal, was bedeutet eigentlich "vibrio?" Und schon sind wir im Gespräch. Geschadet habe der Name nicht (vielleicht außer der gelegentlichen Berichterstattung über Vibrio-Killerkeimen in der Ostsee oder ähnlichem. Denn: "Höfliche Menschen sagen einem nicht, wenn sie uns - wie töricht! - wegen des Namens für unseriös halten." Aber wenn das "V" von Vibrio im Alphabet ein wenig früher dran käme, das würde Michael Kausch sehr schätzen. Leider: "Aibrio" macht einfach keinen Sinn." Höchstens als "A-A-Bakterium" - aber das wäre PR-technisch vermutlich auch eher mittelgut.
13. Wortwahl - Agentur für Unternehmens- und Onlinekommunikation
Der Name "Wortwahl" wurde von Agentur-Mitbegründer und Geschäftsführer Murtaza Akbar erfunden. Er verdeutlichte bei der Gründung 1999 die Kernleistungen der PR-Agentur: die Beratung und Umsetzung der Wortwahl für Unternehmen auf allen Kanälen. "Die Domain Wortwahl.de ist sehr einfach zu merken und weiterzugeben", erzählt er. Der Name 'Wortwahl' samt Logo-Schriftzug käme enorm gut an: "Das nutzt uns wirklich schon mehrfach konkret, weil Kunden ihn im Sinne verwenden: 'Wir wollen die Wortwahl unseres Unternehmens verbessern' oder 'Wir wollen mit unserer Wortwahl mehr Kunden erreichen'." Doch 'Name ist Inhalt' mache es manchmal schwer: "Wir kümmern uns neben der Wortwahl auch um den kompletten Content für die Unternehmens- und Onlinekommunikation. Manchmal müssen wir noch betonen, dass wir auch Foto, Video, Grafik und mehr erstklassig umsetzen."
Namen sind nicht Schall noch Rauch
Wie wichtig ist ein außergewöhnlicher Name für ein Digitalunternehmen? Die von uns befragten Inhaber und Geschäftsführer sind sich da uneins. Christian Faltin beispielsweise ist sich sicher: "Es ist selten so, dass der Name über den Erfolg einer Agentur entscheidet." Auch Klaus Harbers sieht das Thema Agenturnamens-Findung getreu dem Firmenmotto eher tiefenentspannt: "Es geht in der Kommunikationsbranche nicht um Leben und Tod - also entspannt Euch."
Nils-Peter Hey hingegen argumentiert: "Ein guter Name liefert Gesprächsstoff. Er ist der Klebstoff, der Erinnerung und Marke zusammenhält. Als Leithammel unter vielen weiteren Markenelementen betoniert er das Erinnerungsfundament in den Kopf des Kunden." Für Andreas Ebert ist ein guter Name "wie ein gutes Eis: Die beste Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen." Und Ina Rall hat festgestellt: "wenn hinter dem Namen eine passende, sinnvolle und seriöse Geschichte steht und der Name dadurch Sinn macht, funktioniert es gut." Auch Murtaza Akbar hat erfahren: "Unser Agenturname Wortwahl macht es oft einfacher für uns."
Einig sind sich alle: Der in der Werbebranche so gerne verwendete Gründername als Agenturname ist für die digitale Wirtschaft unpassend. Denn "Eine gute eigentümergeführte Agentur arbeitet auch ohne ihren Eigentümer gut. Sie lebt von einem Team, nicht von Chefin oder Chef", argumentiert Michael Kausch: Man sei schließlich über die Zeit hinaus, in der "wir Gründer uns im zarten Alter von 65 Jahren in Bronze gegossen in einen zugigen Eingang stellen lassen." Warum also sollte man Agenturen nach der GründerIn benennen?", fragt er (offensichtlich rhetorisch): "Das unterschlägt die Leistung des Teams und ist deshalb fies und irreführend." Oder, wie der Alte Fritz gesagt hat: "Unseren Dünkel müssen wir verlieren."
