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Studie: E-Learning ist Schlüssel für erfolgreiches E-Government

14.11.2006 Als Instrument der Weiterbildung in der Öffentlichen Verwaltung steht E-Learning noch am Anfang. Die Erwartungen hinsichtlich der Einsparungs- und Optimierungspotenziale für die Weiterbildung durch den Einsatz des elektronisch unterstützten Lernens sind aber sehr hoch. Zuvor sind aber strukturelle und organisatorische Hürden in der Verwaltung zu überwinden, so das Ergebnis einer aktuellen Studie.

E-Learning besitzt im Zuge der anstehenden Verwaltungsmodernisierung ein erhebliches Potenzial zur Unterstützung der Veränderungsprozesse. Auf dem Weg dorthin sind aber noch eine Reihe von Aufgaben zu lösen: Verbesserte technische Rahmenbedingungen und eine optimierte Ausnutzung von Ressourcen, die Entwicklung einer systematischen und bedarfsorientierten Weiterbildungsplanung und Personalentwicklung sowie die Einbeziehung aller Zielgruppen von Verwaltungsprozessen bei der Ausgestaltung des E-Learning für E-Government werden von den im Rahmen der Studie 23 befragten Experten als wichtigste Ziele genannt. "Die Studie zeigt, dass innovative Bildungskonzepte die Entwicklung des E-Government nicht nur unterstützen können, sondern unter bestimmten Umständen sogar eine wesentliche Voraussetzung sind", fasst Ulf Steinmetz, Leiter des Informationsbüros d-NRW, die Ergebnisse der Studie 'E-Learning-Potenziale im E-Government in NRW' zusammen. Das Informationsbüro d-NRW   hatte die Studie vom Essener MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung   durchführen lassen. Es wurden 23 Interviews mit Experten aus der Öffentlichen Verwaltung (Personalämter, kommunale und landesweite Weiterbildungseinrichtungen, kommunale
Rechenzentren) sowie mit Vertretern von Volkshochschulen und ELearning-Anbietern geführt.

Zu folgenden Thesen kommt die Studie:
  • Verwaltungsangestellte erfüllen eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung von E-Learning: Sie besitzen eine hohe PC-Kompetenz. Die Ausprägung einer hieran anschließenden Transferkompetenz zur Handhabung anderer, ähnlich gelagerter elektronischer Arbeitsprozesse ist aber noch ausbaufähig.
    Zudem ist zu beobachten, dass es Mitarbeiter-Gruppen gibt, die für Änderungsprozesse weniger offen sind.
  • Die Weiterbildungsorientierung der Mitarbeiter in der Öffentlichen Verwaltung ist durchaus ausgeprägt; die Anlässe sind dabei eher vielfältig und dienen zumeist der eigenen beruflichen Entwicklung. Allerdings liegen die tatsächlichen Teilnahmequoten deutlich unter dem Anteil der Mitarbeiter, die Weiterbildung als wichtig erachten. Das Interesse ist somit größer
    als die tatsächliche Nutzung.
  • E-Learning spielt für die individuelle Weiterbildung von Mitarbeitern der Öffentlichen Verwaltung in der Praxis noch keine wichtige Rolle. Fraglich bleibt, ob der Begriff E-Learning generell wirklich alle Beteiligten erreicht
    und ob er von den Betroffenen richtig eingeordnet wird.
  • E-Government gewinnt in Deutschland an Relevanz - zentrale Treiber der Entwicklung sind Initiativen, Wettbewerbe und Masterpläne. Masterpläne können nicht die wirklichen oder alleinigen Treiber sein, da sie nicht wirklich "gelebt" werden. Entscheidend sind vielmehr nachhaltig angelegte
    Modell-Initiativen und die Konsequenz, mit der Projekte umgesetzt und in den "Regelbetrieb" integriert werden.
  • Hemmnisse bei der weiteren Verbreitung und Ausdifferenzierung von E-Government sind noch vorhanden - vor allem fehlende personelle und finanzielle Ressourcen bremsen die Entwicklung derzeit noch.
  • E-Learning besitzt große Potenziale als Katalysator für die Verbreitung von E-Government. Von entscheidender Bedeutung ist vor allem die Passgenauigkeit der ELearning-Anwendungen und -Konzepte. E-Learning an sich ist noch kein Wert: Vielmehr
    kommt es darauf an, den Anforderungen und abzudeckenden Lernbedarfen mit den eingesetzten Lösungen und Anwendungen optimal zu entsprechen.
  • Die Anwendung von E-Learning ist eine "Generationenfrage", künftige Anwender und Entscheider werden hierfür aufgeschlossener sein. Die kommende Generation der "Digital Natives" wird die Nutzung von IT-Systemen und E-Learning nicht mehr als Problem diskutieren. Bevor dies aber so sein
    wird, gilt es, PC-erfahrene Mitarbeiter und Neueinsteiger nicht voneinander abzugrenzen,
    sondern durch entsprechende Maßnahmen der Personalentwicklung
    zu integrieren.

  • Erkenntnisse und Empfehlungen aus den ExperteninterviewsEntscheidende Faktoren für den Erfolg von E-Learning in Öffentlichen Verwaltungen werden die Ausgestaltung der nötigen Rahmenbedingungen und die Überzeugung von bislang skeptischen Entscheidern sein. Bestehende Unsicherheiten gilt es unter anderem bei der Kenntnis über die Einsatzpotenziale,
    die Verbreitung und die Nutzungsquote von E-Learning in der kommunalen Weiterbildung auszuräumen.

    Bislang ist eine Trennung von E-Learning und E-Government festzustellen. Der Einsatz des elektronischen Lernens
    endet daher häufig nach der Einführung einzelner, neuer IT-Komponenten, insbesondere bei der Handhabung von Software. Damit wird aber keine Basis für den Regelbetrieb von E-Learning aufgebaut oder gefordert. Die Experten sehen die viel versprechende Möglichkeit, dass E-Learning ganz
    konkret auch EGovernment-Dienstleistungen unterstützen und deren Nutzung fördern kann. Bisher fehlen für eine breitere Diskussion aber noch umgesetzte Beispiele sowie auch die Kenntnis über einschlägige Realisierungen. Insbesondere
    die Einbeziehung der Empfänger von EGovernment-Leistungen wird eine zunehmende Bedeutung erlangen.
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